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Traditionsverein Lok Ketzin vor dem Aus

Ketzin/Havel Traditionsverein Lok Ketzin vor dem Aus

Bleiben die Ketziner Hallennutzungsgebühren wie sie jetzt sind, ist der Sportverein Lok Ketzin spätestens in zwei Jahren bankrott. Vereinsvorsitzender Ralf Gräbnitz hat deshalb Alarm geschlagen.

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Eine Trainingsstätte des SV Lok Ketzin ist die Halle „Am Mühlenweg“.

Quelle: privat

Ketzin/Havel. „Wenn die Bedingungen so bleiben wie sie jetzt sind, bin ich gezwungen, spätestens in zwei Jahren das Aus für unseren Tischtennis-Verein zu verkünden“. Der Alarmruf kommt von Ralf Gräbnitz, dem Vorsitzenden des Sportvereins Lok Ketzin. Vorgetragen und erklärt hat er diesen im Ketziner Ausschuss für Soziales, Bildung, Jugend und Sport. Dessen Mitglieder hatten im Jahr 2015 eine Erhöhung der Hallennutzungsgebühren empfohlen, die dann von der Stadtverordneten auch beschlossen wurde. Damit begann die Krise bei Lok Ketzin.

Praktisch von einem Tag auf den anderen musste der Verein eine Kostensteigerung von etwa 2000 Euro im Jahr verkraften. „Wir haben bis 2015 etwa 500 Euro für die Bebnutzung beider Turnhallen in Ketzin bezahlt, jetzt wären es bei gleicher Stundenzahl 2500 Euro. Damit wir überhaupt 2016 finanzielle überstehen konnten, mussten wir die Trainingszeiten kürzen, so dass unterm Strich 2049 Euro raus kamen. Auch das können wir nicht mehr lange aufbringen“, sagte Gräbnitz.

36 aktive gibt es noch bei Lok Ketzin. Der 1950 gegründete Verein ist weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Derzeit spielen vier Mannschaften im Wettkampfbetrieb, zwei in der Landesklasse. Wie lange das noch machbar ist, kann der Vorsitzende nicht sagen. „Uns laufen die Mitglieder weg, weil benachbarte Vereine, zum Beispiel in Elstal oder Falkensee, keine Hallengebühren zahlen müssen und die Mitgliedsbeiträge für andere Sachen wie Fahrtkosten oder Material verwendet werden können. In Ketzin geht das nicht mehr. Im Gegenteil: Die Mitgliedsbeiträge wurden angehoben. Die drei Übungsleiter bekommen lediglich noch eine jährliche Aufwandsentschädigung von 150 Euro, Material kaufen die Spieler selbst, sogar die meisten Fahrten zu den Wettkämpfen finanzieren sie aus eigener Tasche. „Acht Euro pro Stunde für die Benutzung einer städtischen Turnhalle ist einfach zu viel. Die Hallenmiete muss runter“, fordert Ralf Gräbnitz. Er habe bereits den Landrat und den Kreissportbund über die prekäre Situation des SV Lok Ketzin informiert.

Die Ketziner Ausschussmitglieder und Bürgermeister Bernd Lück kennen die Sorgen, haben aber erstmal keine Sofortlösung. „Wir müssen alle Vereins gleich behandeln. Und wir sind verpflichtet, den Haushalt der Kommune zu entlasten, sprich die Unterhaltungskosten für die Hallen auf die Nutzer umzulegen“, sagte Bernd Lück (FDP). Pech für Lok Ketzin: Im Gegensatz zu Fußballern und Castingsportlern sind die Tischtennisspieler das gesamte Jahr in den Hallen aktiv. Wobei die Betriebskosten für Wasser, Strom und Heizung zu den Nutzungsgebühren noch dazu kommen. „Die sind aber für die Vereine bei 15 Prozent gedeckelt“, so der Bürgermeister. Schließlich rangen sich die Mitglieder des Sportausschusses dazu durch, in der nächsten Sitzung über eine Änderung der Hallennutzungsgebühren diskutieren zu wollen. Bis dahin wird die Stadtverwaltung entsprechende Zahlen über Einnahmen und Kosten vorlegen.

Von Jens Wegener

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