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Strodehne widmet sich der Kittelschürze

Strodisign-Show am Wochenende Strodehne widmet sich der Kittelschürze

Im Kulturversorgungsraum im Großdorf von Strodehne sind seit Wochen kreative Kräfte am Wirken für ein besonderes Kunstprojekt. „Strodisign“, so der Titel, der Neugierde und Erwartung weckt. Unter „Stodisign“ kleidet sich das Dorf neu ein.

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Kittelschürzen-Produktion in Strodehne.

Quelle: Norbert Stein

Strodehne. Angeregt von der traditionellen Kittelschürze haben Künstlerinnen, Modedesignerinnen und Textilgestalterinnen im Dialog mit Strodehner Frauen ein neuartiges Kittelkleid entwickelt. „Das Kleidungsstück ist für den Einsatz im ländlichen Raum bestimmt und dabei formvollendete Dorf-Couture“, macht Gabriele Konsor als künstlerische Projektleiterin Lust auf eine besondere Veranstaltung.

Frauen aus Strodehne und Umgebung präsentieren am 1. Oktober in einer großen Schau die „Stodisign“ - Kollektion auf dem Dorfplatz (Backofenberg). Um die neuen Kleider in Szene zu setzen, wirken die kreativen Kräfte des ganzen Dorfes zusammen. Auch die Dorfstraße verändert ihr Erscheinungsbild und wird zur Bühne für eine Performance. Beginn ist 17.30 Uhr.

Das Kunstprojekt des Landmade-Kulturversorgungsraums zeigt das Haveldorf in neuem Gewand und liefert zugleich ein Porträt seiner bestehenden Struktur. „Strodisign“ überführt traditionelle dörfliche Alltagskleidung in eine neue Erscheinungsform und begeisterte Strodehner Frauen schon am ersten Vorstellungsabend im Sommer.

Prädestiniert für diese Transformation ist die Kittelschürze allemal. Wie kaum ein anderes Kleidungsstück verkörpert sie das Klischee ländlicher Kleidung . Ihre Gegner verachten sie als als Merkmal eines rückständigen Hausfrauenbildes. Ihre Befürworter finden sie praktisch, erfreuen sich an ihren bunten Mustern und ihrer heimlichen Sinnlichkeit. Eine gewisse Schätzung erfährt die Kittelschürze zudem, weil sie ähnlich einer Uniform ihre Trägerinnen gleichstellt.

Lassen sich diese Zuschreibungen in den Zeitgeist des Dorfes übersetzen? Wie sollte die zeitgenössische Strodehner Kittelschürze aussehen und welche (Denk)Muster fließen in ihr Erscheinungsbild. Fragen, die zunächst einer Antwort bedurften.

Den Sommer über wurden die im Landmade-Kulturversorgungsraum unter die Regie von Gabriele Konsor und Birte Hoffmann mit Studentinnen und Absolventinnen der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg die dorftauglichen Kleidungsstücke entwickelt und gefertigt.

Die Gardine der ehemaligen LPG-Küche diente als Vorlage, aus der Textildesignerinnen Muster für die neuen Kittelkleider entwarfen. Modedesignerinnen entwickelten den Schnitt eines multifunktionalen Kleidungsstücks, das sich aus sieben Teilen zusammensetzt. 40 Dorfbewohnerinnen im Alter von 14 bis 78 Jahren haben sich aus einem Baukastensystem, dass insgesamt 280 Teile für 40verschiedene Macharten enthielt, ihren persönlichen Kittel zusammengestellt. „Alle sind gleich, aber jeder ist anders“, beschreibt Gabriele Konsor das Ergebnis.

Für die Abschlusspräsentation am 1. Oktober verwandelt sich das Dorfzentrum in eine große Freilichtbühne. Choreografin Malika Chalabi hat mit beteiligten Kittelträgerinnen eine Performance aus Alltagsbewegungen entwickelt, in der „Strodisign“ – Kittel ihre ganze Vielschichtigkeit entfalten. Das Muster der schon genannten LPG- Gardine spielt auch im Bühnenbild eine maßgebliche Rolle: Bühnengestalter Donald Becker platziert Musterelemente der Gardine als farbige Marken auf dem Boden, wo sie zur Orientierungshilfe für die Bewegungen der Kittelträgerinnen werden.

Gegenstände des dörflichen Arbeitsalltags nehmen an dem Abend neue Funktionen und Formen an. Die Dorflampen tragen Kittelschürze, eine Erntegarn - Skulptur tritt im Dialog mit einem Pferd und gejodelt wird auch. Im Anschluss an die Schau besteht ab 19 Uhr beim Herbstfeuer des Dorfes die Möglichkeit die Kittelkleider aus der Nähe zu betrachten und mit ihren Trägerinnen ins Gespräch zu kommen.

Von Norbert Stein

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