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Nach Anschlag in Nauen: Kreis sucht Asyl-Unterkünfte

Havelland Nach Anschlag in Nauen: Kreis sucht Asyl-Unterkünfte

Nach dem Brand einer Nauener Turnhalle, die als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgesehen war, werden im Havelland dringend Ersatzquartiere benötigt. Die Bürgermeister aller Gemeinden suchen nach Möglichkeiten, die reichen von der Jugendherberge bis zu Privatquartieren.

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Die Nauener Turnhalle brannte komplett aus.
 

Quelle: Stähle

Havelland.  Am Montag erhielt der Brieselanger Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) einen Anruf: „Kommen Sie doch mal vorbei, ob das passt“, forderte ihn ein Einwohner auf, ehe er sein Quartier als mögliche Unterkunft für Flüchtlinge bereitstellt, wollte er das Urteil des Bürgermeisters darüber wissen. „Dafür bin ich nicht zuständig, aber als erster Ansprechpartner der Leute stehe ich natürlich zur Verfügung und gehe hin“, sagt Garn.

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In der Nacht zu Dienstag, 25. August 2015, ist in Nauen (Havelland) ein Brandanschlag auf eine geplante Notunterkunft für Asylbewerber verübt worden. Die Turnhalle ist komplett niedergebrannt.

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Der Brieselanger Bürgermeister ist wie seine Amtskollegen im Havelland aufgerufen, kurzfristig nach Möglichkeiten zu suchen, Flüchtlinge unterzubringen. Nach dem Brand einer Nauener Turnhalle, die als Notunterkunft vorgesehen war, werden Ersatzlösungen gesucht. „Privatquartiere sind eine Möglichkeit“, sagt Garn, auch wenn sie einen höheren organisatorischen Aufwand hätten. Er selbst blickt nüchtern auf die Gegebenheiten in seiner Gemeinde: Die vorhandenen Großräume der Gemeinde – wie Turnhallen oder Gemeindesaal – seien nicht nutzbar. Zu prüfen sei, ob die Jugendherberge Brieselang und das Rüstheim Zeestow Flüchtlinge aufnehmen kann, da müsse mit den Besitzern gesprochen werden, die Jugendherberge befindet sich in Privathand, das Rüstheim ist Eigentum der Kirche.

Kommunen haben unterschiedliche Lösungsansätze

Wohnungen – das ist auch ein Weg, der in Falkensee möglich ist. „Wir prüfen, wo bestimmte Wohnungen nutzbar sind, die nur noch befristet zur Verfügung stehen“, sagt Bürgermeister Heiko Müller (SPD), „da gibt es einige Zwischenlösungen.“ Auch über Turnhallen wurde gesprochen, aber da sieht Müller keine leichte Lösung, denn die Hallen werden gebraucht. „Da haben wir unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Orten.“ So verfügt die Stadt kaum über freie Wohnungen.

Ähnlich sieht die Situation in der Gemeinde Dallgow-Döberitz aus. „Wir haben keinen Leerstand“, sagt Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler), private Hilfsangebote aus der Gemeinde seien ihm nicht bekannt. „Wenn die Container kommen, dann können wir schnell Flüchtlinge aufnehmen“, sagt er, die Kommune hat dafür ein Grundstück zur Verfügung gestellt und den Bauhof ausgelagert. „Das akute Nauener Problem können wir nicht lösen.“

Orte freuen sich auch über kleine Lösungen und Angebote

Leere Wohnungen gibt es im Prinzip auch in Schönwalde-Glien nicht. Hier hat Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) aber konkrete Vorschläge: Schullandheim und Jugendherberge sollten geprüft werden. Außerdem hat er alle Ortsvorsteher aufgefordert, zusätzlich nach Hilfsangeboten zu schauen.

Jede Hilfe zählt – das sagt Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD). „Wir sind permanent am Suchen“, sagt er, „eine große Lösung habe ich nicht.“ Deshalb freue er sich, dass sich viele private, kleine Lösungen andeuten. „Da kommen Angebote rein, die wir sofort an den Landkreis weiterleiten.“ Auch Ketzin/Havel hat einige Vorschläge unterbreitet, Genaueres wollte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) aber gegenüber der Presse nicht sagen.

„Wir sind im Prinzip voll“, sagt Christian Pust, Amtsdirektor von Friesack, Heime und Wohnungen dienen der Unterbringung von Flüchtlingen. Aber es wird geprüft, ob die Wohnungsgesellschaft noch Möglichkeiten sieht.

Von Marlies Schnaibel

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