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Tablets servieren grandioses Hintergrundwissen

Rathenow Tablets servieren grandioses Hintergrundwissen

Das Kulturzentrum Rathenow führt für das Optik-Industrie-Museum in seinem Dachgeschoss jetzt mobile Tablet-PCs ein, die den Besuchern zahlreiche Zusatzinformationen zu den Exponaten und auch der Stadt liefern. Das Programm ist genauso gegliedert wie die Ausstellung. Es gibt viele vertiefende Texte, Grafiken, Fotos und Videos.

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Bettina Götze, Geschäftsführerin des Kulturzentrums, mir einem der neuen Tablet-PCs im Museum.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Der große Vorteil von elektronischen Speichermedien gegenüber den altbekannten Erzeugnissen aus Papier ist die Fähigkeit, schier unendliche Mengen von Informationen auf kleinstem Raum leicht abrufbar ablegen zu können.

Das Optik-Industrie-Museum des Kulturzentrums, das naturgemäß die Vergangenheit im Fokus hat, richtet den Blick jetzt auf die Zukunft, indem es seinen Besuchern ein Angebot aus dem Bereich der erweiterten Realität (englisch: augmented reality) zur Seite stellt. Träger des Ganzen sind kleine Tablet-PCs, deren Gedächtnis mit Fakten gefüttert wird, mit denen die im Museum angebotenen Informationen über Exponate und Stadt ergänzt und vertieft werden.

Sturzfest, abwaschbar und immer freundlich – so stellen sich die Flachmänner den Nutzern dar. Um auch für Schulklassen und andere Gruppen gewappnet zu sein, hat das Kulturzentrum 25 Stück eingekauft. Die Tablets enthalten Informationen in Textform, als Grafik und Fotos, aber auch Videos sind abrufbar. Damit einer den anderen nicht stört, gehören Kopfhörer mit zum Paket.

Für Kindergruppen ist der Besuch im Optikmuseum immer ein Höhepunkt

Für Kindergruppen ist der Besuch im Optikmuseum immer ein Höhepunkt.

Quelle: S. Wetzel/Kulturzentrum

Der „Multimediaguide“, so der offizielle Name, hat für seine Informationen die gleiche Struktur, die auch das Optikmuseum hat. Auch die Bildchen mit Wiedererkennungswert für die einzelnen Themenkreise sind genau die gleichen. Die Besucher können, so wie sie wollen, sich per Wisch und Fingertipp durch das Menü bewegen. Der besondere Pfiff des Ganzen ist aber, dass die Tablets an rund 30 Stellen im Museum automatisch per Funk mit kleinen Sendern kommunizieren, die den Geräten signalisieren, dass sie sich gerade an einem interessanten Exponat befinden.

Bei Johann Heinrich August Duncker etwa, dem Begründer der optischen Industrie in Rathenow, gibt es zum Beispiel drei: die Vielschleifmaschine, Duncker und seine Nachfahren sowie Stadt der Optik heute. Kleine Besonderheiten: Bei der Geschichte Rathenows kann zum Thema Sankt-Marien-Andreas-Kirche eine Audio-Datei mit ihren läutenden Glocken abgerufen werden. Ausführlich wird dargestellt, wie der kleine Leuchtturm von der Mole in Warnemünde vor zehn Jahren nach Rathenow kam. Die Fielmann AG hat bereits einen Film mit ihrem offiziellen Firmenporträt zur Verfügung gestellt.

Interaktiver Stadtplan mit Firmen der Optik und Feinmechanik

Im Aufbau befindet sich derzeit noch ein interaktiver Stadtplan, auf dem die Interessierten antippen können, wo in der Stadt sich die heutigen Firmen von Optik und Feinmechanik befinden. Die Unternehmen sind gegenwärtig gerade aufgerufen, dem Optikmuseum Firmenporträts zur Verfügung zu stellen. Und man beachte: Auch hier darf das Material ruhig etwas ausführlicher sein, denn auf dem Speicherchip ist ausreichend Platz. Eine Firma aus Leipzig hat das Programm fürs Museum erstellt. Im Juni soll es mit einer Testgruppe den ersten Probelauf geben. Dann wird das Kulturzentrum mitteilen, ab wann die Tablets im Einsatz sind.

Als Sprachen sind neben Deutsch noch Englisch, Französisch und Russisch vorgesehen. Die Geräte sollen auch offline – also ohne direkten Museumskontakt – genutzt werden können. Auf der Internetseite des Kulturzentrums wird man das wachsende Hintergrundwissen aber nicht abrufen können. Neben dem normalen Menü für die Erwachsenen wird es auf den Tablets noch eines für Kinder mit Rätseln, kleinen Animationen und lustigen Überraschungen geben.

Die „Schlaumeier-Safari“ für Schulkinder ist überarbeitet worden

Speziell für Kinder hat das Optik-Industrie-Museum jetzt auch seine „Schlaumeier-Safari“ überarbeiten lassen. Unter dieser Bezeichnung gibt es schon seit längerer Zeit einen Fragebogen, mit dem Kinder durch das Museum ziehen und ihr Wissen testen können. Im Rahmen eines Praktikums hat kürzlich die Lehramtsstudentin Annabelle Grünberg aus Rathenow die „Schlaumeier-Safari“ aktualisiert, ein bisschen modernisiert und – was neu ist – für drei verschiedene Altersbereiche präzisiert: 1. und 2. Klasse, 3. und 4. Klasse sowie 5. und 6. Klasse. Auf der Internetseite des Kulturzentrums stehen die Frageblätter zum Herunterladen bereit. Seiten mit Antworten gibt es dazu auch – aber zum Herunterladen nicht.

Wie Bettina Götze, die Geschäftsführerin des Kulturzentrums, berichtet, haben das Optikmuseum wie auch das ganze Haus einen besucherstarken Jahresanfang erlebt. Im Museum sind bislang 520 Besucher gezählt worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 440 gewesen. Bei den Veranstaltungen im Kulturzentrum sind dieses Jahr bisher 3900 Gäste in die Statistik eingegangen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres sind es 3700 gewesen. Die Verantwortlichen des Kulturzentrums hoffen und wünschen nun, dass die Besucherzahlen des Optik-Industrie-Museums noch einmal etwas höher werden, wenn sie in naher Zukunft mit den Tablets werben können.

Von Bernd Geske

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