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Taufbecken als Prüfungsstück

Seit 30 Jahren Steinmetz-Meister Taufbecken als Prüfungsstück

Er hat an dem Wiederaufbau der Semperoper in Dresden mitgearbeitet und die Fassade des Berliner Doms gefertigt: Seit 30 Jahren ist Christian Eißer aus Rathenow Steinmetz-Meister. Sein Meisterstück wird in Rathenow noch immer genutzt: Es ist der Taufstein in der Lutherkirche.

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Christian Eißer mit dem Auszubildenden Benjamin Gohra.

Quelle: Norbert Stein

Rathenow. Steine sind etwas Bleibendes. Ob nun in schlichter Einfachheit oder in faszinierender Vielfalt, sie vereinen für Christian Eißer viele Eigenschaften. Steine können sowohl für Vergangenheit, Gegenwart als auch für die Zukunft stehen. Steine sind für ihn Beruf und Berufung: Christian Eißer ist Steinmetzmeister. Seinen Meisterbrief erhalten hat er am 7. Oktober 1985, nach erfolgreich bestandener Prüfung in Demitz-Tumitz (Sachsen).

Sein vor 30 Jahren gefertigtes Meisterstück wird immer noch genutzt: Es ist der Taufstein in der Lutherkirche in Rathenow. Seine älteste Tochter Annett war zwei Jahre zuvor noch in der Lutherkirche in einem alten und sehr einfachen Becken getauft worden. Als sich für Christian Eißer dann die Möglichkeit bot, als Meisterstück einen neuen Taufstein für die Lutherkirche anzufertigen, zögerte er nicht und entschied sich für diese Arbeit. Eine Arbeit, auf die er auch zum 30jährigen Meisterjubiläum zurecht mit Stolz zurückblicken kann.

Bei der Semperoper mitgeholfen

Christian Eißer wurde am 29. Januar 1962 in Rathenow geboren. Sein Vater, Rudolf Eißer, war Bauingenieur und seine Mutter, Christa Eißer, Steinmetzmeisterin. Weil dem Sohn einer Handwerkerfamilie ein Studienplatz verwehrt wurde, machte Christian Eißer von 1978 bis 1980 eine Ausbildung zum Steinmetz in dem VEB Elbnaturstein Dresden. Mitwirken konnte er in dieser Zeit am Wiederaufbau der Semperoper in Dresden und nach der Lehre an der Wiederherstellung von Fassadenelementen und Gesimsen am Berliner Dom. Die schönste Arbeit ist und bleibt für Christian Eißer jedoch der um die Jahrtausendwende erfolgte Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in seiner Heimatstadt Rathenow.

Nachdem sein Großvater, der Steinmetzmeister Oskar Neils, 1982 gestorben war, begann er als Steinmetz im elterlichen Betrieb zu arbeiten und machte seine Meisterausbildung. Er und sein Bruder Rolf führen den 1933 gründeten Familienbetrieb heute als „Neils Stein GbR“ mit Betriebsstätten für Grabsteine am Friedhofsweg und Natursteinarbeiten rund ums Bauen in Heidefeld.

Zwei Grabanlagen auf der Buga

Christian Eißers Spezialstrecke ist das Bauwesen. Fensterbänke, Treppen, Bäder, Küchenarbeitsplatten und vieles mehr fertigt er aus Stein für Kunden an. Ohne moderne Technik sind solche Arbeiten nicht mehr zu erledigen. „Handwerkliche Fertigkeiten sind dennoch nicht ersetzbar“, erklärt Meister Eißer seinem Lehrling Benjamin Gohra, der im September eine Ausbildung zum Steinmetz begonnen hat bei Neils. Handwerk ist dem 53 Jahre alten Christian Eißer ohnehin wichtig. Von 2006 bis 2011 war er Obermeister der Steinmetz-Innung Potsdam. Zur Bundesgartenschau 2015 präsentiert sich der Betrieb mit zwei Grabanlagen in Havelberg.

Von Norbert Stein

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