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Tipps für Nachwuchs-Bauern aus aller Welt

Havelland Tipps für Nachwuchs-Bauern aus aller Welt

Ein vom Bundesentwicklungsministerium veranstalteter Workshop zur Bekämpfung des weltweiten Hungers führte jetzt 50 junge Menschen aus allen Teilen der Erde in Betriebe in Nauen und Falkensee. Hier erhielten sie Einblicke in die Anwendung und Umsetzung regenerativer Energien, moderner Landmaschinentechnologie oder der Vermarktung regionaler Produkte.

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Die geschützten Himbeer-Pflanzen weckten das Interesse der Workshop-Teilnehmer.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Die Welt zu Gast im Havelland – rund 50 junge Afrikaner, Südamerikaner und Inder besuchten am Dienstag landwirtschaftliche Betriebe in der Region. Alle Teilnehmer des dreitägigen vom Bundesentwicklungsministerium veranstalteten Workshops stammen aus dem ländlichen Raum, arbeiten in der Landwirtschaft, haben bereits eigene Firmen gegründet oder ein entsprechendes Studium absolviert. Sie alle glauben an die Zukunft der Landwirtschaft und setzen sich in ihren Heimatländern in den unterschiedlichsten Funktionen dafür ein.

Austausch über Strukturen

Einer von ihnen ist Alfousseni Sidibé aus Mali. Der junge Afrikaner hat über sieben Jahre Erfahrung im Sektor Landwirtschaft und Bevölkerungsentwicklung, trainiert in seiner Heimat vor allem junge Menschen darin, lokale Strukturen und Regierungen zu bilden, mit Mitteln und Geld richtig umzugehen und Infrastrukturen zu schaffen. „Ich habe einen Abschluss in Englisch und Business Administration, war einige Zeit in den USA und bilde mich stetig weiter. Mich über landwirtschaftliche Strukturen anderer Länder auszutauschen, finde ich sehr wichtig für die Weiterentwicklung in meinem eigenen Land“, so Sidibé.

Hühnerhaltung ist für viele Teilnehmer des Workshops ein großes Thema

Hühnerhaltung ist für viele Teilnehmer des Workshops ein großes Thema.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Einblicke in die Anwendung und Umsetzung regenerativer Energien, moderner Landmaschinentechnologie oder Tourismus und Marketing im ländlichen Raum erhielt die Gruppe im landwirtschaftlichen Betrieb Agro-Farm in Nauen, in der Firma Claas BLT Nauen und im Schloss Ribbeck. „Brandenburg hat eine Vorbildfunktion. Die Böden sind nicht die ertragreichsten, da müssen sich die Landwirte schon etwas einfallen lassen“, so Erich Ziegler von der Andreas Hermes Akademie, der die Gruppe begleitete.

Zwei Dolmetscherinnen übersetzten simultan

Zwei Dolmetscherinnen übersetzten simultan.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Im Falkenseer Hofladen erfuhren die Workshop-Teilnehmer am Dienstag alles über die regionale Vermarktung eigener Produkte. „Wir bewirtschaften rund 20 Hektar und bauen unter anderem Erdbeeren, Himbeeren sowie Spargel an. Hinzu kommen etwa 3000 Legehennen, die wir hier halten“, erklärte Hans-Peter Kruse, der den Hofladen seit 1994 betreibt.

„Wir vermarkten all unsere Produkte im eigenen Laden und produzieren nur so viel, wie auch tatsächlich gebraucht wird. Wir würden nicht für den Großhandel produzieren“, so der Landwirt. Eine Millionen Eier und 30 Tonnen Erdbeeren kämen so zusammen, die von Montag bis Freitag im Laden verkauft werden.

Rund 25 Mitarbeiter halten den Betrieb am Laufen, so Kruse, der sich den Fragen der Workshop-Teilnehmer beim gemeinsamen Hof-Rundgang stellte. „Sie sind aufgrund der persönlichen Verbindung zur Landwirtschaft sehr wissbegierig. Als nachfolgende Generation halten sie in ihren Heimatländern bald die Zügel in der Hand und wollen Perspektiven schaffen“, so Erich Ziegler.

Jugendliche im Kampf gegen den Hunger

120 Jugendliche aus ländlichen Gebieten in den G20-Ländern und Afrika nehmen an dem dreitägigen Workshop „Rural Future Lab“ teil, zu dem das Bundesentwicklungsministerium eingeladen hatte.

Die Teilnehmer entwerfen gemeinsam Ideen zur Bekämpfung des weltweiten Hungers. Die Ergebnisse präsentieren sie am 27. April auf der G20-Konferenz „Eine Welt ohne Hunger“ und übergeben sie an Entwicklungsminister Gerd Müller.

Ideen zur Bekämpfung des weltweiten Hungers sollen im Workshop entstehen. Die werden die Teilnehmer schließlich am 27. April auf der G20-Konferenz „Eine Welt ohne Hunger“ präsentieren.

Von Laura Sander

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