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Til Kube ist ein Ass im Debattieren

15-Jähriger aus Falkensee Til Kube ist ein Ass im Debattieren

Vor so einem großen Publikum eine Rede zu halten und sich mit anderen Jugendlichen und ihren Argumenten auseinandersetzen zu müssen, das passiert im Leben eines Schülers nicht jeden Tag. Til Kube (15) aus Falkensee aber hat’s drauf – und ist erfolgreich damit. Bei „Jugend debattiert“.

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Til Kube bekommt eine Auszeichnung aus den Händen von Gerrit Große, der Vorsitzenden des Bildungsausschusses.

Quelle: Landtag Brandenburg/Stefan Gloede

Falkensee. Als Til Kube vor einem Monat im neugebauten Brandenburger Landtag in Potsdam steht und seine Rede beginnt, ruhen viele Hundert Augenpaare auf dem 15-Jährigen aus Falkensee. Das Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ zog auch in diesem Jahr wieder viele interessierte Zuschauer an. Lehrer, Mitschüler, Eltern und Politiker waren gekommen um herauszufinden, wer die besten brandenburgischen Nachwuchsredner des Schuljahres 2015/16 sind.

Vor so einem großen Publikum eine Rede zu halten und sich mit anderen Jugendlichen und ihren Argumenten auseinandersetzen zu müssen, das passiert im Leben eines Schülers nicht jeden Tag. So ist es wenig erstaunlich, dass Til vor dem Landeswettbewerb „schon ziemlich aufgeregt“ gewesen ist, wie er hinterher verriet.

Dabei war auch das Debattenthema alles andere als einfach. Til und die Mitstreiter in seiner Altersgruppe setzten sich mit dem Für und Wider der Frage „Soll ein Jugend-Check für Gesetzesvorhaben eingeführt werden?“ auseinander. So wurden Pro- und Contra-Argumente hinsichtlich der Idee ausgetauscht, dass Gesetzesvorhaben grundsätzlich auf ihre Vereinbarkeit mit den Interessen der jungen Generation überprüft werden sollen.

Trotz des schwierigen Themas konnte er mit seiner Leistung im Finale die Jury überzeugen und sich als Zweitplatzierter hinter dem Potsdamer Julius Niewisch für den Bundeswettbewerb im Juni qualifizieren. Dort treffen die beiden dann auf die besten Nachwuchsredner aus den anderen Bundesländern, um herauszufinden, wer die vier besten Nachwuchs-Debattierer in Deutschland sind. Die dürfen nämlich dann eine Debatte in Anwesenheit des Bundespräsidenten Joachim Gauck führen.

Til Kube (am Tisch links) während der Debatte im Landtag

Til Kube (am Tisch links) während der Debatte im Landtag

Quelle: Landtag Brandenburg/Stefan Gloede

Bevor es jedoch soweit ist, treffen sich die besten Nachwuchsredner Deutschlands in der kommenden Woche auf der Burg Rothenfels am Main. Dort erhalten sie ein fünftägiges Rhetorik- und Debattiertraining. Was für viele von Tils Mitschülern nach noch mehr Schule klingt, sorgt bei ihm für große Vorfreude: „Ich habe schon viel Positives über das Seminar gehört und freue mich riesig darauf, mehr zu lernen. Debattieren ist ganz anders als Schule und macht mir unglaublich viel Spaß“, sagt er. Dabei ist es nicht zwangsläufig so, dass jeder Redner seine eigene Meinung vertritt.

Im Gegenteil, die Positionen werden vor der Debatte zugelost. Dann hat jeder Redner zwei Minuten ungestörte Redezeit, um seine Position in einer ersten Rede bekanntzumachen. Anschließend geht es in eine zwölfminütige freie Aussprache, in der Argumente ausgetauscht werden, bevor dann jeder noch einmal eine Minute Zeit hat für ein Fazit. Til betont, dass es dabei nicht nur um die eigene Leistung gehe, sondern Debattieren ein echter Teamsport sei. Für eine wirklich gute Debatte brauche es gute Redner auf beiden Seiten, erklärt er. Nur so könne sich ein aufregendes Spiel zwischen Pro- und Contra entwickeln. Das sei auch für die gesamte Gesellschaft wichtig, findet Til.

Das Besondere am Debattieren sei schließlich, dass Menschen von verschiedenen Positionen gleichberechtigt an einen Tisch kämen. Dabei gehe es nicht immer nur zwangsläufig darum, einen gemeinsamen Kompromiss zu finden. „Die Zuschauer sollen sich eine Meinung bilden können. Wem kann ich zustimmen und wem nicht, das ist die entscheidende Frage“, erklärt er.

Dass das unheimlich aufregend ist, finden neben Til auch mehr als 200 000 andere Jugendliche die am Wettbewerb in ganz Deutschland jedes Jahr teilnehmen – 4500 davon im Land Brandenburg. „Ich zumindest habe nicht vor, mit dem Debattieren so schnell aufzuhören“, sagt Til.

Für die Demokratie bleibt zu hoffen, dass das viele andere Jugendliche in Deutschland genauso sehen.

Von Markus Kollberg

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