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Stricken für den guten Zweck

Frauentreff in Wustermark Stricken für den guten Zweck

Immer dienstags treffen sich im Wustermarker Pfarrhaus Frauen um gemeinsam zu stricken. So entstehen bei Kaffee und Kuchen bunte Mützen, Schals und Pullover. Aber die Frauen stricken nicht nur zum Spaß. Alle Kleidungsstücke werden für einen guten Zweck gespendet.

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Erika Jeske (l.) strickt schon ihr ganzes Leben – die gemeinsamen Nachmittage im Pfarrhaus genießt sie sehr.

Quelle: Danilo Hafer

Wustermark. Immer dienstags dreht sich im Pfarrhaus von Wustermark für zwei Stunden alles um Maschen und Muster. Seit sieben Jahren treffen sich dort einmal in der Woche zehn Frauen, um gemeinsam Kaffee zu trinken, zu quatschen und vor allem: zu stricken. Erika Jeske ist fast immer die erste im Pfarrhaus. Dann bereitet sie schon den Kaffee vor und deckt den Tisch ein. „Wenn um 14 Uhr die anderen Frauen kommen, können wir gleich loslegen“, sagt die 73-Jährige.

Erika Jeske ist immer die erste im Pfarrhaus

Sie freue sich schon immer auf den Dienstag und ist froh, dass es diese Frauengruppe in Wustermark gibt. „Hier kommt man für zwei Stunden einfach mal auf andere Gedanken“, sagt sie. Das Stricken ist eigentlich nur eine Nebenbeschäftigung. Im Grunde ginge es darum, mit anderen zusammenzukommen und sich auszutauschen. „Wir reden über alles, über das Frauen halt so reden“, sagt Erika Jeske. „Nur nicht über Politik“, sagt sie.

Die Kleidungsstücke gehen unter anderem an ein Berliner Hospiz

Dennoch stricken die Frauen nicht nur zum Spaß. „Unsere gestrickten Sachen spenden wir immer für einen guten Zweck“ , sagt Sigrid Schönduwe. Sie fährt jedes Mal von Hoppenrade nach Wustermark, um zu stricken. Und sie ist auch diejenige, die die fertigen Kleidungsstücke dann mitnimmt. „Ich habe eine Freundin in Spandau, die Kontakt zu einem Hospiz in Berlin hat“, sagt sie. Dorthin gehen dann viele der Mützen, Schals und Pullover, die die Damen stricken. Über weitere Unterstützung, sowohl personell als auch materiell würden sich die Damen sehr freuen. „Wir können immer Wollspenden vertragen“, sagt Sigird Schönduwe. Aber auch die eine oder andere strickende Dame könne die Runde gerne erweitern. „Wir waren ja mal 19 Frauen“ sagt Erika Jeske. Und sie würden auch Männer zu ihrer Gruppe zulassen, sagt sie. „Man muss auch nicht unbedingt stricken, man kann auch malen oder eine andere Handarbeit ausführen“ sagt sie.

Ingelore Gladitz: Wurde gleich fröhlich aufgenommen

Auch Ingelore Galditz hatte damals in der Zeitung von der strickenden Frauenrunde erfahren und sei dann einfach mal hingegangen. „Zu Hause fällt einem ja doch irgendwann die Decke auf den Kopf“, sagt die 62-Jährige. Von den anderen Frauen sei sie damals gleich fröhlich aufgenommen worden, sagt sie. Seither kommt sie zum Stricken. Und auch zu Hause könne sie die Nadeln nicht aus der Hand legen. „Ich stricke auch abends vor dem Fernseher und muss dann manchmal aufpassen, dass ich nicht einschlafe“, sagt Ingelore Gladitz. Ihr Fachgebiet seien vor allem Mützen und Socken. „Wir haben jetzt schon wieder über 100 Socken gemacht“, sagt sie. Auch wenn sie gefühlt schon ihr ganzes Leben stricke, passieren auch Ingelore Gladitz ab und zu noch Fehler. „Wenn man nicht ganz genau aufpasst, vergisst man eine Masche, und dann muss man das halbe Stück wieder aufmachen“, sagt sie. Aber auch da helfe der Strickkreis. „Wenn man mal nicht weiter weiß, kann man sich hier mit den anderen Frauen austauschen“, sagt Erika Jeske. Auch sie lerne immer wieder etwas dazu.

Es wird nicht nur gestrickt

Neben dem wöchentlichen Treffen am Dienstag in Wustermark, unternehmen die Frauen auch sonst viel miteinander. So fährt die Gruppe regelmäßig nach Polen oder geht Essen. Bald stehe eine Busfahrt nach Meißen auf dem Plan. Dort wollen sich Damen dann die Porzellanmanufaktur etwas genauer anschauen.

Von Danilo Hafer

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