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Havelland Traditionsgaststätte hat geschlossen
Lokales Havelland Traditionsgaststätte hat geschlossen
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18:58 15.11.2017
Die Traditionsgaststätte „Zum 1. Flieger“ in Stölln wurde nach der Bundesgartenschau geschlossen. Die Gemeinde möchte sich nun mit dem Eigentümer um eine Wiedereröffnung bemühen. Quelle: Norbert Stein
Stölln

Still ist es geworden. Die große Ruhe ist nicht dem Herbst und dem Ende der Touristensaison geschuldet. Die Gaststätte „Zum 1. Flieger“ in Stölln – ein Haus mit reicher Tradition – ist geschlossen. Kurz nach der Bundesgartenschau 2015 war Schluss, nachdem die Gaststätte zuvor erst für dieses Ereignis rechtzeitig wiedereröffnet worden war.

Schon früher eine Kneipe

Eine Gaststätte war das Haus in der Dorfmitte schon im 19. Jahrhundert. Minna Herms war damals eine geschäftstüchtige Frau. In ihrem Dorfgasthof, der inzwischen „Zum 1.Flieger“ heißt, klopfte im Sommer 1893 ein 45jähriger Berliner Ingenieur und Fabrikant an die Tür. Es war Otto Lilienthal, der den nahen Gollenberg als idealen Ort für seine Gleitflugversuche auserkoren hatte.

Erstes Quartier

Minna Herms gewährte dem Flugpionier Quartier. Er und sein stetiger Begleiter, Paul Beylich, übernachteten in den kommenden drei Jahren oft in dem Landgasthof und ließen sich die Hausmannskost von der Wirtin schmecken.

Letzte Mahlzeit

Am 9. August 1896 hat sie Otto Lilienthal die letzte Mahlzeit zubereitet. Auch die letzte Nacht seines Lebens verbrachte der nach einem Absturz querschnittsgelähmte Flugpionier in dem Landgasthof. Der beim Absturz lädierte Gleiter lag wie auch immer zuvor auf der Herm’schen Scheunentenne. So bekam der Landgasthof dann später auch den Namen „Zum 1. Flieger“. Noch heute erinnern Bilder und Modelle im Haus und im Saal der Gaststätte an Lilienthals Verdienste für die Luftfahrt und für Stölln.

Otto Lilienthal bei Gleitübungen in Drewitz im Jahr 1891. Zwei Jahre später übte er am Gollenberg. Quelle: dpa

„Die Gemeinde muss sich der Tradition der Gaststätte bewusst sein“, sagt der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Gollenberg, Ingo Dahlmann. Stölln ist ein Ortsteil. Auch wenn die Gemeinde die Gaststätte nicht selbst betreiben könne, sollte sie sich für ihre Wiedereröffnung einsetzen, sagte Dahlmann bei einer Gemeindevertretersitzung vor einigen Tagen. Sein Vorschlag war, den Eigentümer der Gaststätte zur nächsten Beratung der Gemeindevertretung einzuladen, um mit ihm die Angelegenheit zu erörtern.

Bereit zum Gespräch

Eigentümer der Gaststätte mit Pension ist seit rund fünf Jahren Mathias Kinzel aus dem ein Havelland. Er sei zu einem Gespräch mit der Gemeinde bereit, erklärt er auf Nachfrage. „Ich bin selbst an einer Wiedereröffnung interessiert und bemühe mich dafür um einen zuverlässigen Pächter“, sagt er weiter.

Wichtig ist Zuverlässigkeit

Der Pächter, der die Gaststätte zuletzt betrieb, hatte die Pacht nicht gezahlt, sagt der Eigentümer. „Darum sehe ich nunmehr Zuverlässigkeit für eine erneute Verpachtung als oberste Priorität.“ Das schließe ein solides Bewirtschaftungskonzept ein. Er selbst habe auch einige Ideen zur Zukunft der Gaststätte „Zum 1. Flieger“.

Neue Ideen

Diese Ideen seien aber noch nicht spruchreif, erklärt Mathias Kinzel. Auch wenn die Gaststätte derzeit geschlossen ist, vermietet er gelegentlich Pensionszimmer an Jäger und andere Gäste. Die Einnahmen decken Kinzel zufolge die laufenden Kosten. Er sieht deshalb auch keine übertriebene Eile geboten für eine erneute Verpachtung, zumal das Dorf Stölln touristisch betrachtet in den kommenden Monaten Saisonpause hat.

Von Norbert Stein

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