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Havelland Tischgespräch mit Landrat und Superintendent
Lokales Havelland Tischgespräch mit Landrat und Superintendent
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02:15 10.05.2017
Thomas Tutzschke (l.) plauderte mit Roger Lewandowski. Quelle: Vanessa Mehwitz
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Lietzow

Ein Gottesdienst mit Kaffee und Kuchen am Tisch vor dem Altar? Ja, das gab es Sonntagvormittag in der Lietzower Kirche. Im Zuge der Veranstaltungsreihe im Jubiläumsjahr der Reformation hatte der Superintendent des Kirchenkreises Nauen-Rathenow Thomas Tutzschke einen besonderen Gesprächspartner eingeladen: Landrat Roger Lewandowski.

Frei nach dem Motto: „Auch Luther legte Wert auf gute Konversation beim Essen“ trafen sich in Lietzow zwei, die unterschiedlicher kaum sein können. Sie redeten über 500 Jahre Reformation, und die vielen Gäste des Gottesdienstes hörten gespannt zu.

„Luther hätte seine Freude an diesem Treffen gehabt,“ eröffnete Tutzschke das Gespräch und fügte gleich an: „Eine Gemeinsamkeit teilen wir beide: Wir wollen nicht nur über die Dinge, die uns stören klagen, sondern auch was verändern.“ Beim Wollen soll es in naher Zukunft für Lewandowski nicht bleiben. Sein Ziel ist es, „das Havelland attraktiver für jüngere Generationen zu machen und weiter zu beleben.“ Ein wichtiger Punkt sei dabei die Verkehrsanbindung, die optimiert werden müsse. „Noch in diesem Jahr soll ein neues Konzept erarbeitet werden“, sagte der Landrat.

Zudem sollte man Medizinern entgegenkommen, wenn sie ihre Praxis in ländlichen Regionen einrichten. Einen großen Reformbedarf sieht Lewandowski im Bildungsbereich: „Es kann nicht sein, dass jedes Land seine eigene Bildung macht. Wir brauchen einen einheitlichen Standard in Deutschland. Aber das ist ein Punkt, den ich nur begrenzt anpacken kann.“

Lewandowski zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Veranstaltungen im Luther-Jahr. „Ich persönlich freue mich auf den Lutherfilm aus den 20er-Jahren. Der wird in restaurierter Fassung gezeigt“, so Lewandowski.

Für Thomas Tutzschke ist das Thema Glaube in Verbindung mit Politik besonders interessant. Auf die Frage, ob man als Politiker den Glauben an der Rathaus-Tür lasse, antwortete Lewandowski: „Ich bin selbst kirchlich aufgewachsen und was ich bin, kann ich nicht völlig abstreifen, auch im Beruf nicht.“ So zeige sich der Glaube bei den Menschen vor allem in schwierigen Situationen und Not. Zudem sei es wichtig, einen moralischen Kompass zu haben, mit dem man sich wieder orientieren kann.

Trotzdem sollte, so Beate Schwieger aus Rathenow, ein Zusammenkommen von Politik und Kirche nicht Überhand nehmen: „Ich fand das Gespräch sehr interessant. Man könnte das ja mit Leuten aus verschiedenen Bereichen, nicht nur aus der Politik, wiederholen.“

Eine weitere Besucherin unterstützte Lewandowskis Aussagen zur Schulpolitik: „Ich habe selbst schulpflichtige Kinder und das Thema ist mir sehr wichtig. Wir brauchen unbedingt länderübergreifende Bildung“, sagte sie beim Rausgehen.

Zum Schluss stellte der Superintendent seinem Gast noch die Frage, mit welcher Persönlichkeit er gern am Tisch sitzen und bei gutem Essen eine gepflegte Unterhaltung führen würde: „Friedrich der Große, dem wäre ich gern begegnet“, antwortete der Landrat und ergänzte: „Aber nicht in seiner Zeit, ich fühle mich im Hier und Heute sehr wohl.“

Von Vanessa Mehwitz

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