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Tagespflege in Ketzin geplant

Betreuung Tagespflege in Ketzin geplant

In Ketzin sind Wohngemeinschaften für an Demenz erkrankte Menschen geplant. Die Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH will das Angebot schaffen und somit pflegende Angehörige entlasten.

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Cordula Marianne Shmygun, Emil Kunsch und Thea Hoedt (v.l.) vor der „Blauen Kachel“ in Ketzin/Havel.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Für die pflegenden Angehörigen von Demenzkranken in der Stadt Ketzin/Havel und in den Ortsteilen ist Unterstützung in Sicht. Das Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH wird in der Ketziner Plantagenstraße 11a, ortsbekannt als „Blaue Kachel“, eine Tagespflegestation für Demenzkranke einrichten. „Der Bedarf in der Stadt und in den Ortsteilen ist groß. Es gibt für eine solche Einrichtung eine Warteliste von Einwohnern, die ihre an Demenz erkrankten Angehörigen pflegen“, sagte Cordula Marianne Shmygun, Standortleiterin Wustermark/ Ketzin/Havel der Wohnen und Pflege GmbH.

Getreu den Prinzipien der GmbH, dass ambulante vor stationäre Pflege gehe und die zu Pflegenden möglichst in ihrem gewohnten Umfeld bleiben sollten, könnten in der neuen Einrichtung ab Anfang nächsten Jahres auf 170 Quadratmeter Wohnfläche mitten im Stadtzentrum zwölf Demenzkranke je nach Bedarf bis zu acht, in Ausnahmefällen auch bis zu zehn Stunden, von Pflegekräften betreut werden. Auch die täglichen Fahrten würden den Angehörigen abgenommen, die übernimmt der Fahrdienst. Schon jetzt gebe es in Ketzin/Havel eine Warteliste für 20 solcher Tagespflegeplätze und der Bedarf wachse weiter, auch dadurch, dass immer mehr Bürger in das Berliner Umland ziehen und ihre pflegebedürftigen Angehörigen mitbringen, sagte die Standortleiterin.

Neben der Tagespflege im Erdgeschoss wird in die erste Etage die Sozialstation einziehen, die erst im vergangenen Jahr in der Breitscheidstraße neu eröffnet wurde. Hier soll es auch niederschwellige Betreuungsangebote geben, wie Cordula Marianne Shmygun, was Spiele, Beratungen, unter anderem für Diabetiker, Treffs mit Seniorengruppen oder Ernährungsberatung umfasst. In der zweiten Etage stehen künftig zwei Wohnungen für Mitarbeiter zur Verfügung und in der Remise auf dem Hof ist eine barrierefreie Übergangswohnung für Pflegebedürftige im Bau. Allen steht künftig der Garten hinter dem Objekt, gestaltet als so eine Art Minipark, für den Aufenthalt im Freien zur Verfügung.

„Eigentlich sollten in diesem Haus sechs Zweiraumwohnungen entstehen, das Konzept war fertig und die Baugenehmigung erteilt“, sagte Emil Kunsch, Eigentümer des Objektes und Bauunternehmer, der auch den Ausbau finanziert. Aber das Konzept und das soziale Anliegen für die Betreuung der Wohn und Pflege GmbH hätten ihn so überzeugt, dass er sich entschlossen habe, für die beiden unteren Etagen das Baukonzept neu zu erarbeiten, sagte er vor Ort auf der Baustelle.

„Die Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege des Seniorates hat sich Gedanken gemacht, wie pflegebedürftige Ketziner selbstbewusst und möglichst im gewohnten Lebensumfeld ihren Lebensabend gestalten könnten, deshalb haben wir dieses Vorhaben von Anfang an unterstützt“, sagte Thea Hoedt, Vorsitzende des Seniorenrates. Das der stadtbekannte Name „Blaue Kachel“, eine ehemalige Gaststätte, beibehalten werde, sei ein Vorschlag des Seniorenrates, merkte sie an.

„Wegen des hohen Bedarfs suchen wir in Ketzin/Havel weitere Häuser oder Wohnungen mit mehreren Zimmern für ambulante Pflegeplätze Demenzkranker aber auch für Wohngemeinschaften, in denen jeder sein eigenes Zimmer hat, es aber auch Gemeinschaftsräume gibt“, merkte die Standortleiterin an.

In diesen Wohngemeinschaften betreue ein Pflegedienst die Bewohner und eine so genannte Kümmerin erledige die organisatorischen Angelegenheiten. Es sei erfreulich, dass die Sozialstation im Ketziner Stadtzentrum bereits zwei Objekte auf ihre Eignung für Wohngemeinschaften prüfen könne, so Cordula Marianne Shmygun.

Von Wolfgang Balzer

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