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Tafelladen braucht dringend ein neues Fahrzeug

Rathenow Tafelladen braucht dringend ein neues Fahrzeug

Die Rathenower Tafel versorgt gegenwärtig im Westhavelland 520 Menschen in 280 Haushalten mit Lebensmitteln, die Märkte in Rathenow und Premnitz gespendet haben. Täglich außer sonntags werden die Spenden von der Tafel mit einem Kühlfahrzeug abgeholt. Jetzt braucht der Verein dringend ein neues Fahrzeug, weil das alte ständig repariert werden muss.

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Beim Zusammenstellen der mobilen Tafel-Tour nach Nennhausen, von links Sandra Schubert, Rüdiger Gritzko, Britta Brüggemann und Henriette Meier-Ewert.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Nur am Sonntag, da dürfen auch die Helfer der Rathenower Tafel ruhen. An allen anderen Tagen sind sie zu den Märkten in Rathenow und Premnitz unterwegs, um die gespendeten Lebensmittel abzuholen, die noch gut sind, aber nicht mehr in den offiziellen Verkauf der Geschäfte gegeben werden. Das schwächste Glied in dieser Kette ist nicht etwa ein Mensch, sondern eine Maschine.

„Wir brauchen unbedingt ein neues Fahrzeug“, sagt Henriette Meier-Ewert, die Vorsitzende des Vereins, „es muss ein Kühlfahrzeug sein, weil das so vorgeschrieben ist.“ Der gegenwärtig genutzte Transporter habe bereits 115 000 Kilometer auf dem Tacho und müsse ständig repariert werden, was die Eigenmittel des Vereins arg strapaziere. Ausfallen dürfe er nicht. „Kein Auto, keine Tafel“, zitiert die Vorsitzende eine einfache Regel. Darum war es eine große Freude für alle Mitstreiter, dass ihr Antrag auf eine finanzielle Zuwendung aus der PS-Lotterie der Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) berücksichtigt worden ist. Vor wenigen Tagen konnte Henriette Meier-Ewert einen Scheck über 6 200 Euro in Potsdam in Empfang nehmen. Das allerdings ist nicht einmal die halbe Lösung.

Die Schätzung, was ein neues Fahrzeug kostet, hat 18 000 Euro ergeben

Die Abschätzung, was ein neues Fahrzeug kosten würde, hat rund 18 000 Euro ergeben, berichtet die Chefin. Sie habe aber auch noch einen Antrag an das Unternehmen Lidl gerichtet, das ein Kooperationspartner des Bundesverbandes der Deutschen Tafeln ist, teilt sie mit: „Wir hoffen, dass der Antrag berücksichtigt wird.“ Bis zum Herbst soll die Entscheidung fallen. Sie sei optimistisch, dass dann ein neues Kühlfahrzeug gekauft werden kann.

Die Rathenower Tafel versorgt gegenwärtig 520 Menschen aus 280 Haushalten mit bestimmten Lebensmitteln. Die Brotspenden reichen. Obst und Gemüse könnte mehr sein. Kartoffeln gibt es fast gar nicht. Eier sehr selten. Wurst nur wenig und Fleisch überhaupt nicht. Die Menge der gespendeten Milchprodukte ist in letzter Zeit zurück gegangen. An haltbare Sachen wie Mehl, Zucker, Reis und Nudeln ist nicht zu denken. Getränke fast immer eine Fehlanzeige. „Wir kaufen nichts ein“, korrigiert Henriette Meier-Ewert einen möglicherweise existierenden Irrtum. „Es sollte allen Kunden klar sein, dass die deutschen Tafeln gemäß ihren Satzungen nur die Lebensmittel ausgeben können, die sie gespendet bekommen.“ Der Gedanke sei, zu verhindern, dass Lebensmittel weggeworfen werden.

Der Rathenower Tafelladen, am Körgraben 1h, hat Dienstag, Donnerstag und Freitag von 13.30 bis 15 Uhr und Sonnabend von 11.30 bis 13 Uhr geöffnet. Die Außenstelle in Premnitz hat am Mittwoch von 14 bis 15.30 Uhr offen. Als mobile Tafel fährt das Kühlfahrzeug montags bzw. mittwochs nach Nennhausen und Rhinow. Ein- und Zwei-Personen-Haushalte dürfen die Tafel einmal pro Woche aufsuchen und zahlen dafür zwei Euro. Haushalte mit drei und mehr Personen dürfen zweimal die Woche kommen und zahlen dafür jeweils drei Euro.

Der Verein Rathenower Tafel

Der Verein Rathenower Tafel ist im Oktober 1998 gegründet worden.

Er hat gegenwärtig 15 Mitglieder.

Die Vorsitzende ist Henriette Meier-Ewert, stellvertretende Vorsitzende Petra Dombrowski.

In Deutschland gibt es derzeit 925 Tafeln.

Eingesammelt werden gespendete Lebensmittel, die von den Märkten nicht mehr in den Verkauf gegeben werden.

Als Trend der letzten Zeit hat sich gezeigt, dass der Anteil von Flüchtlingen erheblich zugenommen hat. Etwa die Hälfte aller Menschen, die zur Tafel kommen, hat einen solchen Hintergrund. „Uns ist die Herkunft völlig egal“, betont Henriette Meier-Ewert. Wer eine entsprechende Bescheinigung vom Sozialamt vorweisen können, werde natürlich bedient. Allerdings hat sich die Tafel Merkzettel in diversen Fremdsprachen zugelegt, die auf Russisch, Arabisch, Farsi und noch mehr Sprachen erklären, wie das mit der Tafel funktioniert.

Seit vielen Jahren schon stützt sich die Rathenower Tafel auf die Hilfe von sechs Ehrenamtlichen. Zwei Ein-Euro-Kräfte sind derzeit dort tätig und auch zwei Bundesfreiwilligendienstleistende, kurz Bufdis genannt. „Wir würden gerne mehr Bufdis nehmen“, bekennt Henriette Meier-Ewert, „händeringend suchen wir welche mit Führerschein.“ Denn – wie gesagt – das Kühlfahrzeug müsse immer laufen.

Von Bernd Geske

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