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Taucher gehen Nymphensee auf den Grund

Brieselang Taucher gehen Nymphensee auf den Grund

Der Brieselanger Nymphensee bietet mit seinen sechs Metern Tiefe, einer Sichtweite von über fünf Metern und seinem vielseitigen Unterwasserbewuchs und Fischbestand optimale Bedingungen zum Tauchen. Das erkannten vor 25 Jahren auch einige Spandauer.

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Soooo groß ist der Wels, der im Brieselanger Nymphensee Zuhause sein soll. Mike Friedenberger (r.) im Gespräch mit Bürgermeister Wilhelm Garn.
 

Quelle: Carsten Scheibe

Brieselang.  Kann man denn im Brieselanger Nymphensee überhaupt etwas erkennen, wenn man als Taucher den Kopf unter die Oberfläche zieht? Und ob, weiß der Berliner Knut Lembke, der vor 25 Jahren den Tauch-Club Brieselang/Spandau’92 e.V. mit begründet hat: „Der Nymphensee ist etwa sechs Meter tief. Er hat bei optimalen Bedingungen eine horizontale Sichtweite von fünf bis sechs Metern, einen beeindruckenden Unterwasserbewuchs und viele Fische im Bestand“, so der erfahrene Taucher. Dazu zählen Hechte, Graskarpfen und sogar ein Wels von anderthalb Metern Länge, den Klubmitglieder einmal unter einer ihrer versenkten Übungsplattformen gesehen haben. „Wir führen im See Übungen zum Orientierungstauchen und zur Unterwasserrettung durch“, so Lembke weiter.

Unterwassergras kann schon irritieren

Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn weiß noch mehr: „Der Nymphensee ist einer der saubersten Seen Brandenburg. Er hat keine Zuflüsse, hält aber trotzdem seinen Wasserstand. Er grenzt auf der dem Strandbad gegenüberliegenden Seite an ein Landschaftsschutzgebiet, hat also nur von einer Seite aus Menschenkontakt.“ Nur das Unterwassergras müsse regelmäßig beseitigt werden, denn das irritiere die Schwimmer, so der Gemeindechef.

Mirco Preuss lässt sich nicht abhalten

Mirco Preuss lässt sich nicht abhalten: Bei zehn Grad Wassertemperatur geht es zum Antauchen in den Brieselanger Nymphensee.

Quelle: Carsten Scheibe

Die Taucher, damals aus Berlin stammend, haben den Nymphensee am 9. Mai 1992 zu zehnt für sich entdeckt. Heute nutzen sie vor Ort ein eigenes Areal mit einer kleinen Blockhütte und einigen rustikalen Tischen zum Sitzen. Passend zum 25. Geburtstag hat das Team, das derzeit aus 47 aktiven und passiven Mitgliedern besteht, eine Infotafel geschenkt bekommen, die nun vor Ort aufgestellt wird und Informationen zum Verein präsentiert.

Jeden Donnerstag vor Ort

Immer am Donnerstagnachmittag treffen sich die Taucher vor Ort, um eine Runde am Grund des Sees zu drehen. „Ich bin seit 2008 mit dabei. Für mich ist ein Tauchgang die pure Entspannung, das ist wie ein freier Tag von der Arbeit“, sagt Mitglied Denise Schneider. „Jeden Donnerstag ab 17 Uhr gehe ich für eine Stunde unter Wasser und schaue mir die Pflanzen und die Fische an.“

Bürgermeister Wilhelm Garn sieht das Wirken der Sportler mit interessiertem Wohlwollen, bleibt aber selbst lieber an der Luft: „Ich tauche nur in meiner Badewanne, selbst auf den Malediven bin ich im Meer nicht abgetaucht. Meine Frau ist da ganz anders, sie mag das Tauchen und Schnorcheln sehr.“

Schnuppertauchen

Mike Friedenberger, der erste Vorsitzende des Tauch-Clubs freut sich über den starken Zusammenhalt in der Truppe: „Jedes Jahr verlieren wir etwa fünf Mitglieder und es kommen wieder ebenso viele neue Taucher dazu, so dass wir unsere Zahl halten“, sagt er. „Wer Interesse am Tauchen hat, kann uns gern ansprechen, zwei Mal im Jahr bieten wir Schnuppertauchen an. Das machen wir aus Gründen der Sicherheit aber nicht im See, sondern im Freibad in Nauen und beim Waldbadfest in Falkensee“, so Friedenberger.

25 Jahre Tauchverein am Nymphensee

Der Tauch-Club wurde im Mai 1992 von neun Brieselangern und Spandauern gegründet.

Die Vereinsmitglieder sind darum bemüht, den Nymphensee als Bade- und Tauchrevier zu erhalten. Reinigungs- und Säuberungsaktionen im und am See gehören zu den wöchentlichen Tauchgängen dazu.

Mit dem Antauchen am Sonntag hat die Saison 2017 begonnen.

Bevor die Taucher rückwärts in den Nymphensee stapfen, damit die Flossen sich nicht verkanten, haben sie an Land die gesamte Ausrüstung genauestens geprüft. „Ein Problem, das an Land erkannt und gelöst wurde, ist immer besser als ein Problem, das erst im Wasser auftaucht“, so Friedenberger. Eine Füllung der 12-Liter-Flaschen hält genug Atemluft für knapp zwei Stunden bereit. Gründungsmitglied Knut Lembke taucht selbst übrigens nicht mehr mit: „Ich bin jetzt 70 Jahre alt, ich habe aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. Ich komme nur noch mit an den See, um für die aktiven Taucher die Luftflaschen zu füllen und die Bierflaschen zu kühlen.“

Von Carsten Scheibe

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