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Tobias Bank will mehr bezahlbaren Wohnraum

Bürgermeisterwahl Wustermark Tobias Bank will mehr bezahlbaren Wohnraum

Sechs Kandidaten treten am 25. Februar bei der Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Wustermark (Havelland) an. Unter ihnen ist Tobias Bank von den Linken. Die MAZ widmet sich dem 32-Jährigen in einem Porträt.

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Tobias Bank

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wustermark. Wenn man weiß, wie oft Tobias Bank über Bäume, Gärten und Natur redet, sich für den Schutz der Umwelt stark macht, könnte man denken, er ist in der falschen Partei. Viele seiner Ansichten klingen nach Grün, trotzdem sagt er in voller Überzeugung: „Ich bin Mitglied der Linken, und das ist für mich die richtige Partei“.

Seine politische Richtung habe er zum Ende der Schulzeit in der Falkenseer Kantschule eingeschlagen. „Dort haben einige Schüler immer wieder rechte Sprüche abgelassen. Auch in meiner Klasse. Das war kaum zu ertragen“, blickt Bank zurück. Er begann, sich in der Jugendgruppe der PDS in Falkensee zu engagieren wurde deren Sprecher.

Nach Abschluss des Studiums der Politik-und Verwaltungswissenschaft zog Bank 2006 in den Deutschen Bundestag ein, nicht als Abgeordneter, aber als Gruppenkoordinator der Linken Landesgruppe Brandenburg, später war er Büroleiter einer Bundestagsabgeordneten und arbeitet im Bundestag derzeit als Referent für Kommunalpolitik.

Der 32-Jährige ist zwar der jüngste der sechs Bewerber, die um den Wustermarker Bürgermeisterstuhl kämpfen, aber er kann bereits auf eine knapp zehnjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik verweisen. 2008 wurde Tobias Bank Gemeindevertreter, seit 2010 ist er Fraktionssprecher der Linken und Kreistagsmitglied.

Der Elstaler, der in einer festen Beziehung lebt, aber nicht verheiratet ist, investiert enorm viel Zeit in die ehrenamtliche Aufgabe als Wustermarker Gemeindepolitiker. Kaum eine Sitzung, in der nicht ein Antrag von den Linken eingereicht wird. Für viele ist Tobias Bank die Linke in Wustermark, was er jedoch nicht hören will, „weil sich auch andere engagieren“, sagt er.

Als Bürgerkandidat anzutreten, sei ihm erst im letzten Jahr in den Sinn gekommen. „Zu oft habe ich mich über Fehlverhalten des Bürgermeisters oder von Verwaltungsmitarbeitern geärgert. Sehr oft haben wir Gemeindevertreter nur stückchenweise Informationen aus dem Rathaus bekommen. Dabei sollen wir doch Auftraggeber für die Verwaltung sein“, ergänzt er. Eines der wichtigsten Dinge in der Gemeinde, auf die er als Bürgermeister drängen würde, wäre bezahlbarer Wohnraum.

„Dass im Speisehaus der Nationen im Olympischen Dorf Eigentumswohnungen entstehen, ist gut, weil das Gebäude vor dem Verfall geschützt wird. Aber da werden nicht viele Ur-Elstaler wohnen.“ Die sozialen Gesichtspunkte müssten in den weiteren Bauabschnitten im Olympischen Dorf und bei anderen Vorhaben in der Gemeinde stärker berücksichtigt werden, fordert Tobias Bank.

Und er möchte die Baumschutzsatzung der Gemeinde im Sinne von mehr Nachpflanzungen bei Bauvorhaben verändern, würde die verkaufsoffenen Sonntage im Outletcenter abschaffen und wünscht sich ein Kulturhaus in Wustermark. „In der Verwaltung sollte es Pflicht werden, alle schriftlichen Anfragen von Bürgern auch schriftlich zu beantworten, damit die Leute etwas in der Hand haben, worauf sie sich berufen können.“

Tobias Bank ist einer, der aneckt, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Er weiß, dass das nicht allen gefällt. „Sicher gibt es Menschen in der Gemeinde, die mich aus grundsätzlichen politischen Erwägungen nicht gut finden und mich nicht wählen. Damit kann ich leben. An meinem grundsätzlich pragmatischen Ansatz in der Kommunalpolitik wird das nichts ändern.

Als Bürgermeister wird meine Tür vor allem auch meinen Kritikern offen stehen“, sagt er. Bei all dem Aufwand, den Bank betreibt, nimmt er sich Zeit für die Familie, die Eltern leben auch in Elstal, und sein vierjähriges Patenkind Mathilda in der Nähe von Königs Wusterhausen. Zudem sammelt der 32-Jährige manche Dinge, zum Beispiel Überbleibsel aus der DDR, die es schon in eine Ausstellung geschafft haben.

Er geht sehr oft in Museen, interessiert sich für Geschichte und Kunst und hat eine große Leidenschaft, die man ihm nicht sofort zugedacht hätte: Star Wars- und Marvel-Filme. Nur mit Fußball hat er nichts am Hut. Dafür aber guckt er Darts und spielt Billard. Und wenn Tobias Bank mal abschalten will, ist er drei bis vier Stunden auf einem Spaziergang unterwegs.

Von Jens Wegener

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