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Stress am Beckenrand im Waldbad

Falkensee Stress am Beckenrand im Waldbad

Ein toller Job: Jeden Tag im Freien, umgeben von Bikini-Mädchen, und alles hört auf sein Kommando. Das denken viele, wenn sie einen braungebrannten Bademeister erleben. Remo Dreßen arbeitet seit vier Jahren im Waldbad Falkensee: „Es kann stressig werden, wenn bei Bombenwetter am Sonntag hunderte Besucher in die kleine Anlage kommen.“

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Hat im Waldbad alles im Griff: Remo Dreßen.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Falkensee. Ein toller Job: Jeden Tag im Freien, umgeben von Bikini-Mädchen, und alles hört auf sein Kommando. Das denken viele, wenn sie einen braungebrannten Bademeister erleben. Remo Dreßen arbeitet seit vier Jahren im Waldbad Falkensee: „Es kann stressig werden, wenn bei Bombenwetter am Sonntag hunderte Besucher in die kleine Anlage kommen. Natürlich belastet einen die Verantwortung für die Sicherheit. Aber bisher ist alles ohne Unfall glattgegangen.“

Im bürokratischen Deutschland gibt es offiziell keinen Bademeister. Remo Dreßen darf sich freilich Schwimmlehrer nennen. „An der Europäischen Sportakademie Potsdam und beim Deutschen Schwimmverband in Essen habe ich die Prüfungen dafür bestanden“, sagt der 25-Jährige.

Als ausgebildeter Rettungsschwimmer durfte er deshalb eine Woche lang Matthias Kwauka vertreten, der sonst Regie führt im Waldbad.

Und dann kommt Oliver aus dem Nauener Ortsteil Wachow mit seiner Frau Mama an den Beckenrand. Der blonde Knirps hat keine Lust, ins Wasser zu gehen. Remo Dreßen soll dem Siebenjährigen beibringen, sich einem Brett aus Schaumstoff anzuvertrauen und nur mit den Beinen zu paddeln: „Komm, Großer, das schaffst Du.“ Oliver kreischt, aber er lässt sich überreden und absolviert die acht Bahnen.

Remo Dreßen stammt aus Köln. „Meine Mutter war dort bei der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft und hat mir das Schwimmen beigebracht. Seit fünfzehn Jahren leben wir in Falkensee. Hier fühle ich mich zu Hause. Kölnischen Dialekt spreche ich nur noch, wenn ich meine Großeltern im Rheinland besuche.“

Wir sitzen im Häuschen mit Blick auf die Schwimmbecken. „Morgens um sechs fangen wir hier an. Zuerst wird der Beckensauger ins Wasser gelassen, um per Fernsteuerung den Boden zu reinigen. Mit meinen Kollegen mache ich das Gelände sauber und putze die Kabinen.“ Um neun öffnet das Waldbad. „Dann kommen meistens ältere Besucher oder Leute, die nach ihrer Nachtschicht schwimmen wollen“, sagt Remo Dreßen.

Der begeisterte Sportler will noch die Prüfung zum Schwimmmeister machen: „Dann kann ich auch fachmännisch die Aufbereitungsanlage fürs Wasser warten und die Betriebsabläufe steuern.“

Ab 10 Uhr geht es richtig rund im Waldbad. Schulklassen mit Sportlehrern und Kinder aus Kitas mit ihren Erziehern bevölkern die Idylle an der Salzburger Straße. „Ich arbeite hier bis Ende August, danach als Trainer in Fitness-Centern in Berlin und Brandenburg. Wir hoffen, dass in Falkensee ein Hallenbad gebaut wird, damit wir alle einen sicheren Job bekommen.“

Von Hans-Peter Theurich

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