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Havelland Theatertrio lässt die Puppen tanzen
Lokales Havelland Theatertrio lässt die Puppen tanzen
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07:10 21.07.2016
Reinhard Dahms, Johanna Hoffmann und Jürgen Fiedler (von links) sind zusammen das Puppentheater „Stoffwechsel“. Quelle: Foto: Philip Häfner
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Schönwalde-Glien

Jürgen Fiedler ist zwar nicht der Bürgermeister von Schönwalde, trotzdem tanzen die Puppen im Ort nach seiner Pfeife. Der 68-Jährige ist eines von drei Mitgliedern des Puppentheaters „Stoffwechsel“, das er 1982 zusammen mit dem Berliner Reinhard Dahms gegründet hatte, damals allerdings noch unter einem anderen Namen. Beide haben von Berufs wegen eigentlich wenig mit Kunst und Schauspiel zu tun – Dahms ist Fleischer, Fiedler Elektroniker –, doch das Figurentheater hat es ihnen angetan. „Mein Enkel sagt immer, der Opa spielt mit Puppen“, sagt Reinhard Dahms.

Ihre erste Aufführung hatten sie bei einem Berliner Selbsthilfeverein. Alles war improvisiert, die Bühne noch kurz vorher von einem befreundeten Tischler zusammengezimmert worden, doch das Publikum war begeistert. Es folgten weitere Auftritte auf Straßenfesten und Vereinsveranstaltungen. Inzwischen haben sie mehrere abendfüllende Stücke auf die Bühne gebracht: „Doktor Faust“, „Don Quijote“, „Der Tod im Apfelbaum“. „Viele denken bei Puppentheater nur an den Kasperle, aber es ist so viel mehr“, erklärt Jürgen Fiedler. Eine eigene Kunstform nämlich, mit spezieller Ausbildung und Theatern, Lampenfieber inklusive. „Die Aufregung vor einem Auftritt macht mich jedes Mal fertig“, sagt Fiedler. Leben könne man vom Figurentheater nicht, selbst Profis spielen manchmal nur vor 30, 40 Zuschauern. „Aber darum geht es uns nicht. Wir machen die Sache aus Spaß an der Freude.“

Die Puppen bauen sie selbst. Das Repertoire umfasst Marionetten, die mittels Fäden bewegt werden, aber auch Stock- oder Stabpuppen, die von unten geführt werden. Sie können nicken und den Kopf drehen, „das macht sie so herrlich lebendig“, sagt Fiedler. Die Puppen herzustellen könne bis zu zwei Jahre dauern, erzählt er. „Das ist aber nicht schlimm, im Gegenteil“, meint Reinhard Dahms. „Dadurch entwickelt man eine besondere Verbundenheit mit der Puppe. Je mehr ich mich mit ihr befasse, desto besser kommt sie am Ende auf der Bühne rüber.“

Zärtlich kuschelt er eine der Stabpuppen im Arm. „Es ist schon eine sehr intensive Beziehung, fast wie zu einem Kind", sagt er. Bloß, dass diese Kinder keine Flausen im Kopf haben, sondern eine Styroporkugel. Darum wird dann mit einer Modelliermasse das Gesicht gestaltet

Zusammen mit der Berlinerin Johanna Hoffmann, die seit 2005 die Dritte im Bunde bei „Stoffwechsel“ ist, treten Dahms und Fiedler mit ihren Puppen regelmäßig in der Region auf. Zur Premiere eines neuen Stücks kommen teilweise bis zu 120 Zuschauer. „Das macht uns schon stolz“, sagt Jürgen Fiedler. Am 10. September tritt das Trio auch beim Sommerfest des Kreativ-Vereins in Schönwalde-Dorf auf – ein echtes Heimspiel. Im Juni war man bereits beim erstmals ausgerichteten Kunstmarkt Schönwalde dabei; zudem ist die Gruppe Mitglied in der Kulturfraktion 16, einem Zusammenschluss verschiedener Schönwalder Künstler.

Was noch fehlt, ist ein fester Auftrittsort, wo sie die Bühne nicht jedes Mal wieder auf- und abbauen müssen, oder zumindest ein Probenraum. „Wenn jemand eine Idee hat, kann er sich gerne bei uns melden“, sagt Jürgen Fiedler. Bislang wird meist in seinem Garten geübt, aber das sei auf Dauer eigentlich keine Lösung.

Von Philip Häfner

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