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TSV Chemie erhält Bundesstützpunkt Bowling

Premnitz TSV Chemie erhält Bundesstützpunkt Bowling

Das Bundesministerium des Innern hat bestätigt, dass in Premnitz ein Bundesstützpunkt für die Sportart Bowling aufgebaut wird. Es wird der erste Bundesstützpunkt einer nichtolympischen Sportart in ganz Deutschland sein. Bowling-Sportler des TSV Chemie Premnitz haben in den letzten Jahren bei Welt- und Europameisterschaften 40 Medaillen geholt.

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Bundestrainer Peter Lorenz mit Tina Hulsch, die vor wenigen Wochen in Wien Europameisterin geworden ist.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Noch steht nicht fest, wo die Olympischen Spiele 2024 stattfinden. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass bei diesem Großereignis Sportler des TSV Chemie Premnitz mit dabei sein werden, hat sich gerade erheblich erhöht. Das Bundesministerium des Innern hat vor wenigen Tagen bestätigt, dass in der kleinen Stadt Premnitz ein Bundesstützpunkt für die Sportart Bowling aufgebaut werden soll. Es wird in ganz Deutschland der erste Bundesstützpunkt sein, den eine – bislang noch – nichtolympische Sportart bekommt.

Bowling-Bundestrainer Peter Lorenz, der auf der Super-Bowl-Bahn an der Bunsenstraße in Premnitz seinen Tätigkeitsschwerpunkt hat, ist fest davon überzeugt, dass sein Sport 2024 olympisch sein wird. „Das ist unsere Vision“, teilt er mit, „und durch die Einrichtung des Bundesstützpunktes in Premnitz ist jetzt genug Vorlauf geschaffen worden, damit wir bei Olympia gut aussehen können.“ Dass die Experten im Bundesinnenministerium das ähnlich sehen, lässt sich an der Vergabe des Bowling-Stützpunktes erkennen.

Bei Welt- und Europameisterschaften fast 40 Medaillen geholt

Sportler des TSV Chemie und solche, die in Premnitz trainieren, haben bei Welt- und Europameisterschaften im Bowling fast 40 Medaillen geholt, berichtet Peter Lorenz. Das sei ein Ergebnis der guten Jugendarbeit, nachdem Premnitz 1992 zum Landesstützpunkt für den Nachwuchs erklärt worden war. 1996 wurde Peter Lorenz zum Bundestrainer berufen. Als größte Erfolge nennt er den Sieg von Tobias Gäbler bei den World Games 2001 in Japan, den zweiten Rang von Kai Günther bei den Weltmeisterschaften 2008 in Thailand und die Bronzemedaille von Tina Hulsch 2008 bei der Junioren-WM in den USA. 2015 holte Andreas Gripp bei der EM in Dänemark Bronze. Bis auf Tina Hulsch, die beim BSRK Brandenburg Mitglied ist, gehören die genannten Sportler zum TSV Chemie. Sie trainiert seit ihrer Kindheit aber schon in Premnitz und wurde im Juni in Österreich gerade Europameisterin.

Mit der Zuweisung eines konkreten Finanzbudgets ist der Bundesstützpunkt allerdings nicht verbunden. Peter Lorenz berichtet von vielen Partnern, die auf verschiedenste Weise Unterstützung geben, und zeigt sich hochmotiviert, die Qualität des Bowling-Trainings für den Spitzenbereich und den Nachwuchs auf eine neue Stufe zu heben. Dessen Herzstück soll ein Seminar- und Analysezentrum gleich neben der Premnitzer Bowlingbahn werden. Die Athleten werden beim Werfen gefilmt und erhalten anschließend per Zeitlupendiagnose eine Bewertung ihrer Technik. Die Video-Datei gibt’s mit nach Hause. Rund 60 Nationalkader in den Bereichen U 18, U 23 und Erwachsene haben in Premnitz ihren Anlaufpunkt. Peter Lorenz will sie künftig möglichst alle einmal im Quartal zu sich holen und die Zahl der Mehrtageslehrgänge für Athleten und Trainer deutlich erhöhen.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Super-Bowl-Bahn in Premnitz dem internationalen Standard entspricht. Sie wurde 1995 gebaut und hat 2012 eine Oberflächenerneuerung bekommen. Die Bahnpflegemaschine ist computergesteuert. Sie reinigt die Laufwege und ist in der Lage, den erforderlichen Ölfilm auf der Bahn nach vielen verschiedenen Mustern aufzutragen, so dass keine Wünsche der Experten offen bleiben.

Am 16. September wird der Bundesstützpunkt in Premnitz eröffnet

Am Freitag, dem 16. September, wird der Bundesstützpunkt in Premnitz mit Sportlern, Trainern, Unterstützern und Ehrengästen eingeweiht. Am Mittwochabend hat Peter Lorenz das Projekt im Ausschuss für Soziales und Finanzen der Stadt vorgestellt. Seine Ausführungen hat er indes nicht mit einer konkreten Forderung verknüpft. Ihm sei es wichtig, in der Stadt einen direkten Weg zu den Verantwortlichen zu haben, erklärte er. Wenn sich dann jemand finde, der bei Bedarf eine Tür öffnen könne, wäre ihm sehr geholfen.

Der Bundestrainer berichtet von einem umfangreichen Netzwerk, auf das er sich stützen kann. Der Deutsche Kegler- und Bowlingbund und die Deutsche Bowling-Union gehören dazu, der Deutsche Olympische Sportbund und der Landessportbund Brandenburg auch, die Uni Potsdam und der Olympiastützpunkt Potsdam ebenfalls, natürlich der Landkreis Havelland, die Stadt Premnitz und nicht zuletzt der TSV Chemie. Nun ist also auch das Bundesinnenministerium mit im Boot und die Landesregierung Brandenburg ebenfalls. Von ihr hatte das Ministerium vor seiner Entscheidung eine letzte Stellungnahme angefordert. Das damit beauftragte Potsdamer Bildungs- und Sportministerium beurteilte einen Bowling-Bundesstützpunkt in Premnitz positiv, was am Ende den Ausschlag gab. „Jetzt zahlt sich unsere Arbeit der letzten Jahre aus“, sagt Peter Lorenz, „nun werden wir das ganze vorhandene Bowling-know how in Premnitz bündeln.“

Von Bernd Geske

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