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Havelland Stolz auf das Dorfgemeinschaftshaus
Lokales Havelland Stolz auf das Dorfgemeinschaftshaus
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07:10 26.08.2016
Eine sehr aktive Seniorengruppe gibt es in Falkenrehde. Zentraler Treff ist das Dorfgemeinschaftshaus. Quelle: Manfred Waskow
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Falkenrehde

Sie sind stolz auf ihr Dorfgemeinschaftshaus. Das haben die Falkenrehder 2003 noch vor der Eingemeindung nach Ketzin aus eigenen Mitteln finanziert. Und sie sind sich sicher: „Wenn wir es nicht gemacht hätten, hätten wir heute noch keinen Treffpunkt im Dorf“, sagt der ehemalige Bürgermeister Horst Börner.

Was wiederum fatal wäre, denn im Dorfgemeinschaftshaus an der Landesstraße 204 spielt sich so gut wie alles ab in Falkenrehde: hier treffen sich Sportgruppen, die Senioren, Vereine, hier befinden sich die Ortsbibliothek, der Jugendklub, das Büro von Ortsvorsteherin Gisela Drehmel. Und im großen Saal hat wohl schon fast jeder der derzeit 877 Einwohner gefeiert. Was noch fehlt, ist die Überdachung für die Terrasse und ein Treppenlift innen, „damit die Senioren ihren eigentlichen Raum im Obergeschoss ohne Mühe erreichen können“, erklärt Thea Hoedt vom Seniorenverein.

Auf den ersten Blick ist Falkenrehde ein klassisches Straßendorf. Wenn es nicht den Ortsbereich Neu Falkenrehde gäbe. Etwa 1,8 Kilometer Landesstraße 862 liegen zwischen beiden Teilen.

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Knapp 900 Menschen leben heute in Falkenrehde und Neu Falkenrehde. Der ganze Stolz des Dorfes ist das 2003 errichtete Gemeinschaftshaus, in dem sich ein Großteil des Vereinslebens abspielt.

Nach zwei Großfeuern Anfang des 19. Jahrhunderts, als große Teile von Falkenrehde zerstört wurden und unbewohnbar waren, ist auf Befehl von Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. das damalige Gut Falkenrehde wieder aufgebaut worden. Nur nicht an seinem eigentlichen Standort, sondern über die Feldmark verteilt. Sieben große Höfe bildeten den Ursprung des heutigen Neu Falkenrehde.

Besonders für die älteren der etwa 120 bis 140 Bewohner von Neu Falkenrehde ist der Weg ins Hauptdorf beschwerlich, was sich auf die Mitgliedschaft in Sportgruppen und auch im Seniorenverein auswirkt. „Es müssten öfter Busse fahren, besonders an Wochenenden“, wünscht sich Bärbel Recknagel, die in Neu Falkenrehde lebt.

Immerhin 140 Mitglieder gehören der Kirchengemeinde Falkenrehde an. „Die Kirche ist nicht der Mittelpunkt in Falkenrehde, aber sie liegt dicht daneben“, sagt die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Christa Jogsch. Die räumliche Nähe des Gotteshauses zum Dorfgemeinschaftshaus sei ein Vorteil, weil zum Beispiel beim Dorffest die Kirche als ein Veranstaltungsort mitgenutzt werden kann. Wann genau die Falkenrehder Kirche errichtet wurde, lässt sich nicht sagen. Man geht vom Ende des 14. Jahrhunderts aus. Sicher ist, dass sie 1750 und 1910 zweimal umgebaut wurde. „Heute ist das Gebäude in einem guten Zustand“, weiß Christa Jogsch. „Genauso wie das 1803 errichtete Friedhofsportal mit zwei Pfeilern, das einen Blickfang für Durchreisende darstellt.

„Wir haben keinen Konsum und keinen Fleischer mehr, aber dafür einen tollen Bäcker“, sagt Ortsvorsteherin Gisela Drehmel. Seit 103 Jahren existiert die Bäckerei Schulze. Noch führt Hans-Jürgen Schulze die Geschäfte, aber: „Mein Sohn Steffen wird sie demnächst übernehmen“, sagt der Seniorchef. Er hat die Tradition seines Urgroßvaters, Großvaters und Vaters fortgesetzt, auch in der schwierigen DDR-Zeit den Laden am Laufen gehalten, als es für private Betriebe nicht einfach war. Die Brötchen von Schulze gehören zu Falkenrehde. Keiner könne sich vorstellen, dass das mal nicht mehr so wäre, sagt ein Kunde im kleinen Geschäft. Derzeit arbeiten in der Bäckerei 15 Angestellte, einige sind im Bäckerwagen in vielen Dörfern unterwegs.

Andere größere Betriebe haben sich in Falkenrehde etabliert: Das Betonsteinwerk EHL, die Falkenrehder Fahrzeug- und Metall GmbH, die Spezialaufbauten für Fahrzeuge herstellt, oder die landwirtschaftlichen Betriebe Schöttler & Partner sowie die Marktfrucht GmbH. Dazu das Hotel-Restaurant „Gutshof Havelland“.

Sportlich gab es 1995 die freiwillige Vereinigung der Fußballer mit Ketzin. Die SG Falkenrehde und der SV Lok Ketzin schlossen sich zum Verein FSV 95 Ketzin/Falkenrehde zusammen. Noch heute ist Fal-Ke, wie der Verein genannt wird, der größte in Falkenrede. Der Sportplatz im Dorf dient vor allem Trainingszwecken, die Punktspiele werden in Ketzin absolviert. Das Vereinsgebäude haben die Mitglieder erst vor wenigen Wochen wieder auf Vordermann gebracht.

Einen weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannten Namen hat sich der 2003 gegründete Förderverein der Freiwillige Feuerwehr Falkenrehde gemacht. Als im Jahr 2006 auf dem Areal der Feuerwehr Unterstellmöglichkeiten für Technik und eine restaurierte Gulaschkanone fehlten, entschied sich der Förderverein zum Bau einer Vereinshalle. „Komplett in Eigenleistung haben die das hinbekommen“, erinnert sich Gisela Drehmel. Genauso einmalig war die Hilfsaktion für einen ehemaligen Jugendwart, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Mitglieder des Fördervereins bauten zunächst das Wohnhaus ihres Kollegen René Keßler rollstuhlgerecht um. Dann überlegten sie, wie der Ex-Jugendwart wieder in die Arbeit der Feuerwehr integriert werden könnte. Heute fährt René mit einem Außenfahrstuhl in den Schulungsraum des Depots und vermittelt dem Feuerwehrnachwuchs die Theorie.

Von Jens Wegener

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