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Tod von Vater und Sohn wirft Fragen auf

Priort Tod von Vater und Sohn wirft Fragen auf

Bei den am Ostermontag tot in einem Auto in der Nähe von Priort (Havelland) entdeckten Männern handelt es sich um Vater und Sohn. Beide stammen aus Elstal. Die Polizei geht nach wie vor von Suizid aus, aber beide waren Gründonnerstag in eine Schlägerei verwickelt.

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Polizisten sperrten die Unglücksstelle mit dem Fahrzeug bei Priort am Ostermontag ab.

Quelle: Julian Stähle

Priort. Der Tod der beiden 41 und 16 Jahre alten Männer, die Ostermontag gegen 15 Uhr in einen Auto neben der Landstraße zwischen Priort (Havelland) und Kartzow gefunden worden, gibt Rätsel auf. Die Polizei geht weiterhin von einem Suizid aus, die Ermittlungen zur Todesursache und zu den Hintergründen hat die Staatsanwaltschaft Potsdam übernommen. Sprecher Christoph Lange: „Bisher gibt es keine Anzeichen von Fremdeinwirkungen.“

Fest steht bisher: Bei den Toten handelt es sich um Vater und Sohn. Im Auto befand sich außer den beiden Personen auch ein Hund, der von Mitarbeitern eines Tierheimes abgeholt wurde. Inzwischen ist auch klar, dass beide Toten aus Elstal stammen.

Vater und Sohn suchen auf Osterfeuer Streit

Wie die MAZ erfuhr, hatten Vater und Sohn am Gründonnerstag während des Osterfeuers in Elstal eine handgreifliche Auseinandersetzung mit einer dritten Person, die ebenfalls in Elstal wohnt. „Warum die sich in die Wolle bekommen haben, weiß ich nicht genau“, sagt der Elstaler Ortswehrführer Danny Bahnemann. Es soll sich wohl um eine Belästigung oder Beschimpfung der Frau des toten Vaters gehandelt haben. Die Feuerwehrleute gingen am dem Abend dazwischen und schickten Vater und Sohn vom Festplatz weg, während die dritte Person dort weiter feierte.

Der Wagen war in einem kleinen Waldstück nahe der Landstraße geparkt

Der Wagen war in einem kleinen Waldstück nahe der Landstraße geparkt.

Quelle: Julian Stähle

Nach einer Weile kehrten Vater und Sohn zurück. „Die hatten sich umgezogen, trugen schwarze Handschuhe und dunkle Jacken, der Junge sogar Springerstiefel“, erinnert sich Bahnemann. Unter dem Vorwand, eine Person zu suchen, wollten beide wieder auf den Festplatz. Der Ortswehrführer absolvierte nur mit dem Vater eine Platzrunde. Nachdem die gesuchte Person nicht entdeckt worden war, entfernten sich Vater und Sohn.

Vor der Haustür von Unbekannten zusammengeschlagen

Als das Osterfeuer schon fast beendet war, die Feuerwehrleute den letzten Müll wegräumten, tauchten plötzlich Polizeibeamte am Osterfeuer auf. „Sie fragten uns, ob wir etwas von einer Schlägerei in Elstal mitbekommen hätten“, sagt Bahnemann. Bei besagter Auseinandersetzung wurde ein Mann vor seiner Haustür von Unbekannten zusammengeschlagen und am Kopf verletzt. „Wie ich später erfahren habe, ist der Mann im Krankenhaus mit 14 Stichen genäht worden“, so der Ortswehrführer gegenüber der MAZ. Bei dem verletzten Mann handelt es sich um denjenigen, der am gleichen Abend mit Vater und Sohn aneinander geraten war. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Geschehnissen am Donnerstag und dem Tod der beiden Elstaler am Montag gibt, ist unklar.

Der Riesenschnauzer saß auf dem Rücksitz des Wagens

Der Riesenschnauzer saß auf dem Rücksitz des Wagens.

Quelle: Privat

Das Unglück von Priort bescherte dem Falkenseer Tierheim einen dramatischen Fall von Tierrettung. Vereinsmitglieder kümmerten sich um den Hund, der in dem Unglücksauto gefunden wurde. „Die Polizei hatte sich an die Tierrettung Potsdam gewandt, die meldeten sich bei uns“, erklärt Rico Lange, Vorsitzender des Tierschutzvereins Tierheim Falkensee und Umgebung. Nachdem die Informationslage klarer war, informierte Lange sofort ein Vereinsmitglied aus Elstal, Theresa Kindel holte den Hund ab. „Es war nicht einfach, den großen, völlig verunsicherten Riesenschnauzer aus dem Auto zu bekommen“, beschreibt Rico Lange die Situation bei Priort.

Riesenschnauzer hat vermutlich Hodenkrebs

Im Tierheim stellten die Mitarbeiter fest, dass der Hund stark am Hoden blutete. Zwei der ehrenamtlichen Mitglieder fuhren sofort mit dem Hund in die Tierklinik nach Potsdam. Dort wurde das Tier notversorgt, vermutet wird Hodenkrebs. Der Hund ist etwa acht bis neun Jahre alt. Am Dienstag wurde das Tier in Dallgow kastriert. Er wird weiter im Tierheim versorgt. „Das ist kein normaler Fundhund, da gilt auch nicht das normale Fundrecht“, sagt Rico Lange. Die rechtliche Lage sei schwierig. „Wir hoffen, dass sich von der Besitzerfamilie jemand bei uns meldet.“

Anmerkung der Redaktion

Wir berichten in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, gibt es Hilfe. Unter der kostenlosen Hotline 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 können Sie anonym mit der Telefonseelsorge sprechen, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnte.

Von Jens Wegener und Marlies Schnabel

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