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Havelland Suche nach den Wurzeln
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07:15 16.02.2016
Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren? Die Frage bleibt aktuell. Quelle: dpa-Zentralbild
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Falkensee

Am Anfang stand ein Protest. Marlies Wutta hatte sich so geärgert über das, was West-Frauen über Ost-Frauen sagten, dass sie ihrem Ärger in einem Brief Luft machte. Das war in den 90er-Jahren, als die Falkenseerin an die Vorsitzende der Frauenbrücke Ost-West schrieb. Die reagierte nicht verschnupft oder überheblich, sondern reiste kurzerhand aus Heidelberg an nach Falkensee, sie fragte nach und hörte zu. „Das hat mich beeindruckt“, sagt Marlies Wutta noch zwanzig Jahre nach dem intensiven Gespräch. Die Falkenseerin entschloss sich mitzumachen, arbeitet im Vorstand der Frauenbrücke, die bundesweit, überparteilich und überkonfessionell arbeitet. In Falkensee will Marlies Wutta eine Regionalgruppe auf die Beine stellen, anlässlich der Frauenwoche lädt sie zu einem Workshop ein.

Bringt Frauen ins Gespräch: Marlies Wutta Quelle: MAZ

Am 9. März wird im Becher-Kulturhaus ab 16 Uhr ein Gesprächsnachmittag angeboten. Es geht um Wanderungsbewegungen in Europa. „Alt- und Neufalkenseerinnen auf Wurzelsuche – Wege zur Verständigung“ steht über der Veranstaltung. Und als Anspruch, Hoffnung und Forderung der Satz: „Nicht übereinander, sondern miteinander reden!“

Gerade das hat Marlies Wutta an der Frauenbrücke fasziniert. Dieses Zuhören, dieses Miteinander-Reden, dieses Vom-anderen-Lernen und auch dieses Loslassen, wenn der andere eine andere Meinung hat. „Einiges hat sich wirklich verändert“, blickt die Falkenseerin zurück. Längst wird sie nicht mehr als Rabenmutter beschimpft, weil sie als Mutter von drei Kindern den ganzen Tag arbeiten ging. „Da ist viel passiert, auch im Westen. Immer mehr Frauen sind berufstätig, die Forderung nach Möglichkeiten zur Kinderbetreuung ist groß und gesellschaftlich bei vielen anerkannt“, hat die Frau beobachtet, die selbst einst als Kindergärtnerin gearbeitet hatte, ehe sie in die Verwaltung ging.

Im Falkenseer Rathaus arbeitet die heute 62-jährige Marlies Wutta in der Personalabteilung, hatte diese jahrelang auch geleitet, Ende des Jahres geht sie in Ruhestand. „Ein Grund, noch mal intensiv an den Aufbau einer Regionalgruppe der Frauenbrücke zu gehen“, sagt sie.

Die Gruppe soll ein Ort sein, wo sich Frauen zu sie bewegenden Themen austauschen können. „Alle großen Themen – von der Flüchtlingsbewegung bis zu Gewalt gegen Frauen – finden doch vor unserer eigenen Haustür statt“, sagt sie. Auf den bundesweiten Treffen hat sie erlebt, wie heftig und anregend diskutiert wurde: über Frauen und Gesundheit, über weibliche Sprachformen, über Ethik und Moral, über Rechtsextremismus. „Wir haben dabei einen weiblichen Blick auf die Dinge. Wir haben das große Ganze im Blick, aber setzen dabei unsere Erfahrungen vor Ort ein“, sagt die gebürtige Falkenseerin. Sie ist eine von den Frauen, die den Wandel in Falkensee miterlebt. Davon will sie auf dem Workshop am 9. März sprechen. Andere Frauen berichten über ihren persönlichen Weg nach Falkensee, was hat sie hierher geführt, wie sind sie aufgenommen worden.

„Und wir wollen Visionen entwickeln, wollen Wünsche an unser Leben in Falkensee benennen“, blickt Marlies Wutta voraus. Wie wird diese wachsende Stadt immer wieder ein Zuhause für die Menschen, die hier neu ankommen. Egal ob sie vom Bodensee oder vom Bosporus kommen. Die Frauenbrücke Ost-West wird da auch zur Frauenbrücke Nord-Süd. Sie versteht sich als Angebot an Frauen, die neugierig sind auf ihre Nachbarn.

Von Marlies Schnaibel

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