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Havelland Traditionsgasthof bleibt in Familienhand
Lokales Havelland Traditionsgasthof bleibt in Familienhand
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12:45 11.03.2018
Weiter in Familienhand: Pauline, Ulrich und Florian Rothämel, vor dem Deutschen Haus in Dallgow-Döberitz. Quelle: Ralf Stork
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Dallgow-Döberitz

In Dallgow-Döberitz steht das „Deutsche Haus“ – eine gut bürgerliche Gaststätte, die – so scheint es – schon immer dagewesen ist und für immer bleiben wird. Jedenfalls hat das Haus schon zwei Weltkriege und vier Staatsformen überlebt.

Am Anfang mit Kaiser

Seit mittlerweile 98 Jahren befindet sich die Gaststätte im Familienbesitz: „Meine Frau Gisela und ich haben den Betrieb 1970 von ihrer Mutter, Margarethe Pfeifer übernommen“, sagt Ulrich Rothämel. Ihre Großeltern, die Gastleute Ludewig, hatten die Gasthaus 1920 noch unter dem Namen „Zum Deutschen Kaiser“ erworben.

Übergang ist ein Risiko

Dass eine Gaststätte so lange im Familienbesitz bleibt, grenzt fast an ein Wunder. Nicht nur, dass in jeder neuen Generation ein williger Nachfolger gefunden werden muss. Jeder betriebliche Übergang ist mit Risiken verbunden: Die Neuen müssen Neues einführen, ohne die alten Stammgäste zu verprellen. Nicht selten müssen sie Räume und Technik modernisieren, die in die Jahre gekommen sind.

Im „Deutschen Haus“ steht jetzt der Wechsel von der dritten zur vierten Generation an. Ulrich Rothämel ist mittlerweile 75 und wird noch in diesem Jahren den Betrieb an seine Enkelkinder Florian (29) und Pauline (24) übergeben. Damit das möglichst reibungslos klappt, unterstützt der Regionale Lotsendienst Havelland die drei bei dem Prozess.

„Wir werden zum Beispiel ganz intensiv beim Erstellen eines Businessplans beraten“, sagt Florian Rothämel. Ein solider Businessplan ist nötig, um den erforderlichen Kredit von der Bank zu bekommen. Mit dem Geld soll die Küche, deren Ausstattung von Anfang der 90er-Jahre stammt, erneuert werden. „Die Küche ist das Herzstück jedes Restaurants. Deshalb ist es so wichtig, dass man darin optimal arbeiten kann“, sagt Florian Rothämel.

Er ist seit eineinhalb Jahren als Koch im „Deutschen Haus“ angestellt. Seine Schwester Pauline ist seit mittlerweile fünf Jahren für den Service verantwortlich. „Die beiden haben das operative Geschäft schon weitgehend übernommen. Meine Aufgabe beschränkt sich mittlerweile mehr oder weniger darauf, mich im Gastraum blicken zu lassen, dann freuen sich die Stammgäste“, sagt Ulrich Rothämel.

Speisekarte wird erneuert

Die Speisekarte wurde bereits dezent erneuert: Die alten Klassiker wie „Sülze mit Bratkartoffeln“ oder „Königsberger Klopse“ gibt es weiterhin. Aber sie werden ergänzt durch wechselnde Wochenangebote, bei denen die Gäste dann schon mal ein „Schwarzwurzelsüppchen mit Garnelen“ probieren können. „Wir versuchen insgesamt so regional und saisonal wie möglich zu sein“, sagt Florian Rothämel. Die Marmelade fürs Frühstück wird selbst hergestellt, ebenso wie das Bärlauch-Pesto.

Als erste große Änderung soll zum Frühling die Terrasse erneuert werden. Im kommenden Winter soll dann die Küche für – vorsichtig geschätzt – mehrere 10 000 Euro erneuert werden. Nach der ersten großen Investition möchte Florian Rothämel am Deutschen Haus einen Catering-Service als weiteres Standbein aufbauen. Und für die noch fernere Zukunft träumt er von einem Food-Truck.

Große Investition in der Küche

Die nächste größere Investition nach der Küche wird in ein paar Jahren die Neugestaltung der Gasträume sein. „Auch die Umstellung soll möglichst behutsam passieren. Wir wollen schließlich den Charme des alten Gasthauses erhalten“, sagt Pauline Rothämel.

Die Aufgabenteilung der beiden ergab sich mehr oder weniger von selbst. Florian lernte die Koch-Kunst in einem Gourmet-Restaurant in Bayern, Pauline lernt Restaurantfachfrau beim Landgasthof Specker in Potsdam. Für sie und ihren Bruder war eigentlich immer klar, dass sie das „Deutsche Haus“ eines Tages übernehmen würden. Ein Grund dafür könnte gewesen sein, dass die Oma die Taufe der beiden im Gastraum vollzog. Mit Bier.

Von Ralf Stork

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