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Havelland Terrorgefahr schmälert die Reiselust nicht
Lokales Havelland Terrorgefahr schmälert die Reiselust nicht
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09:48 26.01.2016
Ulrike Kaiser im Reiseland Dallgow berät reiselustige Havelländer. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Dallgow-Döberitz/Priort

Nach den Anschlägen in Paris, Istanbul oder Tunesien stellt sich für viele Havelländer nun die Frage, wo man seinen Sommerurlaub noch verbringen kann. Denn selbst wenn man es nicht gerne zugibt, die Angst vor dem Terror ist allgegenwärtig. Andererseits packt viele gerade jetzt die Reiselust. Beim Anblick des tristen Grauschleiers ist es nicht verwunderlich, dass viele Havelländer gedanklich bereits im Sommerurlaub sind. Dank des Frühbucherrabatts sind Reisebüros in der Region derzeit bereits stark frequentiert. „Die Sommerkataloge erscheinen jedes Jahr im November und dann geht es auch schon mit dem Buchen los“, sagt Mario Molnar vom Reisebüro Reiseland Dallgow im Havelpark.

Eine Familie hat bereits Sommerurlaub für 2017 gebucht

Reiseveranstalter, Hotels und Kreuzfahrtreedereien werben mit Frühbucherrabatten, die je nach Kontingent bis etwa Ende Januar, spätestens aber bis Februar gelten. „Vor allem Familien mit Kindern, die sich an die Schulferien halten müssen, buchen relativ früh, um noch günstige Angebote zu bekommen“, so Molnar. Eine Familie habe deshalb kürzlich sowohl den Sommerurlaub für 2016, als auch bereits für 2017 bei ihm gebucht. „Hier ging es um Schiffsreisen. Wenn man da eine Route im Blick hat, sollte man schnell reagieren, denn die sind für drei- bis vierköpfige Familien besonders schnell ausgebucht.“

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Nach dem Terroranschlag von Istanbul ist das Entsetzen groß. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Istanbul.

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Viele Kunden meiden Reisen in muslimische Länder

Bei den Havelländern im Trend liegen derzeit die Kanaren, die Balearen, Andalusien und der asiatische Raum, sagt der Reisefachmann. „Viele meiner Kunden wollen wegen der aktuellen Situation nicht mehr nach Nordafrika, also Ägypten oder Tunesien, und die Türkei reisen. Spanien ist für viele eine gute Alternative.“ Auch Thailand lockt schon seit Jahren mit sehr niedrigen Preisen für Hotel und Verpflegung und wird immer beliebter. „In Thailand bekommt man eine Menge geboten. Neben Strandurlaub und Kultur kann man hier unkompliziert herumreisen und das Land kennenlernen.“ Sowieso nehme die Anzahl der gebuchten Aktivreisen weiter zu.

Anschlagsopfer stammen aus Falkensee

Am 12. Januar verübten islamistische Terroristen einen Anschlag in der Innenstadt von Istanbul. Ein Mann hatte sich in die Luft gesprengt und riss zehn Menschen in den Tod.

Unter den Opfern auch das Ehepaar Faber aus Falkensee. Marianne (71) und Rüdiger (73) waren in der Kleinstadt äußerst beliebt. Sie engagierten sich unter anderem im Sportverein.

Und sie waren sehr reiselustig. Ihren Verwandten gaben Fabers mit auf den Weg: „Reist, lebt euer Leben!“

Bei Reisewarnung vom Auswärtigen Amt kann Urlaub storniert werden

Das bestätigt auch Marion Kittel, die in ihrem Ein-Frau-Reisebüro im Wustermarker Ortsteil Priort Urlaubswünsche erfüllt. „Im Moment interessieren sich viele meiner Kunden für Rundreisen durch Australien oder die USA. Entweder buchen sie geführte Touren oder ich gestalte die Reise individuell.“ In der letzten Minute würde heute kaum noch jemand buchen, meint Kittel. „Früher waren Last-Minute-Reisen viel günstiger. Heute ist es so, dass es eigentlich keinen Preisvorteil und auf jeden Fall schlechtere Verbindungen gibt.“ Auch die Suche nach der günstigsten Reise im Internet seien die meisten leid. „Oft kommen meine Kunden nach wochenlanger Suche im Netz zu mir und sind glücklich über meine Beratung.“ Wegen der aktuellen politischen Situation hätten bereits viele Leute Bedenken geäußert. „Wenn etwas passiert, so wie der Anschlag in Istanbul, merkt man das sofort – die Leute rufen an und informieren sich. Doch erst wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht, bieten viele Veranstalter Sonderstornierungen an.“ Vom wohlverdienten Urlaub abhalten, ließen sich jedoch die wenigsten, auch wenn sich die Reiseziele in vermeidlich unbedenklichere Regionen verlagern.

Von Laura Sander

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