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Streit um zweites Asylbewerberheim

Landkreis Havelland will in Rathenow weiteres Gebäude errichten Streit um zweites Asylbewerberheim

In Rathenow gibt es bereits eine Unterkunft für Asylbewerber im Birkenweg. Rund 200 Personen können dort leben. In den vergangenen Jahren waren oft Plätze frei, inzwischen aber wird es schwierig, hier noch neue Flüchtlinge unterzubringen.
Darum plant die Kreisverwaltung Havelland neben dem Ausbau einer ehemaligen Schule in Premnitz die Errichtung eines weiteren Gebäudes in Rathenow in Fertigbauweise.

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Das Asylbewerberheim am Birkenweg in Rathenow.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Im Rathenower Bauausschuss ist die Beschlussvorlage, einen Bebauungsplan „Birkenweg – Asylbewerberheim“ aufzustellen, um das Heim so zu erweitern, durchgefallen. Darauf hatte Rathenows Bürgermeister das Thema von der Tagesordnung der folgenden Stadtverordnetenversammlung genommen.

Rund 50 Anwohner, die in der Nähe des Birkenweges wohnen, sind gegen die Erweiterung. Wenn erst einmal rund 250 Asylsuchende hier leben, gehe der Siedlungscharakter des Stadtteils verloren, so ein Sprecher der Anwohner. Es gebe woanders genug Kapazitäten, sagte ein anderer Anwohner, er bitte die Verantwortlichen, darüber nachzudenken, ob die geplante Variante der richtige Weg sei. Weitere Anwohner äußerten sich mit anderen Begründungen ebenfalls ablehnend.

Kreissozialdezernent Wolfgang Gall sagt, die Kreisverwaltung habe entschieden, das Gebäude am Birkenweg zu erweitern. Im Jahr 2000 seien dort 300 Asylsuchende untergebracht worden – die Kapazität war schon einmal ausgeschöpft. Kreisbaudezernent Jürgen Goulbier betont, es sei das Ziel des Landkreises, bis Ende 2014 auf der freien Fläche neben dem Asylbewerberheim 100 weitere Plätze zu schaffen. Im Rahmen des Verfahrens werde auch geklärt, ob es dort möglich sei, zusätzliche Kapazitäten einzurichten. Geplant ist, das neue Gebäude mit so genannten Raummodulen zu errichten. Dies widerlege die teilweise geäußerte Meinung, in Rathenow würden die Asylbewerber in Containern untergebracht.

Auch in den Reihen der Stadtverordneten ist das Vorhaben umstritten. Dennoch geht es in Rathenow erst um einen Bebauungsplan, um mit einem Beschluss diesen aufzustellen. Im Rahmen des B-Plan-Verfahrens hätten die Anwohner und andere die Chance, ihre Bedenken zu formulieren. Bürgermeister Ronald Seeger will nun mit dem Kreis über andere Standorte für das Gebäude reden.

bg/wil

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