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Stuttmann-Karikaturen in der Alten Schule

Ribbeck Stuttmann-Karikaturen in der Alten Schule

26 Zeichnungen des Karikaturisten Klaus Stuttmann sind ab sofort im ehemaligen Klassenzimmer der Alten Schule in Ribbeck zu sehen. Die Ausstellung wurde einige Tage verspätet eröffnet, weil die Werke nicht rechtzeitig von der Druckerei geliefert wurden.

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26 Karikaturen von Zeichner Klaus Stuttmann sind noch bis Mitte März in der Alten Schule zu sehen.

Quelle: Ulrike Gawande

Ribbeck. Eigentlich sollte die Ausstellung mit Karikaturen des preisgekrönten Zeichners Klaus Stuttmann schon am 4. Februar in der Alten Schule in Ribbeck eröffnet werden, doch die Zeichnungen wurden nicht rechtzeitig von der Druckerei geliefert. Denn Stuttmann, der seit 1990 als tagespolitischer Karikaturist für Tageszeitungen arbeitet, zeichnet ausschließlich auf dem Tablet, so dass es grundsätzlich keine Originale, sondern nur Drucke seiner bissigen Karikaturen gibt. Und so muss man auch einmal länger warten können.

Doch das Warten hat sich gelohnt, mittlerweile hängen nun 26 Zeichnungen – für mehr war kein Platz – an den Wänden des alten Klassenzimmers in der Alten Schule und bringen die Besucher zum Nachdenken. Ob bei der Darstellung von Badenden am menschenleeren Strand von Mecklenburg-Vorpommern, die mit digitalen Brillen ausgestattet glauben, dass in ihrer virtuellen Realität alles voller Flüchtlinge sei. Oder bei den Gartenzwergen, die gegen eine Islamisierung demonstrieren, keine fremden Gartenzwerge in deutschen Gärten und mit Knüppel in der Hand das Unkraut stoppen wollen sowie für mehr Gartenzäune eintreten. Drastisch, makaber und zynisch sind die Adjektive, die den Betrachtern der Ausstellung sofort zu den Zeichnungen Stuttmanns einfallen.

2016 wurde Klaus Stuttmann, der bei Stuttgart groß wurde und in Berlin Kunstgeschichte studiert hat, für seine Arbeit zum Thema Flüchtlinge mit dem Deutschen Karikaturpreis ausgezeichnet, den er bereits 2007 vom Publikum bekommen hatte. Der zeichnerische Autodidakt, Jahrgang 1949, behauptet jedoch von sich selbst, eher Journalist als Künstler zu sein. Es sei seine tägliche Arbeit, zeichnerisch Stellung zu beziehen. Für das Zeichnen von Bundeskanzlerin Angela Merkel brauche er heute noch nicht einmal mehr eine Minute, verriet der heute in Berlin lebende Karikaturist.

Anders als früher, müssten die Karikaturen heute aber eher witzig, als hintergründig sein, damit sie von den Menschen verstanden werden, äußerte Stuttmann einmal in einem Interview. Diesen hintergründigen Witz vermisste Martina Siedler aus Ahrensfelde, die mit ihrer Familie einen spontanen Halt in Ribbeck eingelegt hatte. „Die Zeichnungen sind plakativ und oberflächlich. Aber es ist gut, dass sie da sind, auch wenn ich lieber ein bisschen um die Ecke gedacht hätte.“

Die Ausstellung ist Teil des Ribbecker Bücherwinters erklärt Axel Koziol, Leiter der Alten Schule. „Es sollte außer Lesungen beim Bücherwinter eben noch mehr geben zum Thema Buch.“ Stuttmann kenne er von früher, so der Literaturexperte. „Er ist mir zudem durch die täglichen Karikaturen in der Tageszeitung nahe.“ Aufgrund des Turnhallenbrandes 2015 in Nauen und der zunehmenden rechtsradikalen Hetze im Land, so Koziol, habe er sich bei der Auswahl der Grafiken schwerpunktmäßig auf das Thema Ausländerfeindlichkeit konzentriert. „Stuttmann ist sonst viel breiter aufgestellt. Aber wir haben hier viel Laufkundschaft, die möchte ich zum Nachdenken bringen. Denn bei einigen der Karikaturen ist einem nicht mehr zum Lachen zu Mute.“

Die weiteste Anreise nach Ribbeck hatte Nelly Sten aus Göteborg, die gerade ein soziales Jahr in Deutschland verbringt. Mit ihren Gastgebern erkundete sie die Umgebung Berlins und dabei zählte das historische Ribbeck zum Pflichtprogramm. Auch in ihrer schwedischen Heimat gebe es politische Karikaturen, erzählte die junge Frau. Ebenso oft sei zudem die Königsfamilie Ziel der gezeichneten Satire. Für die Schwedin waren jedoch Stuttmanns Karikaturen schwer zu verstehen, sagte sie, weil ihr zum Verständnis das politische Hintergrundwissen über Deutschland fehlen würde.

Begeistert von der kleinen, aber feinen Präsentation war Ulla Zelles-Nöldeke aus Ribbeck. „Ich bin sehr angetan, die Zeichnungen bringen die Geschehnisse auf den Punkt. Die Karikaturen sind alle bezeichnend.“

Bis Mitte März kann sich jeder Besucher selbst ein Bild machen. Der Eintritt ist frei.

Von Ulrike Gawande

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