Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Sucher in trüben Gründen
Lokales Havelland Sucher in trüben Gründen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 08.06.2015
Ganz neu: Die ASB-Taucher haben Vollgesichtsmasken, mit denen sie per Ultraschall miteinander sprechen. Quelle: B. Geske
Anzeige
Großwudicke

Wenn Rettungstaucher üben, gibt’s für Schaulustige wenig zu sehen. Die Froschmänner sind im Wasser verschwunden und agieren irgendwo unten. Man sieht nur ihre Luftblasen aufsteigen. „Diesem Taucher da geht es gut“, sagt Andreas Wildgrube, Ausbilder und Prüfer, und erklärt: Er atme ruhig und regelmäßig, das sei an den Blasen zu erkennen. Alles in Ordnung.

Rettungstaucher müssen ständig üben, sagt er, damit sie im Einsatz alle Handgriffe im Blindflug beherrschen. „Blindflug“ ist das treffende Wort. Denn im Unterschied zu Sporttauchern, die sich in klaren Gewässern bewegen, weil sie etwas sehen wollen, müssen Rettungstaucher fast immer in trübe Fluten steigen, in denen sie kaum was erkennen. So sind die hiesigen Gewässer eben. Es kommt dazu, dass die gesuchten Personen oder Gegenstände sich unten befinden. Die Taucher müssen deshalb den meist schlammigen Grund mit ihren Händen abtasten – was für zusätzliche Eintrübung sorgt.

Am Mittwoch hatte die neue Rettungstaucherstaffel des Landkreises am Baggersee bei Großwudicke einen Übungstag. Die Taucher konnten sich über eine wesentliche Verbesserung ihrer durchaus schon guten Ausrüstung freuen: Sie haben Vollgesichtsmasken bekommen, durch deren Einsatz sie unter Wasser miteinander reden können und Sprechkontakt zum Einsatzleiter am Ufer haben. Andreas Wildgrube sagt, das erleichtert die Kommunikation ungemein. Bislang seien die Informationen durch Zupfzeichen mit einer Leine weitergegeben worden.

Geübt wurde das Suchen von Personen und Gegenständen unter Wasser. Dazu das Bergen und das Heben von schweren Gegenständen, was mit Säcken geschieht, in die Luft eingeblasen wird. Taucher auf Suche beschreiben unterschiedliche Figuren. Sie checken verschiedene Quadranten, bewegen sich auf Schneckenbahnen oder schwärmen fächerförmig aus. Die Abstände untereinander bleiben dabei gering, damit keine Bereiche unkontrolliert bleiben. Das Wasser hatte verträgliche 17 Grad – immerhin bleiben die Taucher rund 30 Minuten drin. Der Baggersee wird auf kurzem Weg stattliche 13 Meter tief, unten sind zehn Grad weniger.

Schon dreimal dabei

Die neue Rettungstaucherstaffel ist zum 1. März dieses Jahr offiziell in Dienst gestellt worden. Von der Leitstelle in Potsdam kann sie jederzeit alarmiert werden.
Schon bevor die Taucherstaffel in Dienst gestellt wurde, haben einige ihrer Mitglieder an Einsätzen teilgenommen. Im letzten Sommer waren sie dabei, als in der Havel bei Bahnitz bzw. Göttlin und im Stichkanal Hohennauen versunkene Personen gesucht und auch gefunden wurden.
Träger der Staffel ist der ASB-Ortsverband Rathenow, weil er hier auch Träger der Wasserrettung ist.

Träger der neuen Rettungstaucherstaffel ist der Ortsverband Rathenow des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), weil er hier zuständig für die Wasserrettung ist. Leiter der Staffel ist Rayk Sommer. Wie er sagt, gehören zehn fertig ausgebildete Rettungstaucher dazu. Es seien Beschäftigte des Rettungsdienstes, Ärzte und Feuerwehrleute. Zwei neue Taucher waren diesmal mit dabei. Wurden früher im Havelland Rettungstaucher gebraucht, erzählt Rayk Sommer, habe es lange Wartezeiten gegeben, weil Berufstaucher aus Potsdam geholt werden mussten.

„Die neue Taucherstaffel stellt eine sinnvolle Ergänzung im Katastrophenschutz dar“, teilt Babette Dietrich von den Havelland-Kliniken mit, die auch für den Rettungsdienst zuständig sind. Wenn auf dem Wasser viel los sei, wie jetzt während der Buga, könne schneller weitere qualifizierte Hilfe erfolgen. So könnten Unfallschäden im Rahmen gehalten oder sogar Leben gerettet werden.

Ralf Möhring war als Rettungstaucher dabei, als im letzten Juli in der Havel bei Göttlin ein verschwundener Schwimmer gesucht werden musste. „Es ist wichtig, dass es hier in unserer wasserreichen Region qualifizierte Rettungstaucher gibt“, sagt er. Schon seit der Wende sei er Sporttaucher und nun sehr stolz, bei dieser gut qualifizierten Staffel dabei zu sein. Meist müsse man bei Sichtverhältnissen tauchen, bei denen gerade mal die Hand vor Augen zu erkennen sei, berichtet er. Da sei es gut zu wissen, dass auch die anderen Taucher der Staffel genau wissen, was sie zu machen haben.

Von Bernd Geske

Havelland Bundeswehrpanzer richten großen Schaden an - Die angekündigte Zerstörung

Die Bundeswehr hat am Freitag bei einem Manöver große Schäden an den Straßen im Havelland angerichtet. Die Spur der Zerstörung zog sich von der Autobahnabfahrt Spandau über die B 5 bis nach Friesack und von dort über Kleßen, Stölln (L 17) und Rhinow bis hinter Hohennauen (B 102).

08.06.2015
Brandenburg/Havel Freilichtbühne zu popelig? Konzerte nach Rathenow verlegt - „(K)ein Hoch auf uns“ in Brandenburg

Als der Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers auf der Brandenburger Freilichtbühne zu Gast war und einige tausend Brandenburger im stömenden Regen dem Konzert lauschten, waren sich die Besucher einig: Wir kommen wieder! Und zwar dann bei schönem Wetter, am 13. Juni, wenn Andreas Bourani den Marienberg rockt. Doch das wird nun nichts.

08.06.2015
Havelland Havelland: Polizeibericht vom 5. Juni - Frau übersah Auto in Falkensee

+++ Autofahrerin stieß in Falkensee gegen geparkten Wagen +++ Unbekannte beschädigten in Dallgow-Döberitz den Lack von 22 Fahrzeugen +++ Drei Kleintransporter auf Hotelparkplatz in Falkenrehde aufgebrochen +++

05.06.2015
Anzeige