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Havelland TGZ-Unternehmer drohen, Rathenow zu verlassen
Lokales Havelland TGZ-Unternehmer drohen, Rathenow zu verlassen
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00:17 08.10.2016
Christian Schneeweiß verlässt Rathenow, wenn die Stadtverwaltung ins TGZ einzieht. Quelle: Uwe Hoffmann
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Rathenow

Wenn die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Teilen in das Technologie- und Gründerzentrum einziehen müssen, weil der Bürgerentscheid zum Erhalt des Verwaltungsstandortes Berliner Straße 15 scheitert, dann müssen im TGZ einige Unternehmer aus ihren Räumen hinaus. Christian Schneeweiß kann sich damit nicht wirklich anfreunden und macht unmissverständlich klar: „Wenn wir wegen des Einzugs der Stadtverwaltung ins TGZ die Kündigung unseres Mietvertrages erhielten, würden wir auch Rathenow verlassen. Ein Ersatzbüro, beispielsweise irgendwo in der Stadt, käme für uns nicht in Frage.“

Seit einem Jahr im TGZ

Seit gut einem Jahr ist die Firma Mieter von Büroräumen im TGZ. Schneeweiß: „Rathenow liegt in der Mitte von Deutschland. Von hier aus organisiert unsere Firma den Vertrieb, beantwortet Anfragen und erledigt Post.“ Die Firma vertreibt europaweit Zahlungssysteme, unter anderem für die Gastronomie und für Schiffe. Das sind tragbare Geräte, wie man sie beispielsweise im Zugverkehr kennt aber auch Kassenautomaten. „Am Standort Rathenow sind fünf Mitarbeiter beschäftigt. Im Berliner Büro, wo ein Schaugeschäft eröffnet werden soll. sind es neun weitere“, so Schneeweiß weiter.

Ende Juni kam der erste Hinweis

Ende Juni erhielt die Firma, deren Geschäfte Schneeweiß führt, wie alle Mieter im Technologie- und Gründerzentrum Havelland ein Schreiben, in dem die mögliche rechtzeitige Kündigung bis zum Ablauf des ersten Quartals 2017 angekündigt wurde. Die Kündigung ist allerdings noch nicht erfolgt. Einen befristeten Mietvertrag wurde von den betroffenen Mietern abgelehnt. „Hier im TGZ kann man sich flexibel und unkompliziert erweitern“, nennt Christian Schneeweiß Vorteile im TGZ. „Ich kann auch vorhandene Strukturen wie einen Besprechungsraum nutzen.“ Zudem bietet das TGZ günstige Mietbedingungen. Auf Grund der eingetretenen Planungsunsicherheit wegen der möglichen Kündigung durch das TGZ hat die Firma Pläne zur Erweiterung zunächst auf Eis gelegt. Eigentlich sollten fünf neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Das TGZ Havelland – kommt hier die Stadtverwaltung Rathenow mit einem Teil der Mitarbeiter hinein? Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Im TGZ sind derzeit 18 Firmen ansässig, die größte ist die Firma optotec GmbH. Knapp 70 Prozent der 3450 Quadratmeter Nutzungsfläche sind vermietet. „Die Auslastung des TGZ lag in den letzten Jahren immer zwischen 60 und 90 Prozent. Mit der derzeitigen Auslastung arbeitet das TGZ, ohne Berücksichtigung des noch laufenden Kreditvertrages, seit 2011 kostendeckend“, sagt Norbert Heise. Er ist seit 2011 TGZ-Geschäftführer. Die Stadt hat Heise den Auftrag erteilt, bis Ende März 2017 alles vorzubereiten, damit alle Räume in Haus 1 (außer der Kantine) und zwei Etagen in Haus 2 leer sind. und der Stadtverwaltung zur Verfügung stehen. „Neuvermietungsverträge konnte ich so, trotz zweier Interessenbekundungen, nicht mehr abschließen.“

1700 Quadratmeter für die Stadt

Diese Räume – insgesamt 1700 Quadratmeter inklusive einer der vier Werkstätten – würden möglicherweise künftig von der Stadtverwaltung mit 40 Mitarbeitern genutzt. Das Argument der Befürworter eines Rathaus-Umzuges in das TGZ und in einen weiteren Standort in der Berliner Straße 74, diese Firmen, denen gekündigt wird, könnten in andere TGZ-Räume ziehen, kann Heise nicht nachvollziehen: „Nur eine der sechs Firmen, denen ich kündigen müsste, könnte in Haus 3 umziehen. Die fünf anderen müssten das TGZ verlassen.“ Heise weiter: „Ich möchte keine „dritte Front“ im Bürgerbegehren eröffnen. Aber meine Aufgabe ist es, mich um meine Mieter im TGZ zu kümmern.“

Investor will ein vermietetes Rathaus

Ärger droht inzwischen auch an einer anderen Front. Der Investor, der das Askania-Fielmann-Areal in der Berliner Straße erwerben will, wies jetzt darauf hin, dass man mit Interesse den Bürgerentscheid verfolge, um im Ergebnis belastbare Kaufverhandlungen mit der Fielmann AG führen zu können. Für den Erwerb der Askania-Immobilie seien inzwischen wesentliche Voraussetzungen geschaffen worden. Viele Hindernisse wurden aus dem Weg geräumt. Dies sei insbesondere auch mit Unterstützung der Ministerien geschehen. In dem Zusammenhang erinnert Christian Wernicke von der Investorengruppe an eine Aussage vom Sommer: „Es macht für die Kaufverhandlungen einen großen Unterschied, ob zum Paket ein voll vermietetes Rathaus gehört oder ein leer stehender Bürokomplex.“

Von Uwe Hoffmann

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