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Traditionspflege auf dem Friedhof

Rathenow Traditionspflege auf dem Friedhof

Kulturgärtnern nennt der Verein Memento die Aktion, mit der Rathenower die Gräber auf dem Weinbergfriedhof pflegen. Die Teilnehmer kümmern sich um so genannte historische Gräber aber auch um die Grabstellen von Personen, die gerade erst verstorben sind.

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Mit flinken Händen wurden die Wege gefegt.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Im Frühjahr des vergangenen Jahres rief die evangelische Gemeinde mit dem Verein „Memento“ zum ersten Mal zum „Kulturgärtnern“ auf den historischen Friedhof auf dem Weinberg auf. Bis zu 20 Rathenowerinnen und Rathenower kommen seitdem jeweils im Frühjahr und Herbst zusammen, um die historischen Gräber zu pflegen. Die Gräber von Angehörigen der Optikerfamilien stehen mittlerweile sogar unter Denkmalschutz.

Geschichte wird hier lebendig

Teils verfallene Gräber werden restauriert oder Grabsteine neu aufgestellt. Dazu gehören auch die Gräber in Rathenow lebender und verstorbener Künstler und der ehemals in der Stadt stationierten Zietenhusaren. Zu regelmäßigen Führungen über den evangelischen Friedhof kann man viel aus der Geschichte Rathenows und der Industriezweige, welche die Stadt einst wohlhabend machten, erfahren.

Petra Skilandat und Petra Marschner sind begeisterte Kulturgärtnerinnen

Petra Skilandat und Petra Marschner sind begeisterte Kulturgärtnerinnen.

Quelle: Uwe Hoffmann

Am Samstagvormittag nun trafen sich ab neun Uhr wiederum 20 Helfer zum dritten Mal zur Säuberung der Wege und Pflege der Gräber. Seit Anfang an sind Rathenowerinnen Petra Marschner und Petra Skilandat dabei. Sie brachten so schon beispielsweise das Grab des Rathenower Politikers und Ehrenbürgers Maximilian Hobrecht (1827 bis 1899) auf Vordermann. „Vor vielen Jahren wurde in Rathenow mal zu einem öffentlichen Frühjahrsputz in der Stadt aufgerufen“, sagt Petra Skilandat. „So etwas könnte man mal wieder machen.“

Mehr Werbung erwünscht

Heidi Granzow würde sich wünschen. dass die Termine zum „Kulturgärtnern“ durch den Verein „Memento“ noch intensiver beworben werden. Und sie sagt: „Viele Leute schreiben an die Zeitung, wie dreckig manche Ecken in der Stadt aussehen, aber fassen selbst mal nicht mit an, diesen Zustand zu ändern.“ Heidi Granzow war mit ihrem Ehemann Karl-Reinhold beim „Kulturgärtnern“ dabei.

Ute Zeeb (li) und Ursula Lemme gehören zur Handarbeitsgruppe, die mit den Spenden für ihre gehäkelten und gestrickten Sachen helfen, historisc

Ute Zeeb (li.) und Ursula Lemme gehören zur Handarbeitsgruppe, die mit den Spenden für ihre gehäkelten und gestrickten Sachen helfen, historische Gräber zu restaurieren.

Quelle: Uwe Hoffmann

Zu den verlässlichen Unterstützern zur Erhaltung und Restaurierung historischer Gräber gehören die Frauen der Handarbeitsgruppe. „Anfang Januar 2014 stand Ellinor Müller im Eine-Welt-Laden und wollte helfen“, erzählt Hannelore Scharnbeck. „So gründete sie eine Handarbeitsgruppe, die sich anfänglich im Torhaus traf. Mittlerweile wurden es so viele Frauen, die sich zum gemeinsamen Häkeln und Stricken treffen, dass es heute zwei Gruppen gibt.“

Es gibt auch Patenschaften

Einige Handarbeitsfrauen haben auch eine Patenschaft übernommen. Ursula Lemme ist seit Beginn bei der Handarbeitsgruppe dabei. „Unsere Gruppe mit insgesamt 35 Frauen trifft sich jeden Dienstag in der Zeit von 10 bis 16 Uhr auf dem Kirchplatz“, sagt Ute Zeeb, die vor über zwei Jahren dazu kam.“ Bis zum ersten „Kulturgärtnern“ im Frühjahr 2016 kamen durch die Spendeneinnahmen für die ausgefallenen und liebevollen Handarbeitswaren schon rund 3000 Euro zusammen. Im Jahr 2015 konnte davon durch die Firma Natursteinfirma Knake ein neuer Gedenkstein für den zuletzt in Rathenow lebenden und hier 1945 gestorbenen impressionistischen Maler Ernst Kolbe errichtet werden.

Nach getaner Arbeit trafen sich die Helfer wieder zum Mittag im Torhaus. Zur Stärkung gab es Wiener Würstchen und Bouletten.

Von Uwe Hoffmann

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