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Theologie und Trommler beim Kirchentag

Falkensee Theologie und Trommler beim Kirchentag

Kirchentag? Oder doch beim Karneval der Kulturen? Die Besucher des Havelländischen Kirchentags am Sonntag waren sich zwischenzeitig nicht immer ganz sicher, wo sie sich eigentlich befanden. Von kirchlicher Strenge war in der Falkenseer Stadthalle wenig zu spüren, es regierte die Leichtigkeit. Auch wenn das Thema des Kirchentags eigentlich ein sehr ernstes war.

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Hunderte Gläubige haben am Sonntag in und um die Falkenseer Stadthalle den Havelländischen Kirchentag gefeiert.

Quelle: Holger Kohl

Falkensee. War es wirklich der Kirchentag? Oder doch eher der Karneval der Kulturen? Die Besucher des Havelländischen Kirchentags waren sich am Sonntag zeitweise nicht immer sicher, auf welcher Veranstaltung sie sich eigentlich befanden. Von kirchlicher Strenge war in der Falkenseer Stadthalle wenig zu spüren, es regierte die Leichtigkeit. Beim Gottesdienst spielten Trommler aus Kamerun, einer von ihnen tanzte ausgelassen durch die Reihen – das Publikum war begeistert. „Für protestantische Verhältnisse war das ein sehr offener Gottesdienst“, meinte Friederike Urban aus Falkensee. Sie nannte den Kirchentag ein großes „kirchliches Familientreffen“.

Viele Besucher waren gut vorbereitet, mit Rucksack und genug zu trinken, einige sogar mit einem aufklappbaren Hocker. Denn so viel Kirche wie am Sonntag war selten: Den ganzen Tag über wurde rund um die neue Stadthalle ein vielfältiges Programm geboten. Beim Eröffnungsgottesdienst war die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt. „Das hätte ich nicht erwartet“, sagte Christel Kabot aus Pessin. „Aber das zeigt doch, wie lebendig die Kirche im Havelland ist.“

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Hunderte Gläubiger haben in der Stadthalle Falkensee den Havelländischen Kirchentag 2016 gefeiert. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) war vor Ort. Bestimmendes Thema waren die Flüchtlinge. Trotz dieses ernsten Themas war von kirchlicher Strenge wenig zu spüren – es regierte die Leichtigkeit.

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Die Predigt hielt Probst Christian Stäblein, der Stellvertreter des Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Er griff das Thema des Kirchentags auf: „Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen“ – nach einem Wort Jesu Christi im Matthäus-Evangelium. „Wo wir Menschen aufnehmen, folgen wir nicht nur dem Gebot der Humanität“, sagte Stäblein. „Wo wir Menschen nicht fremd sein lassen, da begegnet uns Gott.“ Andere aufzunehmen bedeute sich mit ihren Träumen und Traumata auseinanderzusetzen, ihren Sorgen und Sehnsüchten, so der Geistliche. „Es ist nicht gesagt, dass das einfach ist. Aber die Bibel lehrt uns: Durch Austausch wird das Leben reicher.“

Ähnlich äußerte sich am Nachmittag auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in seinem Grußwort. „Wir haben die Verpflichtung diese Menschen bei uns aufzunehmen“, sagte er, wobei das mehr sei als bloß für Essen und Unterkunft zu sorgen. Es gehe auch darum die Flüchtlinge in den Arm zu nehmen. „Verwaltungen, so gut sie auch aufgestellt sind, können das nicht leisten. Das können nur Menschen leisten.“

Woidke dankte den vielen Ehrenamtlichen, die sich für Flüchtlinge engagieren, gerade auch innerhalb der Kirche. „Das war vielleicht die schönste Erfahrung in meinem politischen Leben.“ Einige Flüchtlinge waren selbst vor Ort, um von ihren Erfahrungen zu berichten, so auch Mohammed Al Hashish, den es aus Syrien nach Falkensee verschlagen hat: „Uns verbindet mehr als uns trennt“, sagte er.

Organisiert wurde der Kirchentag von den Evangelischen Kirchenkreisen Falkensee und Nauen-Rathenow; es beteiligten sich aber auch die Falkenseer Katholiken. Es gab Theater, Musical und Gospel und einen ebenso launigen wie nachdenklichen Vortrag des bekannten Theologen und DDR-Bürgerrechtlers Friedrich Schorlemmer. Zum Abschluss aß man gemeinsam das Brot, dass Konfirmanden gebacken hatten.

Von Philip Häfner

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