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Havelland Neue Suche nach vermisstem Mädchen
Lokales Havelland Neue Suche nach vermisstem Mädchen
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18:47 19.04.2018
Mit Leichenspürhund Django suchte die Polizei im Brieselanger Forst nach Spuren der seit 2006 vermissten Georgine Krüger. Zuvor gab es einen anonymen Hinweis. Quelle: Julian Stähle
Brieselang

Ein Flatterband mit der Aufschrift „Tatort“ mitten im Brieselanger Forst. Dahinter suchte der belgische Schäferhund Django an der Leine seines Hundeführers Zentimeter für Zentimeter des Waldbodens ab. Doch der auf Leichengeruch spezialisierte Hund konnte nichts finden.

Am Donnerstag suchte die 6. Mordkommission der Berliner Polizei nach der vor zwölf Jahren verschwundenen Georgine Krüger. Anlass ist ein anonymer Hinweis am Telefon vor ein paar Wochen, dass sich dort die sterblichen Überreste des damals 14-jährigen Mädchens befinden könnten – auf einer rund 5000 Quadratmeter großen Fläche.

Das Mädchen war auf dem Weg nach Hause

Der Fall Georgine Krüger hatte von Beginn an etwas Mysteriöses. Das Mädchen war zuletzt am 25. September 2006 in Berlin gesehen worden. Georgine befand sich auf dem Rückweg von ihrer Schule und hatte gegen 13.50 Uhr den Bus der Linie M27 an der Perleberger-/Ecke Rathenower Straße verlassen. Auf den wenigen Metern zu ihrer Wohnung in der Stendaler Straße verlor sich ihre Spur. Ihr Handy wurde kurz darauf ausgeschaltet und ist seither nicht mehr auf Empfang.

Die Berliner Polizei war am Donnerstag mit einem Leichensuchhund im Wald bei Brieselang im Einsatz. Dabei hofften die Ermittler, Spuren der vermissten Berlinerin Georgine Krüger zu finden. Das damals 14-jährige Mädchen war 2006 spurlos verschwunden.

Mit der Zeit verdichtete sich der Verdacht, dass das Mädchen Opfer einer Straftat geworden sein könnte. Allerdings fand man bisher weder Kleidungsstücke noch die auffällig pinkfarbene Umhängetasche, die sie an dem Tag dabei hatte. Auch die große Medienresonanz führte damals nicht dazu, dass Anhaltspunkte für ihren Aufenthalt gefunden werden konnten.

Bisher gab es 225 Hinweise

Zahlreiche Hinweise haben die Polizei seither zu dem Fall erreicht, eine heiße Spur war aber bisher nicht darunter. Und so hoffen die Ermittler, dass der jetzige, anonyme Hinweis Nummer 225, der bei der Notrufzentrale unter 110 einging, sie möglicherweise voran bringt.

Die Berliner Polizei ist in einem Wald bei Brieselang im Einsatz. Quelle: Julian Stähle

„Wir versprechen uns etwas davon. Wir wollen endlich Klarheit in dem Fall haben“, sagt Pressesprecher Thomas Neuendorf. Von der Art der Schilderung her könne etwas dran sein. „Es war sehr präzise beschrieben. Die Angaben waren schlüssig und man hatte nicht den Eindruck, dass da ein Verrückter am Apparat war, der Langeweile hatte und sich wichtig machen will“, so Neuendorf, der den Hinweis deshalb als bedeutsam einschätzt. Auch deshalb, weil es in der Vergangenheit immer mal wieder Tipps gegeben habe, in denen Brieselang eine Rolle spielte.

„Es kann auch sein, dass die Suche ins Leere führt. Aber es geht hier um das Schicksal eines jungen Mädchens. Der Fall hatte damals in Berlin viele Menschen beschäftigt“, sagte Thomas Neuendorf.

Polizei suchte auch mit einer Drohne

Mit einer Drohne hatte die Polizei zu Beginn der Suchaktion am Donnerstag das Waldstück vermessen. Es wurden unzählige Aufnahmen gemacht, um herauszufinden, ob es in dem teils sehr feuchten Bereich Gegenstände gibt, die auf Georgine Krüger hinweisen. Mit einen hochauflösenden Objektiv nahm das surrende Fluggerät den Waldboden auf. Parallel dazu wurde Leichenspürhund Django auf die Suche geschickt. Ermittler standen bereit, um bestimmte Stellen näher zu untersuchen, falls der Hund etwas wittert.

Mit einer Drohne wurde das Gebiet abgesucht. Quelle: Julian Stähle

Patricia Brämer von der Pressestelle war schon vor zwölf Jahren mit dem Fall beschäftig, als das Mädchen verschwunden war. „Da steckt auch Herzblut drin“, sagt sie und erhofft sich von den Presseveröffentlichung etwas. Dies betrifft unter anderem die sehr auffällige Umhängetasche der Marke „Eastpack“, die Georgine mit sich führte. „Vielleicht ist die Tasche mal jemandem aufgefallen“, meint sie.

Anonymer Anrufer soll sich melden

„Außerdem appellieren wir an die Person, die sich anonym gemeldet hatte, dass sie in sich geht und sich direkt an die sechste Mordkommission wendet“, ruft Patricia Brämer auf – und nennt dazu gleich noch die Nummer des Hinweistelefons: 030/91 16 66. Für sie ist die Aktion im Brieselanger Wald auch eine Botschaft an den Täter: „Der Fall ist bei der Mordkommission immer präsent.“ Er werde nicht zu den Akten gelegt.

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war Georgine Krüger mit einer modischen Jeans mit Bleichflecken auf der Vorderseite und einer weißen Jeansjacke bekleidet.

Von Andreas Kaatz

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