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Thomas Baumgardt will Bürgermeister werden

Rathenow Thomas Baumgardt will Bürgermeister werden

Die Rathenower SPD hat den Tierarzt Thomas Baumgardt einstimmig zum Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters im Februar nominiert. Sollte es mit der Wahl klappen, will Baumgardt sich vor allem um die wirtschaftliche Entwicklung sowie um Ordnung und Sicherheit kümmern.

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Ohne Gegenstimme nominierten die Rathenower Sozialdemokraten den Tierarzt Thomas Baumgardt (Mitte) zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl: Rathenows SPD-Chef Hartmut Rubach (mit Dauerwurst) und Kathrin Großmann waren die ersten Gratulanten.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Kommt es bei den Sozialdemokraten zu einstimmigen Abstimmungen, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Seit Martin Schulz im März des Jahres mit 100 Prozent der Stimmen zum Parteivorsitzenden gekürt wurde und dann bei der Bundestagswahl beispiellos abstürzte, ist diese Skepsis nur allzu verständlich.

Thomas Baumgardt, der am Mittwochabend von der Rathenower SPD ohne Gegenstimme zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im Februar gewählt wurde, erinnerte selber an die unglückselige Geschichte seines Parteivorsitzenden. Und versprach, alles daran zu setzen, es besser zu machen. „Ich bin fest entschlossen, die Wahl zum Bürgermeister der Stadt Rathenow zu gewinnen“, sagte er am Ende seiner halbstündigen Bewerbungsrede. Und fügte im Stile des selbstbewussten Herausforderers hinzu: „Das Ergebnis am 25. Februar Jahres wird ein Bürgermeister aus den Reihen der SPD sein.“

Zuvor hatte der 46-Jährige den Parteigenossen einen Abriss seines Lebens gegeben. Hatte von seiner Kindheit und Jugend in Rathenow berichtet; hatte auf das Studium der Tiermedizin an der FU Berlin zurückgeblickt, das seinen Horizont „fachlich und menschlich erweitert“ habe; hatte geschildert, wie er 2003 den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hatte – fern der Heimat in Meckenheim bei Bonn; und hatte schließlich dargelegt, dass es die Liebe zur alten Heimat war, die ihn fünf Jahre später nach Rathenow zurückgebracht hat. Dorthin, wo er heute noch lebt, eine Tierarztpraxis betreibt und sich politisch engagiert: Eintritt in die SPD im Jahr 2009, Wahl zum Stadtverordneten im Jahr 2014.

Baumgardt schilderte seinen Parteifreunden, dass ihm die ersten Jahre in der Stadtverordnetenversammlung neben beglückenden Erlebnissen auch Enttäuschungen beschert hätten. In Anspielung auf die heftigen Diskussionen über den zukünftigen Sitz der Verwaltung beklagte er den bisweilen scharfen, verletzenden Ton in den Debatten, „der nicht auf eine gute Kinderstube schließen ließ“. Gerade in Zeiten, in denen der öffentliche Diskurs immer öfter abgleite in einen Austausch hasserfüllter Schmähungen, sei es wichtig, sich in der politischen Auseinandersetzung um einen fairen und korrekten Umgang zu bemühen – so groß die Meinungsverschiedenheiten auch seien.

Sollte er die Wahl im Februar gewinnen, werde er zwei Dinge zur Chefsache erklären, führte Baumgardt in seiner Rede aus. Zum einen werde er sich dafür einsetzen, die nach seiner Ansicht vor sich hindümpelnde Zusammenarbeit der Städte Rathenow, Premnitz und Brandenburg zu intensivieren. Nur gemeinsam werde es gelingen, Unternehmen nach Westbrandenburg zu ziehen.

Zum anderen kündigte der Herausforderer von Amtsinhaber Ronald Seeger an, die Bemühungen um Ordnung und Sicherheit im Stadtgebiet zu intensivieren. Mehr Streifengänge der Ordnungsamtsmitarbeiter („gegebenenfalls nehme ich persönlich an solchen Streifengängen teil“) und eine enge Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaft seien für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Bei der Benennung weiterer Ziele ließ Baumgardt kaum ein Thema aus: Jugendarbeit, Kulturangebot, Kinderbetreuung, Verkehrsanbindung, touristische Entwicklung – überall können nach Ansicht des frisch gekürten Kandidaten Verbesserungen erzielt werden. Freilich schwieg Baumgardt sich darüber aus, wie diese ganzen Verbesserungen finanziert werden sollen. Vor allem dann, wenn es mit der Ansiedelung von steuerkräftigen Unternehmen nicht so klappt, wie er sich das wünscht. Aber so konkret muss man bei der ersten Vorstellung vielleicht auch nicht werden. Möglichkeiten, Dinge klar zu machen, gibt es bis zur Wahl noch mehr als genug.

Von Markus Kniebeler

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