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Havelland Ein Sturm und seine Folgen
Lokales Havelland Ein Sturm und seine Folgen
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21:37 07.12.2015
Meterhohe Holzstapel säumen den Radweg zwischen Göttlin und Grütz. Revierförsterin Elke Stein hat arbeitsreiche Wochen hinter sich. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Wer auf dem Radweg zwischen Göttlin und Grütz unterwegs ist, der kann bisweilen den Eindruck gewinnen, eine Schlucht zu durchfahren. Meterhoch türmen sich an den Rändern die Holzstapel auf, man könnte meinen, der halbe Wald sei zersägt und säuberlich zurechtgelegt worden.

Ganz falsch ist der Eindruck nicht. Elke Stein, zuständige Försterin im Revier Rathenow, hat in ihrer über 30-jährigen Dienstzeit noch keinen Sturm erlebt, dem eine solche Menge an Bäumen zum Opfer gefallen ist. Aus einer nur 800 Hektar großen Fläche wurden seit dem 15. August sage und schreibe 17 000 Festmeter Wurf- und Bruchholz herausgeholt. So viel, wie im gesamten Revier Rathenow, das 4000 Hektar groß ist, in drei Jahren geerntet wird.

Aufräumarbeiten mussten koordiniert werden

„In den ersten Tagen nach dem Sturm war die Lage chaotisch“, erinnert sich Elke Stein. Kreuz und quer hätten die umgestürzten Bäume gelegen, der Radweg war unpassierbar, und auch die Straße zwischen Göttlin und Grütz schwer in Mitleidenschaft gezogen. Erst einmal mussten die 50 bis 60 Privatwaldbesitzer, die betroffen waren, vom Ausmaß der Ereignisses in Kenntnis gesetzt werden. Und dann galt es, die Aufräumarbeiten zu organisieren.

Elke Stein meisterte die Aufgabe mit Bravour. In Absprache mit den Waldbesitzern koordinierte sie die Einsätze. Kein leichtes Unterfangen. Phasenweise seien sieben Harvester – diese riesigen, PS-starken Holzerntemaschinen – im Einsatz gewesen. Da habe man schon Acht geben müssen, dass sich die Ungetüme nicht in die Quere kommen. Mittlerweile ist, von einem Gebiet in der Gemarkung Steckelsdorf abgesehen, das Holz aus dem Wald. „Die Zusammenarbeit von Forstverwaltung, Waldbesitzern und Holzfirmen hat sehr gut funktioniert“, so die Försterin, die seit 1984 für das Revier Rathenow zuständig ist. Nur deshalb hätten die Schäden so schnell beseitigt werden können.

Bei Steckelsdorf sind die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange. Quelle: Markus Kniebeler

Die Ausmaße des Naturereignisses sind aber auch jetzt noch – auch für den Laien – unübersehbar. Wo vor vier Monaten noch dichter Wald stand, reiht sich heute eine kahle Fläche an die andere. So soll, so darf es natürlich nicht bleiben. Laut Waldgesetz sind Waldbesitzer, auf deren Flächen derartige Verluste aufgetreten sind, zu Aufforstung verpflichtet. Auch bei dieser Aufgabe spielt Elke Stein eine wichtige Rolle. Sie berät die Waldbesitzer über die Möglichkeiten der Neuanpflanzung, informiert über mögliche Förderprogramme und organisiert die Aufforstung auch selber, wenn sie denn vom Eigentümer den entsprechenden Dienstleistungsauftrag erhält.

Rund 5000 Festmeter Wurf- und Bruchholz werden in den kommenden Wochen noch aus dem Wald geholt. Dann sieht es im Revier wieder ordentlich aus. Dennoch sollten Spaziergänger, Pilzsucher und andere Waldfreunde bei ihren Ausflügen aufmerksam bleiben. „Der gesamte Wald hat in Folge des Sturms an Stabilität verloren“, sagt Elke Stein. Immer noch könnten angebrochene Kronen und abgeknickte Äste plötzlich abbrechen und zu Boden stürzen. Deshalb sei es ratsam, bei Ausflügen die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen.

Das Forstrevier Rathenow

Das Forstrevier Rathenow ist rund 4000 Hektar groß. Es handelt sich um eine Mischung aus Kommunalwald – der Rathenower Stadtforst etwa ist Teil des Reviers – und Privatwald.

Rund 350 Privatwaldbesitzer haben Flächen im Forstrevier Rathenow – vom kleinen Streifen bis zu etlichen Hektar großen Stücken.

Vom Sturm am 15. August betroffen war ein rund 800 Hektar großes Gebiet zwischen Grütz, Göttlin und Steckelsdorf. Rund 60 Privatwaldbesitzer waren von Sturmschäden betroffen.

Insgesamt fielen über 20000 Festmeter Wurf- und Bruchholz an. Knapp 17000 Festmeter wurden schon herausgeholt, der Rest wird in diesen Tagen aufgearbeitet.

Von Markus Kniebeler

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