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Havelland Tod auf der Buga: Baum wird untersucht
Lokales Havelland Tod auf der Buga: Baum wird untersucht
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12:22 15.06.2015
20 Bäume knickten auf dem Buga-Gelände in Rathenow um. Nun gibt es Streit um die Wetterlage. Quelle: Philip Rißling
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Rathenow

Nach dem tragischen Tod eines 49-jährigen Besuchers auf der Bundesgartenschau am Sonnabend in Rathenow (Havelland) hat die Potsdamer Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen und zunächst einen Baum-Gutachter eingeschaltet. Ein Buga-Besucher war am Samstagabend während eines Unwetters von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. "Wir konzentrieren uns zunächst auf die Frage, ob der Baum ausreichend standsicher war", sagte Behördensprecher Nils Delius am Montag.

Der Buga-Zweckverband wollte sich am Montag nicht zu den Ermittlungen äußern. Weitere Informationen werde es erst am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz geben, sagte Buga-Sprecherin Amanda Hasenfusz.

Vor dem Unfall hatte der Deutsche Wetterdienst mehrere Unwetterwarnungen herausgegeben. "Die Frage, ob der Veranstalter das Gelände hätte schließen müssen, spielt derzeit bei den Ermittlungen keine Rolle", sagte Delius. Die Buga-Verantwortlichen und der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam streiten aber darüber, ob das Unglück zu verhindern gewesen wäre.

Dieser Ast tötete den 49-jährigen Mann aus Rathenow. Die blauen Bänder an den Bäumen sind Teil einer Buga-Kunstaktion. Quelle: dpa

Der Unfall hatte sich gegen 17.50 Uhr ereignet, eine halbe Stunde zuvor hatte der DWD vor schweren Gewittern mit Hagel und Sturmböen im Havelland gewarnt. "Das heißt aber nicht automatisch, dass der Veranstalter das Gelände hätte evakuieren müssen", sagte DWD-Sprecherin Linda Jäckel. "Das muss der Veranstalter jeweils nach der Art des Ereignisses und seinem Sicherheitskonzept entscheiden." Dies sei auch deswegen sehr schwierig, weil schwer vorherzusehen sei, an welchem Ort sich ein Gewitter entlädt. "Das kann dann oft sehr schnell gehen", meinte Jäckel. 

Unwetterwarnung - oder nicht?

Auf die Frage, warum man das Gelände nicht gesperrt und das Konzert abgesagt habe, sagte Buga-Sprecherin Amanda Hasenfusz am Sonntag, man habe „an einen friedlichen Verlauf geglaubt“. Bis zuletzt habe das Wetterradar prognostiziert, dass das Unwetter Rathenow nicht erreichen werde. „Das konnte keiner vorhersehen“, beteuert Hasenfusz. Zumal der Deutsche Wetterdienst (DWD), „mit dem wir sehr regelmäßig in Kontakt standen, die Warnstufe sogar runtergesetzt hat“.

Dem widerspricht DWD-Meteorologe Peter Zedler. Von Samstag 12 Uhr bis Mitternacht habe der DWD Unwetterwarnungen für die Region gegeben. Vor einer ersten Gewitterfront für das Havelland habe der DWD bereits um 14.53 Uhr gewarnt. Diese Warnung sei um 17 Uhr zurückgenommen worden, nachdem die Gewitterzelle vorübergezogen war. Schon „um 17.15 Uhr wurde die Region wegen einer zweiten Linie erneut gewarnt“, so Zedler. Diese Unwetterwarnung sei in den folgenden Minuten sogar noch „heraufgestuft worden mit der Warnung vor Starkregen mit über 25 Litern pro Quadratmeter, Hagel und Sturmböen“. Erst um 18.30 Uhr habe man diese Unwetterwarnung heruntergestuft.   

Wetterlage binnen Minuten verschlechtert

Die Wetterlage hatte sich Augenzeugen zufolge binnen weniger Minuten gedreht. Starkregen und Hagel, begleitet von heftigen Sturmböen, fegten über die Stadt. Über 20 dicke Bäume zerbrachen in Rathenow wie Streichhölzer, in den Baumkronen hängen noch viele abgerissene Äste. Dächer wurden abgedeckt und Wände eingedrückt.

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Rathenow, 13. Juni 2015: Über die Buga-Stadt Rathenow (Havelland) zieht ein schweres Unwetter hinweg. Es hinterlässt nicht nur eine Spur der Verwüstung, sondern fordert auch ein Todesopfer. Die beiden Buga-Kulissen müssen eine Woche lang geschlossen bleiben, um die schweren Schäden zu beheben.

Vor der Buga-Hauptbühne, wo rund 4000 Musikfans auf das Konzert von Andreas Bourani warteten, suchten die Menschen in Panik das Weite. Zeugen beschreiben, dass Hagelkörner so groß wie Taubeneier auf sie herabfielen. Angesichts des Unwetters seien die Sicherheitskräfte vor Ort  mit der geordneten Auflösung der Veranstaltung überfordert gewesen, berichten zahlreiche Gäste.

Mann vom Ast erschlagen

Während des schweren Unwetters war der Mann aus Rathenow von einem herabfallenden Ast erschlagen worden. Sturm und Hagel hinterließen in der Stadt eine Spur der Verwüstung. In Rathenow bleibt die Bundesgartenschau wegen Aufräumarbeiten bis einschließlich Freitag geschlossen. Die vier anderen Buga-Standorte sind geöffnet.

Skyliner und andere Buga-Standorte offen

  • Beim Unwetter wurden die beiden Rathenower Buga-Areale Weinberg und Optikpark schwer beschädigt.
  • Auf dem  Buga-Gelände in Rathenow stehen etwa 500 bis zu 70 Jahre alte Laubbäume. 20 sind umgefallen oder beschädigt. Die Bäume wurden vor der Buga auf ihre Standfestigkeit geprüft. Die blühenden Gartenschau-Flächen haben den Sturm  mit geringen Schäden überstanden.
  • Die Ausstellungsareale in den Buga-Kommunen Brandenburg/Havel, Premnitz, Stölln und Havelberg sind weiter geöffnet. Ebenso der 80 Meter hohe Buga-Skyliner

Von Benno Rougk, Markus Kniebeler, dpa

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