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Theater vor Schloss Ribbeck

Brandenburger Uraufführung des „Amadeus“ Theater vor Schloss Ribbeck

Am Wochenende feierte Regisseur Claus Stahnke mit dem Ensemble der zweiten Ribbecker Schlossfestspiele die Brandenburger Uraufführung vom „Amadeus“. Der brillant inszeniert Theaterkrimi zeigt wie Genialität und Mittelmäßigkeit in Person der Komponisten Mozart und Salieri aufeinandertreffen. Das Publikum war begeistert.

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Mozart und sein Gegenspieler sorgten vor ein Theaterspektakel in der Abendsonne.

Quelle: Annett Lahn

Ribbeck. Im Nest über der alten Brennerei klapperten die Störche. In den Linden rund um die Ribbecker Kirche gurrten die Tauben. Und im Schlossgarten? Dort ertönte immer wieder ein hohes helles Gekicher. Die nervtötenden bizarren Laute stammten vom Conrad Waligura. Der Schauspieler mimte den weltberühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Das Theaterstück Amadeus von Peter Shaffer feierte am Wochenende vor der neobarocken Kulisse des Ribbecker Schlosses seine Uraufführung.

Regisseur Claus Stahnke sagte: „Es wurde noch nie auf einer Brandenburger Bühne gespielt, also eine echte Premiere.“ Nachdem am Donnerstag öffentlich geprobt, am Freitag uraufgeführt wurde, gab es am Sonnabend viel Lob, langen Beifall und stehende Ovationen für die brillante dreistündige Inszenierung. Darin erläutert der mittelmäßige Hofkomponist Antonio Salieri dem Publikum seine Rolle in Mozarts Leben. Daraus entwickelt sich ein bunt kostümierter musikalischer Theaterkrimi mit vielen komischen und tragischen Elementen. Als Patron des Mittelmaßes steht Salieri dem wahnsinnigen Genie Mozart gegenüber. Ehrgeiz, Neid und Selbstzweifel führen ihn langsam ins Verderben.

Stahnke, der zum zweiten Mal als künstlerischer Leiter der Ribbecker Schlossfestspiele agierte, zeigte sich am Sonnabend nach sieben Wochen harter Proben zufrieden, besonders mit der Auswahl des Stückes und seines Teams. „Man muss etwas bringen, was die Leute kennen“, sagte der erfahrende Theatermann. Meisterlich hatte der Regisseur, der selbst 30 Jahre auf der Bühne stand und in Brieselang wohnt, den Stoff bearbeitet, in die schmucke Kulisse sowie Freiluftatmosphäre gefügt – und vor allem für das passende Bühnenpersonal gesorgt.

Die Rolle des Musikgenies erfüllte der norddeutsche Conrad Waligura nicht nur mit grässlichem Gekicher, sondern auch mit Charme, Witz, Pathos und Größe, obwohl er stets kindisch blieb. Bei den Zuschauern sorgte er durch seine frivole Art und durch die rosafarbenen Pumphosen für Gelächter. Er sagt Sätze wie: „Musik ist einfach. Ehe ist schwierig.“

Über seine komplexe Rolle berichtete der charmante Theatermann: „Die besondere Herausforderung liegt darin, Mozarts infantile Art heraus zu spielen, aber jeder hat noch etwas Kindisches in sich. Man muss es nur lebendig werden lassen.“ Waligura empfindet eine tiefe Liebe zur Musik, er spielt selbst Klavier. Die vergangenen Theatertage nutzte er auch dazu, Ribbeck kennen zu lernen und sich den Stumpf des Birnenbaumes in der Kirche anzusehen.

Fontanes Ballade hatte er in der Schule nicht gelernt. So ging es auch dem Mime seines Gegenspielers Salieri, der im Vergleich zu dem 14-köpfigen Schauspielensemble am meisten zu tun hatte. Oliver Trautwein erledigte die Mammutaufgabe des auf mehreren Ebenen agierenden Antonio Salieri gekonnt professionell. Speziell seine Liebe zu süßen handgemachten Pralinen, die der Verzweifelte immer wieder schmatzend verdrückte, entzückte die Zuschauer. Bekannt ist der Berliner aus diversen TV-Produktionen wie „Praxis Bülowbogen“ und „Der Havelkaiser“, beliebt ist er auch als Mitglied des Berliner Kabaretts „Die Stachelschweine“. Da Trautwein in Amerika aufwuchs, kannte er weder Ribbeck noch die berühmte Fontane-Ballade. Das Motiv der Mittelmäßigkeit fasziniert ihn an dem Theaterstück.

Nach der erfolgreichen Darbietung am Sonnabend sagte er: „Jeder hadert mal damit. Manche kämpfen gar besessen dagegen an.“ Nach Stahnkes Art agierten die Schauspieler auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Räumen, ohne dass dem Zuschauer jemals der Faden fehlte. Zu erleben ist das Stück noch sechs Mal: am 17., 18. , 24. und 25. Juli um 19 Uhr sowie am 19. und 26. Juli um 15 Uhr. Karten gibt es im Internet , direkt im Schloss Ribbeck und an den Theaterkassen.

Mehr Infos im Internet unter www.schlossfestspiele-ribbeck.de.

Von Annett Lahn

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