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Havelland Nicht so viele Störche wie im Jahr zuvor
Lokales Havelland Nicht so viele Störche wie im Jahr zuvor
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00:43 19.07.2015
In Albertsheim gab es gleich vier Mal Nachwuchs. Quelle: privat
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Rathenow

Auf den Horsten im Westhavelland wird derzeit besonders viel geklappert. Von ausgedienten Strommasten, Scheunendächern oder anderen hohen Gebäuden ist das Klappern der Schnäbel zu höhren. In den Horsten wartet der Nachwuchs auf Regenwürmer, Insekten, Mäusen und anderen Leckerbissen, mit denen er von Vater und Mutter Storch gefüttert wird.

Wie ist es nun aber um Adebars Nachwuchs, wie Störche auch genannt werden, in der Region bestellt? Um das herauszufinden haben Tino Wachowiak und René Riep vom Nabu-Regionalverband Westhavelland in den letzten Tagen von einer Hebebühne aus in die Horste geschaut und den Nachwuchs gezählt. Im Westhavelland werden 2015 der Zählung zufolge 89 junge Störche flügge. „Im Vergleich zu den Vorjahren ein durchschnittliches Ergebnis. 2014 waren es 91 Junge“, sagt Tino Wachowiak, der als Experte für Störche den Nachwuchs auch beringt. Erfolgreich gebrütet haben die diesjährigen Störche im Westhavelland in 37 Horsten. 31 Bruten mit 74 Jungen wurden von Wachowiak beringt. 2014 waren es ebenfalls 31 Bruten, allerdings damals mit 80 Jungen.

17 junge Vögel wurden nicht beringt

Sechs Bruten mit 17 Jungen wurden in diesem Jahr von dem Experten nicht beringt, weil die Horste mit einer Hebebühne nicht erreichbar sind oder die Eigentümer der Grundstücke, auf den die Störche brüten, es nicht wollten. Außerdem hätten die Ringe auch nicht gereicht für alle Jungtiere, erläutert Wachowiak.

Der zahlenmäßig stärkste Nachwuchs mit jeweils vier Jungen wächst in Albertsheim und Möthlow heran. Die Ringnummern HR 588 und HR 589 für das Westhavelland haben von Tino Wachowiak zwei Jungtiere im Horst vor dem Haus vom Gerhard Stackebrandt in Hohennauen bekommen, wo nach einigen erfolglosen Jahren 2015 erstmals ein Storchenpaar gebrütete. Hohennauen hat damit seit langer Zeit wieder zwei Storchennest im Dorf. Beringt haben die westhavelländischen Nabu-Leute auch zwei Jungtiere in Schwarzwasser in der benachbarten Ostprignitz.

Ein Storch musste in die Tierklinik

Die 2014 seit Jahren erstmalige Brut eines Storchenpaares in Landin hat sich 2015 nicht wiederholt. Ein Junges musste Wachowiak aus dem Horst nehmen und in eine Tierklinik bringen. Es hatte sich in Bindgarn verwickelt und ist an den schweren Verletzungen gestorben. Bindegarn oder andere für Störche gefährliche Materialien würde man aber nur noch sehr selten in Horste finden, berichtet Wachowiak. Für ihm ist das ein Zeichen, dass auch die Landwirte auf ihren Feldern und Wiesen deutlich mehr Ordnung halten. Dass 2015 lediglich ein durchschnittliches Nachwuchsjahr bei den Störchen ist, führt er wesentlich zurück auf ein zu trockenes Frühjahr mit wenig Nahrungsangebot für Adebar.

Für die Menschen ist es dennoch immer wieder ein Hingucker und schönes Naturschauspiel, wie zum Beispiel vor dem Lilienthal-Centrum in Stölln, wo Buga-Besucher ständig Handys oder Kameras zücken für ein Foto von Familie Storch auf dem Masten vor dem Eingang. Bald wird der Nachwuchs flügge und startet seine ersten Flugversuche.

Von Norbert Stein

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