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Havelland Syrischer Arzt fordert die Nato zum Handeln auf
Lokales Havelland Syrischer Arzt fordert die Nato zum Handeln auf
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22:26 21.02.2018
Rassoul Faki ist syrischer Kurde. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Es sind erschütternde Bilder, die Rassoul Faki zeigt: weinende Kinder, die sich die Ohren zuhalten und ängstlich in den Himmel schauen, von wo die tödlichen Bomben kommen; ein Obsthändler, tot zwischen seinen Fruchtkörben liegend, zerschossene Häuser, bombardierte Ortschaften.

Es sind Bilder, die man auch täglich im Fernsehen sieht und doch ist dieser Krieg für uns weit weg. Faki gelingt es, das Grauen für einen Moment auch in Falkensee spürbar zu machen.

Über die aktuelle Situation der kurdischen Bevölkerung im syrisch-türkischen Grenzgebiet berichtete der Falkenseer Arzt Rassoul Faki in der Begegnungsstätte B 80. „Afrin – Völkermord und aktuelle humanitäre Lage hunderttausender Binnenflüchtlinge“ nennt er, selbst syrischer Kurde, der seit Jahrzehnten in Falkensee lebt und praktiziert, seinen Vortrag.

Der Arzt hat enge Kontakte zur kurdischen Bevölkerung, insbesondere in die Region Afrin, in der er geboren wurde und in der Teile seiner Familie nach wie vor leben.

Olivenhaine gerodet, um Schutz zu gewähren

Es ist eine gebirgige Region, in der vor dem Bürgerkrieg zwischen 50 000 und 80 000 Menschen lebten – heute sind es etwa 1,2 Millionen. Die Hälfte von ihnen sind syrische Binnenflüchtlinge, erzählt Faki den rund 60 Zuhörern. Er präsentiert Fotos, die zum Teil erst wenige Tage alt sind und macht den schwierigen Alltag der Menschen anschaulich.

Seit Ausbruch des Krieges in Syrien 2011 habe die Bevölkerung in der Region Afrin zunächst Mengen von Flüchtlingen aufgenommen und in ihren Häusern und Wohnungen beherbergt. Afrin habe sogar seine wertvollen Olivenhaine gerodet, um Schutz zu gewähren.

Seit 2013 sei die Region ohne Strom, und die Stadt Afrin beherberge inzwischen mehr Flüchtlinge als sie Einwohner habe. Mit den Angriffen der türkischen Armee, die die ethnische Säuberung und damit die Auslöschung kurdischen Lebens zum Ziel hätte, sei der Krieg nun auch mit voller Wucht nach Afrin gekommen, so der Chirurg.

Die Nato unternimmt nichts

Er ergreift Partei für seine Heimat und sein Volk, aber er bleibt sachlich, das verleiht seinen Worten besondere Glaubwürdigkeit. Er sieht auch die Fehler, die die Kurden machen und weiß um die Uneinigkeit bei der Verfolgung ihrer Ziele. Während einige kurdische Gruppen nach Unabhängigkeit strebten, gehe es anderen nur darum in Frieden zu leben und die gleichen Rechte wie Türken oder Syrer zu haben.

Dennoch klagt er den systematischen Völkermord der Türkei an und fordert ein Ende der Kampfhandlungen. „Ich kann nicht verstehen, warum die europäische Gemeinschaft und die Nato nichts gegen die Angriffe unternehmen“, so Faki.

Rassoul Faki kämpft für sein Volk. Er sucht Aufmerksamkeit, um weiter helfen zu können. Er setzt sich seit Jahren unermüdlich ein, um in seiner Heimatstadt die medizinische Versorgung zu unterstützen. Es ist das Einzige, was er zur Zeit für Afrin tun kann.

Von Tanja M. Marotzke

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