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Havelland Tangoüberraschung in Kleßen
Lokales Havelland Tangoüberraschung in Kleßen
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16:01 28.02.2016
Bandoneon-Star Cesare Chiacchiaretta im Schloss Klessen. Quelle: Marlies Schnaibel
Klessen

Ein Hauch Oscar-Preisverleihung lag über den Havelländischen Musikfestspielen, als sie am Sonnabend zur Eröffnung ihrer 16. Saison ins Schloss Kleßen luden. Nämlich mit Musik des Argentiniers Luis Bacalov, der für seine Filmmusik zu „Der Postmann“ 1996 Oscar-prämiert wurde. Und den Havelland-Oscar haben sich an dem Nachmittag Cesare Chiacchiaretta und Philip Arlia verdient. Mit Bandoneon und Klavier begeisterten sie ihr Publikum auf bisher ungewohnte Weise, vier Zugaben stehen dafür.

Dabei hatte das Konzert mit einiger Skepsis begonnen. „Tango zum Auftakt der Konzertreihe, die sonst so klassisch ausgerichtet ist?“, hatte sich nicht nur Hausherrin Sabine Thiedig gefragt. Auch andere Besucher waren eigentlich nicht wegen des Tangos gekommen, gestanden sie. Wie Helga und Burkhard Schmidt aus Premnitz. Das Rentnerehepaar war im vergangenen Jahr zu Besuch im Garten und im Schloss. „Wir waren begeistert von dem Ort“, erzählte Helga Schmidt, „da wollten wir das Schloss auch mal mit Musik erleben.“

Aber so wie sie wurden am Sonnabend in Kleßen offensichtlich alle Zuhörer, unter ihnen auch privat Bundesministerin Johanna Wanka, zu Tangofans gemacht. Dafür sorgte das Spiel der beiden italienischen Spitzenmusiker, die weltweit agieren und vom Pianisten Frank Wasser für das Havelland entdeckt worden waren. Freunde des klassischen Klaviers wurden durch Filippo Arlia auf höchstem Niveau unterhalten. Zentrum des Projektes „Duettango“ ist jedoch Cesare Chiacchiaretta mit seinem Bandoneon. Das Instrument verleiht dem Tango bis heute seinen markanten Ton und wird in Südamerika als beste deutsche Erfindung gepriesen. Geheimnisvoll, lieblich, fordernd, wehmütig – es kann bei Chiacchiaretta alles sein. Wenn der Tango eine dunkle Seite hat, dann wurde sie bei Duettango aufs Glänzendste gespielt. Draußen schien die Sonne auf märkische Schneeglöckchen, drinnen konnte die Fantasie der Zuhörer sich in den Straßen von Buenos Aires verlieren. Werke von Astor Piazzolla, darunter die berühmten „Oblivion“ und „Violentango“, erklangen neben Stücken von Luis Bacalov und von Carlos Gardel, dem Tangokönig aus Toulouse, der in Argentinien aufwuchs.

Das Ganze wurde zu einem furiosen Auftakt der Musiksaison im Havelland. Und auch zu einem bewegenden Beginn für Madleen Fox, der neuen Geschäftsführerin der Havelländischen Musikfestspiele. Ihr und der Konzertreihe wünschte Schirmherr Burkhard Schröder viele Besucher, der Landrat erinnerte an die mühsamen Anfänge der Musikfestspiele, die auch dank der Unterstützung der Landkreise Havelland und Potsdam-Mittelmark so gewachsen sind. Und er dankte all den Gastgebern in märkischen Schlössern, die ihr Haus für die Besucher öffnen.

Denn neben der exquisiten Musik haben die Besucher sichtlich auch das stilvoll eingerichtete Haus genossen. Die Blumenarrangements sind legendär und waren am Sonnabend bei den Damen Fotomotiv Nummer 1. „Da bekomme ich gleich Lust, so einen Tulpenstrauß zu malen“, freute sich Hannelore Bräuning aus Nauen. Sie war am Sonnabend direkt von einem Malkurs nach Kleßen gekommen. Das Dorf kannte sie vom Sommerfest des vergangenen Jahres. Mit einer Premiumkarte für den Besuch aller Konzerte ausgerüstet, genoss sie am Sonnabend die Tangomusik. Auch sie gestand nach dem Konzert: „Zu einem Tangoabend wäre ich ansonsten wohl nicht gefahren, aber so bin ich überrascht und begeistert.“ Kleßen war wieder einmal anregend auf vielerlei Art.

Von Marlies Schnaibel

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