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Strodehne: Kittelschürzen total en vogue

Versorgungsengpass Strodehne: Kittelschürzen total en vogue

Das Ende des Versorgungsengpasses wird an diesem Wochenende in Strodehne gefeiert. Damit geht ein äußerst erfolgreiches Projekt des Landmade-Teams zu Ende. Auch im nächsten Jahr wollen die Künstler beweisen, dass zeitgenössische Kunst und dörfliches Leben wunderbar miteinander harmonieren. Dabei wird die gute alte Kittelschürze eine Hauptrolle spielen.

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Begeisterte Teilnehmer des ersten Kittelschürzenzirkels.

Quelle: Landmade/Birte Hoffmann

Strodehne. Es war mächtig was los in diesem Sommer im Haveldorf Strodehne: Bauernfrühstück und Hörspielkino, Geocaching, Filmabende und Lesungen, Diskussionen über Kunst und Kultur und was diese im ländlichen Raum dürfen. Dorfschreiber Gregor Mirwa bezog in Strodehne Quartier und schrieb auf, was ihm die Dorfbewohner berichteten und sogar das Comeback der alten Essenküche wurde gefeiert. Möglich gemacht haben das Gabriele Konsor und Birte Hoffmann mit ihrem Engagement, kreativen Ideen und dem selbst auferlegten Ziel, zeitgenössische Kunst aufs Land zu bringen. Gemeinsam mit den alteingesessenen und zugezogenen Dorfbewohnern haben sie Neues gestaltet und Denkprozesse in Gang gesetzt.

Seit Anfang September gab es jedes zweite Wochenende ein Programm im Kulturversorgungsraum und das Angebot wurde dankbar angenommen. Nicht nur durchreisende Buga-Touristen, vor allem Menschen aus Strodehne und den umliegenden Orten kamen und beteiligten sich aktiv zum Beispiel am Kittelschürzenzirkel und der Erzählwerkstatt oder sie lauschten dem Dorfschwank und setzten sich und ihr Tier im Porträtstudio vor Birte Hoffmanns Kamera.

„So etwas gibt es doch sonst nur in Berlin“

Allein in den Kulturversorgungsraum – ein grellgelber Steg, der noch bis zum Wochenende vom Gehweg auf die Dorfstraße ragt – kamen rund 3000 Menschen. „Das ist wahnsinnig fiel“, freut sich Gabriele Konsor. Dazu kommen noch all jene, die den digitalen Kulturversorgungsraum im Internet besucht haben. Mehr als 20 Strodehner beteiligten sich zudem aktiv, brachten sich mit Ideen ein, packten mit an und diskutierten mit. Unter anderem lud Erzieherin Ulrike Schwuchow jeden zweiten Mittwoch den Nachwuchs in die Erzählwerkstatt ein und andere halfen tatkräftig bei der Belebung der ehemaligen LPG-Küche.

Gabriele Konsor und Birte Hoffmann sorgten in den vergangenen Monaten als Botschafterinnen zeitgenössischer Kunst und modernen Lebens dafür, dass der Kulturversorgungsraum zu einem Aushängeschild für ein modernes Havelland wurde. Immer wieder äußerten die Besucher anerkennendes Staunen. Sätze wie „So etwas gibt es doch sonst nur in Berlin“ waren mehrmals zu hören.

Die Litfaßsäule vor dem Kulturversorgungsraum mit Porträts der Dorfbewohner

Die Litfaßsäule vor dem Kulturversorgungsraum mit Porträts der Dorfbewohner.

Quelle: Landmade

Auch die Künstlerinnen selbst fühlen sich von ihrem Projekt und dem Enthusiasmus des Dorfes beflügelt. „Ich habe das Dorf mit anderen Augen zu sehen und schätzen gelernt“, resümiert Konsor. Menschen, die sich vorher nur vom Sehen kannten, kamen miteinander ins Gespräch und auch das Verhältnis zwischen Alteingesessenen und Neuzugezogenen dürfte durch das Projekt beeinflusst worden sein. „Für mich war es ein ganz großes Kennenlernen“, sagt Birte Hoffmann. Zwar ist sie bereits seit 2013 festes Mitglied im Landmade-Team, allerdings habe man sich in den vorangegangenen Projekten nie so sehr geöffnet wie das im Kulturversorgungsraum der Fall war.

Kittelschürzen gesucht

Die Menschen aus dem Dorf haben das Projekt mitgestaltet, sie wurden vielleicht sogar selbst zu Künstlern, mutmaßen die beiden Organisatorinnen. „Mit der Zeit hat sich ein großes Vertrauen für das, was wir hier machen, entwickelt.“ Davon zeugt auch die Litfaßsäule vor dem Haus, die sich mittlerweile mit zahlreichen Aufnahmen aus dem Porträtstudio gefüllt hat. Pferde, Hunde, Katzen, sogar Pflanzen und natürlich jede Menge Dorfbewohner präsentieren sich vor oder mit der bunt gemusterten Gardine, die einst die Essenküche schmückte.

Das gewonnene Vertrauen ist beste Voraussetzungen für künftige Projekte. Ideen dazu gibt es bereits. Zunächst soll das nächste Wahrsager-Magazin erscheinen, dass zahlreiche Einblicke in und Rückblicke auf den Kulturversorgungsraum bieten wird. 2016 wollen die Kulturbotschafterinnen dann das Thema Mode in den Mittelpunkt rücken – Kleidung und Mode im dörflichen Kontext. Eine Hauptrolle soll dabei die gute alte Kittelschürze spielen. Dafür werden noch jede Menge Schürzen gesucht. Wer ein Exemplar abzugeben hat, darf sich gerne im Landmade-Büro in Strodehne melden,  03 38 75/3 16 36.

Info: Am Samstag, 10. Oktober, wird ab 16 Uhr das Projektfinale unter anderem mit dem zweiten Kittelschürzenzirkel, einem „Best of KVR“ und Filmvorführungen gefeiert. Mehr auf www.kulturversorgung.de

 

Von Christin Schmidt

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