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Havelland Teilnehmerrekord beim 5. Astrotreff
Lokales Havelland Teilnehmerrekord beim 5. Astrotreff
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00:34 16.09.2015
Mario König (links) aus der Lüneburger Heide lässt Jule (7) mit ihrer Mutter Eva Godert durch sein Fernrohr gucken. Quelle: Norbert Stein
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Gülpe

Keine Straßenbeleuchtung in den Nächten, Menschen mit kleinen roten Lämpchen auf dem Sportplatz, grillen bei schwachem Petroleumglühlicht – in Gülpe waren Vereine, Unternehmen und Einwohner am Wochenende gute Gastgeber für den 5. Westhavelländer Astrotreff. Die Astronomen belohnten die Gastgeber mit vielen lobenden Worten, vor allem aber mit einem neuen Teilnehmerrekord. Zum diesjährigen Westhavelländischen Astrotreff kamen 65 Sternengucker aus ganz Deutschland nach Gülpe und knackten die bisherige Bestmarke von 47 Teilnehmern aus dem Jahr 2014 deutlich.

„Dass sich in Gülpe die Sterne besonders gut beobachten lassen am dunklen Nachthimmel, hat sich unter Astronomen schnell verbreitet“, erzählte Mario König aus der Lüneburger Heide an seinem Fernrohr auf dem Sportlatz des kleinen Dorfs an der Havel. Der 53 Jahre alte Hobbyastronom war das erste Mal zum Astrotreff in Gülpe. „Die 200 Kilometer Anreise haben sich gelohnt. Ich werde bestimmt wiederkommen“, sagte König, für den das Beobachten der Sterne ein guter Ausgleich ist zu seiner Arbeit in der IT-Branche.

Der Sternenhimmel über Gülpe. Quelle: Andreas Hänel

In der zweiten Nachthälfte zeigte sich ein klarer Sternenhimmel

Jens Aasmann, Amtsdirektor im Ländchen Rhinow und Vorsitzender des Fördervereins Sternenpark Westhavelland, begrüßte gemeinsam mit Ilona Langgemach, der Leiterin der Naturparkverwaltung Westhavelland, die Gäste. Wie er sagte, „... nicht in Gülpe als dem dunkelsten Ort von Deutsch-land, sondern im Herzen des Sternenparks Westhavelland“. Die meisten Astronomen kamen am Freitagabend in Caravans auf den Sportplatz, wo sie neben den Fahrzeugen ihre Fernrohre aufstellten. Beeilen mussten sie sich nicht, weil es zunächst noch nicht viel zu sehen gab am Himmel. Für ihre Ausdauer entschädigt wurden sie in der zweiten Nachthälfte. Da zeigte sich über Gülpe ein für Beobachtungen gut geeigneter Sternenhimmel. Bis 4 Uhr morgens waren einige Astronomen an den Fernrohren, wo sie am Samstagabend auch Besucher teilhaben ließen an ihren Beobachtungen.

Gut zu sehen waren das Sternbild Pegasus, der Planet Uranus und das Sommerdreieck. „Und mit bloßem Auge die Milchstraße!“, schwärmten am Samstagnachmittag beim Beobachten der Sonne Mario König sowie Eva Goderf und ihre Tochter Jule (7 Jahre) aus Hamburg von den nächtlichen Beobachtungen auf dem Sportplatz. Dorthin waren am Abend viele Besucher gekommen, um gemeinsam mit den Astronomen zu den Sternen zu gucken. Die Region ist infiziert vom Sternenpark, das hat das Wochenende deutlich gemacht. Für Detlef Degenhardt vom Verein Freizeit- und Erholungszentrum Berlin-Wuhlheide war es schon das dritte Westhavelländer Astrotreffen, an dem er teilnahm. „Die Atmosphäre ist einfach prima, fast familiär“, sagte er auf dem Weg zum Kaffeeplausch mit anderen Astronomen.

Im Februar 2014 als erster deutscher Sternenpark anerkannt

Für das Treffen in Gülpe egagieren sich mittlerweile viele Akteure, Vereine und Betriebe aus der Region, freute sich Ilona Langgemach. Dass der Naturpark Westhavelland im Februar 2014 als erster deutscher Sternenpark anerkannt wurde von der internationalen Organisation Dark Sky, verdankt die Region ganz wesentlich dem Engagement von Andreas Hänel. Der Leiter des Planetariums Osnabrück hat den Naturpark fachlich beraten auf dem Weg zum Sternenpark und war auch bei allen Astrotreffs in Gülpe. Am Wochenende beteiligte er sich mit einem Vortag „Faszination Sternbilder“ und der Ankündigung, dass die Beleuchtungsrichtlinie für den Sternenpark Westhavelland als Beispiel für alle Naturparks in Deutschland dienen soll. Der Förderverein Sternenpark Westhavelland startete mit dem Astrotreff einen Fotowettbewerb „Natur und Sterne“.

Von Norbert Stein

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