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Tonnen von Müll landen im Abwasser

Wansdorf Tonnen von Müll landen im Abwasser

Kurz vor dem heutigen Weltumwelttag in Falkensee konnten Interessierte das Klärwerk in Wansdorf besichtigen. Dabei erfuhren sie, dass täglich anderthalb Tonnen Müll aus den Abwässern gefischt werden müssen.

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Viele Havelländer machten sich ein Bild davon, wie das Klärwerk Wansdorf arbeitet.

Quelle: Carsten Scheibe

Wansdorf/Falkensee. Passend zum heutigen Weltumwelttag stellte sich Anne Wellmann vom Falkenseer Creativen Zentrum Haus am Anger bereits im Vorfeld interessante Fragen: Was passiert eigentlich mit unseren Abwässern? Wo landet das, was in der Toilette runtergespült wird? Wie wird das Brauchwasser wieder aufbereitet? Um diesen Dingen auf den Grund zu gehen, organisierte sie eine Besichtigung mit Führung im Klärwerk Wansdorf. Viele Falkenseer nutzten die Chance, hinter die Kulissen zu schauen.

Das Klärwerk wurde am 5. Juli 1999 in Betrieb genommen – als Kooperation der Städte Hennigsdorf, Falkensee, Velten, Oranienburg, Schönwalde (in Form des Trink- und Abwasserverbandes Glien) sowie der Berliner Wasserbetriebe. Das bedeutet, dass die Abwässer zum Teil über weite Entfernungen nach Wansdorf gepumpt werden. Das Klärwerk zwischen Schönwalde-Dorf und Pausin wurde auf den ehemaligen Rieselfeldern errichtet – fernab menschlicher Behausungen.

Beim Besuch zeigte sich: Es stinkt gar nicht so sehr. Weder muss man sich die Nase zuhalten, noch Übelkeit befürchten. Bis zu 40 000 Kubikmeter Abwässer kann das Klärwerk pro Tag verarbeiten. Geschäftsführer Olaf Müller: „In Velten ist viel Industrie ansässig, von dort kommt das schmutzigste Wasser. Aus Falkensee und Umgebung gelangt im Grunde nur das Abwasser der Privathaushalte zu uns. Dabei sehen wir an den Mengen des Abwassers, wann Schlafenszeit ist.“ 24 Stunden dauert es, bis die zugeleiteten Abwässer das Klärwerk einmal komplett durchlaufen haben.

Georgia Goldmann von den Berliner Wasserbetrieben ist für das Klärwerk Wansdorf verantwortlich und kümmerte sich auch um die Führung: „Mein persönliches Hassobjekt sind Ohrenstäbchen. Die haben nichts in der Toilette zu suchen. Wir finden sie aber in Massen im Abwasser. Ich habe auch schon Barbie-Puppen und Spielzeugautos gefunden. Es ist erstaunlich, was alles in der Toilette heruntergespült wird. Anderthalb Tonnen Müll holen wir am Tag aus dem Wasser.“

Nachdem das Abwasser den Rechen passiert, den Sandfang durchlaufen, die Vorklärung absolviert und die biologische Reinigung samt anearober, anoxer und aerober Zone hinter sich gebracht hat, kommt es in die Nachklärung und von dort direkt in den Havelkanal. Georgia Goldmann: „Am Ende hat unser Wasser zwar noch keine Trinkwasser-, dafür aber Badewasserqualität. Messungen haben ergeben, dass das Wasser im Havelkanal nach unserer Einleitung sauberer ist als vorher.“

Der Schlamm, der sich während des Reinigungsprozesses absetzt, kommt in die beiden Faultürme. Hier entsteht Methangas, das noch vor Ort zur Stromgewinnung verbrannt wird. Auf diese Weise deckt das Klärwerk bis zu 75 Prozent des eigenen Strombedarfs. Olaf Müller: „Es findet ein Umdenkprozess statt. Klärwerke werden immer mehr als Recycling-Standorte verstanden, die aus Abwasser nicht nur sauberes Wasser herstellen, sondern Energie erzeugen und Rohstoffe wie seltene Erden zurückgewinnen. Das Stichwort lautet hier ReWater.“

Heute wird in Falkensee ab 12 Uhr der Weltumwelttag am Haus am Anger begangen.

Von Carsten Scheibe

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