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Strodehne: Vogelsänger begeistert von Renaturierung

Größtes europäisches Flussprojekt Strodehne: Vogelsänger begeistert von Renaturierung

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger hat sich am Mittwoch über den Stand der Arbeiten an der Unteren Havel informiert. Der Minister hat die Renaturierung für die Menschen gelobt. Das Projekt soll bis Ende 2024 abgeschlossen sein.

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Der Umweltminister auf der Unteren Havel.

Quelle: Norbert Stein

Strodehne. Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) war gestern nach Strodehne gekommen, um sich über den Stand der Arbeiten zur Renaturierung der Unteren Havel zu informieren. Im Boot von Fischer Wolfgang Schröder fuhren der Geschäftsführer des Naturschutzbundes Leif Miller und der Leiter des Renaturierungsprojektes Rocco Buchta mit dem Minister gut einen Kilometer stromabwärts auf der Havel, wo auf anhaltinischer Seite des Flusses kurz vor Vehlgast am 20. Juli in einem ersten großen Teilabschnitt mit dem Rückbau von Verwallungen und weiteren Renaturierungsmaßnahmen begonnen wird.

Insgesamt 18 Einzelmaßnahmen sind in diesem Teilabschnitt vorgesehen, von denen der Anschluss von zwei Altarmen und der Rückbau von Deckwerk an mehreren Stellen erst im kommenden Jahr realisiert werden. „Dafür sind noch einige Vorbereitungen notwendig“, erläuterte Rocco Buchta. Für 2016 rechnet Buchta auch mit dem Renaturierungsbeginn auf brandenburgischer Seite des Flusses. „Die Havel ist für Europa ein wichtiger Fluss, den es lohnt wieder naturnaher zu gestal-ten. Damit gewinnt auch die Region weiter an Attraktivität“, sagte Minister Vogelsänger als er sich vor der Bootsfahrt das Gesamtvorhaben von Leif Miller erläutern ließ.

Es handelt sich dabei um Europas größtes Flussrenaturierungsprojekt, welches eine Fläche von zirka 19 000 Hektar umfasst. Das Projekt erstreckt sich entlang der Unteren Havel stromabwärts ab Pritzerbe und ist Teil des Gewässerrandstreifenprogramms des Bundes. Projektträger ist der Nabu-Bundesverband. Von den etwas mehr als 30 Millionen Euro erforderlichen Projektmitteln sind derzeit 23,2 Millionen Euro bewilligt. 75 Prozent trägt der Bund, elf Prozent das Land Brandenburg und jeweils sieben Prozent das Land Sachsen-Anhalt und der Nabu als Projektträger. Brandenburg habe seine Mittel für das Renaturierungsprojekt gesichert, sagte Vogelsänger, für den 2015 die Renaturierung in enger Verbindung zur Buga steht.

Mit der Vorbereitung des Projekts, das bis Ende 2024 abgeschlossen sein soll, wurde 2005 begonnen. „Ziel ist der Unteren Havel durch eine Vielzahl von Maßnahmen und auch flankierender Projekte, wieder ein naturnahes Flussbett zu geben sowie abschnittsweise naturnahe Ufer zu entwickeln“, erläuterte Leif Müller dem Minister. Weil mit der Renaturierung nicht mehr benötigte Deiche und Verwallungen beseitigt werden, bekommt das Havelwasser wieder mehr und besseren Raum, was wiederum auch dem Hochwasserschutz zu gute kommt, fügte Rocco Buchta hinzu und betonte „Wir machen ein Renaturierungsprojekt für die Menschen und nicht gegen die Menschen“. Alle Maßnahmen würden im Einverständnis mit den Kommunen umgesetzt.

Insgesamt sollen mit dem Renaturierungsvorhaben wieder 15 Altarme angeschlossen, 17 Uferverwallungen abgetragen und 49 Flutrinnen aktiviert werden. Zwei Deiche werden zurückgebaut. 71 Uferdeckwerke mit einer Gesamtlänge von 29 Kilometern werden beseitigt und 89 Hektar Auen- und Uferwald gepflanzt.

Von Norbert Stein

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