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Totes Reh gefunden – Stadt streitet Wolfsriss ab

Rathenow Totes Reh gefunden – Stadt streitet Wolfsriss ab

Auf dem „Rideplatz“ am Körgraben, einem Freizeitgelände für alle Generationen mitten in Rathenow, hat ein Spaziergänger am Montag ein totes Reh gefunden, das hinten stark angeressen war. Er vermutet, dass es sich um einen Wolfsriss handelt. Das Ordnungsamt der Stadt teilt dazu jedoch mit, dass es kein Wolf gewesen sein kann.

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War es ein Wolf? Das tote Reh, das am Montag mitten auf dem „Rideplatz“ am Körgraben gefunden worden ist.
 

Quelle: Denny Bräsecke

Rathenow.  Ein unerfreuliches Geschehen muss sich zugetragen haben auf dem „Rideplatz“ am Körgraben in Rathenow, der vor wenigen Tagen erst als Freizeitplatz für alle Generationen eingeweiht worden ist. Am Montagmorgen hat ein Anwohner mitten auf dem Platz ein totes Reh gefunden, dessen hinterer Bereich weitgehend aufgefressen war. Die Vermutung drängt sich auf, dass es sich um einen Wolfsriss handeln könnte. Die Stadtverwaltung teilt jedoch mit, dass ein Wolf ausgeschlossen wird.

Da hat das Reh gelegen, Denny Bräsecke zeigt es

Da hat das Reh gelegen, Denny Bräsecke zeigt es. Hinter ihm sind die Bänke der Feuerstelle des „Rideplatzes“ zu sehen, die vor wenigen Tagen übergeben wurde.

Quelle: Bernd Geske

Als Hans-Joachim Bräsecke, der in der Nähe wohnt, mit seinem kleinen Mischlingshund am Montagmorgen über den Platz ging, wurde das Tier plötzlich unruhig und führte sein Herrchen auf kurzem Weg zu einem toten Reh. Gegen 8.45 Uhr war das. „Das Hinterteil war schon weggefressen“, sagt er.

Der Kadaver sei aber noch so frisch gewesen, dass es nur in der Nacht zuvor zu Tode gekommen sein konnte. „Für mich ist das hundertprozentig ein Wolf gewesen“, sagt Bräsecke. „Vielleicht waren es sogar zwei, denn es ist ziemlich viel vom Reh gefressen worden.“ Er sagte seinem Sohn Denny Bescheid, der machte sofort ein Foto von dem stark angenagten Reh.

Anwohner lässt sofort ein Foto schießen

Denny Bräsecke hat sich gleich nach dem Fotografieren an den Rathenower Stadtförster Thomas Querfurth gewendet – und war mit dessen Antwort gar nicht zufrieden. „Er hat mir gleich am Telefon gesagt, dass das kein Wolf gewesen sein kann“, berichtet sagte er. „Denn dort gebe es keine Wölfe.“ Vielleicht sei es ein Hund gewesen, und vielleicht habe ein Fuchs vom toten Reh gefressen. Gegen 11.30 Uhr hat er dann gesehen, wie der Förster den Rehkadaver abtransportiert habe.

Stadt ist überzeugt: kein Wolfsangriff!

In diesem Gebiet sind schon seit langer Zeit Rehe unterwegs, sagen die Bräseckes. Links und rechts der Straße Am Körgraben gebe es genug unübersichtliche Grünbereiche, in denen sich wilde Tiere verbergen können. Auf der einen Seite seien auch verlassene Gärten mit leer stehenden Schuppen. Im Dezember wurden in Rathenow-West wiederholt ein Wolf gesehen, erinnert Denny Bräsecke. Wie sicher könne man denn sein, dass sich so ein Raubtier nicht weiter in die Stadt hinein wagt?

„Das war definitiv kein Wolf“, sagt hingegen der Rathenower Ordnungsamtsleiter Matthias Remus dazu. Zusammen mit dem Stadtförster, der auch Jäger sei, hat er sich das tote Reh angesehen. Es sei nicht festzustellen, woran das Tier gestorben sei, sagt der Ordnungsamtsleiter. Dass ein Wolf es gerissen habe, könne aber ausgeschlossen werden, weil am Reh die entscheidenden Spuren fehlen.

Ordnungsamt will die Menschen beruhigen

Denn: Ein Wolf tötet seine Beute durch einen Biss in die Kehle, sagt Remus. Bei dem aufgefundenen Tier habe man aber am Hals keine Bissspuren feststellen können. Es müsse demnach aus anderen Gründen gestorben sein, die sich jetzt aber nicht mehr ermitteln ließen. Die Stadt wird keinen Wolfsexperten zur Bewertung des Falls hinzuziehen, weil die Ausgangslage den Verdacht nicht stützt. Der Kadaver wird auch nicht zu einer Untersuchung eingeschickt, sondern einfach nur fachgerecht entsorgt. Er wäre froh, wenn seine Aussagen die Rathenower beruhigen könnten, die hier einen Wolfsangriff vermuten, so Remus.

Auf dem nicht weit entfernten Truppenübungsplatz Klietz ist ein Wolfsrudel mit neun Tieren nachgewiesen worden. Immer im Mai kommen die neuen Jungen auf die Welt.

Von Bernd Geske

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