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Stürme sorgten für Einsatzboom

Nauen Stürme sorgten für Einsatzboom

Den Nauener Feuerwehren bescherten die beiden Stürme Xavier und Herwart im vergangenen Jahr einen Einsatzboom. Sie kamen dadurch auf insgesamt 519 Alarmierungen – so viel wie schon lange nicht mehr. Nachdem es im Vorjahr zwei neue Löschfahrzeuge gab, erhält die Wehr in diesem Jahr einen neuen Gerätewagen Gefahrgut.

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Bei Mäharbeiten auf einem Weizenfeld am Dechtower Damm in Nauen geriet im September ein Mähdrescher in Brand.

Quelle: Julian Stähle

Nauen. Der Einsatz in der Nacht zum 30. Juli 2017 zerrte besonders an den Nerven der Nauener Feuerwehrleute. Die Einsatzkräfte aus Wachow, Groß und Klein Behnitz sowie aus Nauen wurden zu einem Unfall gerufen, der sich hinter der Kreisgrenze ereignet hatte, kurz vor Päwesin. Dort war ein Auto gegen einen Baum gefahren, die Insassen wurden eingeklemmt. Eine Frau starb, eine wurde schwer verletzt. Die Unfallstelle ein Trümmerfeld. „Das war für die Kameraden schlimm. Wir haben die Seelsorge herangeholt, denn viele Kameraden haben so etwas noch nicht erlebt“, sagt Stadtwehrführer Jörg Meyer.

Überhaupt war das Einsatzjahr 2017 für die Nauener Stadtfeuerwehr ein besonders ereignisreiches. 519mal wurde sie gerufen – so oft wie schon lange nicht mehr. Schuld daran hatten unter anderem die beiden Orkane Xavier und Herwart im Oktober. „Uns ging es da wie auch anderen Feuerwehren. Wir hatten so viele Einsatzkräfte wie noch nie gleichzeitig im Einsatz“, sagt Jörg Meyer. Alle elf Einheiten wurden alarmiert, kümmerten sich um umgestürzte Bäume. Ein Einsatzschwerpunkt war die B 273 zwischen Nauen und der Autobahn. Zeitweise fiel die Verbindung zur Leitstelle aus – zu einem Zeitpunkt, als Autofahrer durch Bäume verletzt worden sind. „Zum Glück haben wir auch Rettungs- und Notfallsanitäter in unseren Reihen“, so der Stadtwehrführer.

Eine weitere Herausforderung waren zwei zeitgleiche Einsätze Anfang Dezember. Am Bahnhof Nauen war eine Frau vor den Zug gesprungen, und in der Nähe – auf der B 273 – fuhr ein mit Waschmaschinen beladener Sattelzug zu schwungvoll um eine Verkehrsinsel und landete im Straßengraben. Außergewöhnlich war zudem ein Gefahrguteinsatz im Januar. In einer Firma war ein Umschlag mit einem verdächtigen Pulver abgegeben worden.

Meyer sieht die Nauener Feuerwehr, die in diesem Jahr 135 Jahre alt wird, gut aufgestellt. 247 Einsatzkräfte gehören ihr derzeit an. „Die Tageseinsatzbereitschaft könnte besser sein“, so der Stadtwehrführer. Trotzdem könne man immer mehrere Fahrzeuge besetzen. Die Einteilung der elf Einheiten in vier Löschzüge, die jeweils komplett alarmiert werden, hat sich bewährt. Bei der Nachwuchsgewinnung – zumindest in der Jugendfeuerwehr – gibt es keine Probleme. „Da sieht es wirklich gut aus.“ 88 Kinder und Jugendliche, darunter 39 Mädchen, sind dort aktiv. „Wo wir noch Personal brauchen, das ist ab 20 Jahre aufwärts“, sagt Jörg Meyer.

Die Techniksituation wird sich in diesem Jahr weiter verbessern. Noch in dieser Woche holt der Stadtwehrführer vom Hersteller einen neuen Gerätewagen Gefahrgut für die Nauener Wehr, der aus dem Katastrophenschutzprogramm des Landes Brandenburg finanziert wird und wieder vor allem im Osthavelland eingesetzt wird. Das alte Fahrzeug ist mittlerweile 24 Jahre alt. Offen ist aber, ob das neue Löschfahrzeug für Börnicke noch in diesem Jahr geliefert und in Dienst gestellt werden kann. Diesbezüglich ist die Stadt in der Landesförderung drin. Im vergangenen Jahr konnte die Kommune mit dem LF 20 für Nauen und dem TSF-W für Berge ihren Technikpark weiter modernisieren.

Zugenommen haben gegenüber 2016, als die Wehr insgesamt 349mal gerufen wurde, die Hilfeleistungseinsätze. Die so genannten Tragehilfen sind annähernd gleich geblieben, aber die Türnotöffnungen haben sich verdoppelt – von 13 auf 26. „Das geht teilweise auch in den Missbrauchsbereich“, beklagt Meyer. Seiner Ansicht nach werde in den meisten Fällen die 112 zu Unrecht gewählt. „Was anderes ist es jedoch, wenn jemand hinter der Tür sitzt und um Hilfe ruft. Dann handelt es sich tatsächlich um einen Notfall“, sagt der Stadtwehrführer. Da gebe es gar keine Diskussion.

Doch leider hätten er und seine Kameraden die Erfahrung gemacht, dass geschwindelt werde, was das Zeug hält, um eine Notöffnung zu erreichen. Eigentlich wäre in solchen Fällen jedoch der Schlüsseldienst zuständig. Doch für dessen Leistung müssen die Leute zahlen, bei der Feuerwehr sei dies nur selten der Fall. „Die Feuerwehr ist oft nur ein billiger Schlüsseldienst“, ärgert sich Meyer. Seiner Ansicht nach müsste die Polizei für solche Fälle einen Schlüsseldienst vertraglich binden.

Von Andreas Kaatz

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