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Stölln feiert das 27. Landefest mit Stargast

Interflug-Landung Stölln feiert das 27. Landefest mit Stargast

Ein Fest zum 27. Jahrestag der Landung der Il62 auf dem Gollenberg feierten die Stöllner am Sonntag. Zu Gast war dabei auch der Hauptakteur der spektakulären Interflug-Landung in der havelländischen Provinz: Heinz-Dieter Kallbach erinnert sich auch heute noch gern an den Moment, als er das Passagierflugzeug auf der Stöllner Wiese landete.

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Kallbach, Schwenzer, Müller und Döge (v.l.) auf der Gangway.

Quelle: Foto: N. Stein

Stölln. Rund 25 000 Besucher kamen in dieser Saison nach Stölln. Das kleine Dorf im Ländchen Rhinow hat sich damit einmal mehr als touristischer Magnet im Havelland erwiesen. Dafür sorgen zwei grandiose Ereignisse, die Stölln weltweit bekannt gemacht haben. 1891 kam Otto Lilienthal nach Stölln. Auf dem Gollenberg absolvierte er erfolgreiche Flugversuche, die heute noch Grundlage für die Luftfahrtfahrt bilden. Zur Würdigung der Leistungen Lilienthals, schenkte die DDR- Fluggesellschaft Interflug der Gemeinde im Sommer 1988 eine Iljuchin Il 62.

Nach 14-monatiger Vorbereitungszeit brachte der damalige Staffelleiter der Il-62 Interflugflotte, Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach mit Co-Pilot Peter Bley, Bordingenieur Ulrich Müller und Navigator Rudolf Döge die Maschine am 23. Oktober 1989 sicher zur Landung auf dem Gollenberg. Lilienthals Frau zu Ehren tauften die Stöllner das Flugzeug auf den Namen „Lady Agnes“. Gepflegt, gehegt und betreut wird die IL-62 seither vom Otto Lilienthal Verein.

Der 27. Jahrestages der Landung war dem Verein am Sonntag Anlass genug, ein Fest rund um die Lady Agnes zu feiern. Auf die Minute genau zur Landezeit um 13.03 Uhr eröffnete der Vereinsvorsitzende Horst Schwenzer gestern das Landungsfest und begrüßte Heinz- Dieter Kallbach und seine Crew. Nur der damalige Co-Pilot war nicht dabei, weil er zurzeit im Urlaub ist.

Das Flugzeug kam damals dicht über den Bäumen angeflogen, setzte auf den Rasen auf und versank kurz danach in eine unglaublich großen Staubwolke, schilderte Horst Schwenzer seine Erinnerungen von der Landung. „Einen solchen Moment vergisst man sein ganzes Leben nicht“, sagte Heinz- Dieter Kallbach, bevor er einmal mehr von den zur Landung notwendigen Vorbereitungen erzählte und davon, dass er das Vorhaben zunächst für eine „absolute Schnapsidee“ hielt. „Wenn es so war, dann war es eine schöne Schnapsidee“, bekannte der Flugkapitän gestern zur geglückten Landung, die längst im Guinnessbuch der Rekorde nachzulesen ist. Er und seine Crew wurden Stöllner Ehrenbürger. „Und diese Ehrenbürgerschaft bedeutet uns sehr viel“, betonte Kallbach.

Spurlos vorbeigezogen sind die 27 Jahre an dem Flugzeug nicht. Erste Korrosionsschäden machen Reparaturarbeiten an der Lady Agnes notwendig. Um diese finanzieren zu können, rief Kallbach gestern zu Spenden auf. Sybille Heling – sie war 1989 Bürgermeisterin in Stölln – lobte das Engagement vieler Menschen bei den Landevorbereitungen. Der Luftfahrtclub Berlin – Brandenburg schenkte dem Lilienthalverein zwei Ikarus-Bilder und die Flugplatzkapelle des Flugsportvereins Otto Lilienthal unterhielt die Besucher musikalisch.

Von Norbert Stein

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