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Trauer, Erinnerungen und tröstende Lieder

Tag der Heimat im Rathenower Lutherhaus Trauer, Erinnerungen und tröstende Lieder

„Vertreibungen sind Unrecht, gestern wie heute“ – das Motto des diesjährigen Tags der Heimat war aktuelle denn je. Kein Wunder also, dass bei der Veranstaltung im Rathenower Lutherhaus immer wieder Bezug genommen wurde auf die derzeitige Flüchtlingssituation.

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Der Chor der Volkssolidarität weckte mit seiner Darbietung Heimatgefühle.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Auf den ersten Blick war alles wie immer, am Tag der Heimat, zu dem am Freitag der Rathenower Gebietsverband des Bundes der Vertriebenen wie in jedem Jahr ins Lutherhaus geladen hatte. Aber nur auf den ersten Blick. Denn schon ein Schwenk zur Bühne machte klar, dass nicht alles war wie in den Vorjahren. Ein schwarzgerahmtes Foto von Herbert Kapahnke erinnerte an den langjährigen Rathenower BdV-Vorsitzenden, der vor gut einem Monat plötzlich und unerwartet gestorben war. An die Verdienste Kapahnkes erinnerten dann auch die Festredner. Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) lobte das große Engagement Kapahnkes, der sich unermüdlich für die Belange der Vertriebenen engagiert habe. Und Vize-Landrat Roger Lewandowski sagte, der Tod Kapahnkes hinterlasse eine große Lücke, die zu füllen eine große Aufgabe sei.

Vorbildlich: Versöhnung statt Spaltung

Nach diesen persönlichen Worten wandten sich beide Redner dem Motto des Tags der Heimat in diesem Jahr zu: „Vertreibungen sind Unrecht – gestern wie heute“. Dieses Motto sei vor dem Hintergrund der weltweiten Flüchtlingsbewegung aktueller denn je, sagte Gorholt. Wie nach dem Ende des 2. Weltkriegs vor 70 Jahren seien heute Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und sich auf eine ungewisse Zukunft einzustellen. „Ihnen hier im Saal, den Vertriebenen, ist es damals gelungen, den schweren Neubeginn zu meistern“, wandte sich der Staatssekretär direkt an die Gäste. Nicht Hass und Aggression seien Leitlinien bei diesem Neuanfang gewesen, sondern Verständigung und Versöhnung. Dieses Verhalten könne und müsse Vorbild sein bei dem Versuch, die Menschen, die heute Zuflucht fern der Heimat suchten, zu integrieren. Roger Lewandowski sagte, zum Publikum gewandt: „Sie wissen am besten, wie es sich anfühlt, die Heimat zu verlieren und sich in der Fremde zurechtfinden zu müssen.“ Dies sei den Vertriebenen nach dem Weltkrieg gelungen, und das wecke die Zuversicht, die Situation auch heute meistern zu können.

Dass in der Fremde die Erinnerung an die verlassene Heimat den Schmerz zu lindern vermag, ist nur allzu bekannt. Und dass Lieder diese Erinnerung wachhalten können, ebenso. In diesem Sinne wirkte der Chor der Volkssolidarität, geleitet von Christel Förster. Die Damen stimmten Lieder an, welche die Anwesenden zurückführten in das Land ihrer Väter und das Reich ihrer Kindheit. Kein Wunder, dass beim „Pommernlied“, beim „Ännchen von Tharau“ oder beim „Land der dunklen Wälder“ mitgesungen wurde. Dass niemand dazu ein Textheft brauchte, versteht sich von selbst.

Von Markus Kniebeler

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