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Havelland Trainingsverbot für Seesportclub
Lokales Havelland Trainingsverbot für Seesportclub
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10:19 05.08.2016
Auch Laura Sommerfeldt darf im Moment auf der Havel nicht trainieren. Quelle: Wolfgang Balzer
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Ketzin/Havel

Noch im Frühjahr waren Laura Sommerfeldt (16), Jaqueline Schulp (12) und ihre jungen Mitstreiter vom Ketziner Seesportclub froh, nach zweijährigen juristischen Querelen mit ihren motorgetriebenen Schlauchbooten wieder die ausgelegten Bojen auf der Havel umrunden zu können. Doch diese Freude wehrte nur kurz. Denn jetzt herrscht Trainingsstopp. Seesportclub-Vorsitzender Dieter Hohn erklärt:„Der Landkreis Havelland hat uns untersagt, auf dem besagten Abschnitt der Havel zwischen der Fähre und der Slipanlage zu trainieren.“ Bei Zuwiderhandlungen wurde dem Verein eine Zwangsgeld angedroht.

Seit einigen Jahren beklagen sich einige Anwohner der Havelpromenade, wenn die Kinder und Jugendlichen des Seesportclubs auf dem Wasser ihre Geschicklichkeitsfahren üben. Es sei zu laut, außerdem würden die Belange des Umwelt- und Naturschutzes verletzt. Es gab verschiedene Untersagungen und Klagen, mit dem Ergebnis, dass die 15 aktiven jungen Motorbootsportler den Trainingsbetrieb einschränken mussten. In der Folge konnten sie „nicht mehr an ihre guten Leistungen bei Landes- und Deutschen Meisterschaften im Slalomfahren anknüpfen“, sagt Jugendtrainer Daniel Marzilger. Dann war es dem Seesportclub allerdings gelungen, über Sondergenehmigungen eine Trainingserlaubnis zu bekommen. „Wir trainieren doch nur drei oder viermal im Jahr, und das samstags am Vormittag und am Nachmittag, wobei einer Mittagsruhe eingehalten wird“, sagt Seesportclub-Vorsitzender Dieter Hohn. Doch nun habe dieser Streit mit Anwohnern und Behörden eine neue Dimension erreicht.

Naturschutzrechtliche Genehmigung fehlt

Obwohl zum Beginn der Saison 2016 mehrfach rechtlich klargestellt worden sei, so Hohn, dass für die Genehmigung der Trainings und der Wettkampfveranstaltungen auf der Bundeswasserstraße allein das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) zuständig sei und dieses die Genehmigung wie in den Vorjahren erteilt habe, schaltete sich jetzt der Landkreis Havelland ein und untersagte den Trainingsbetrieb. Völlig unverständlich für die Mitglieder des Seesportclubs. „Wir sind wie eine große Familie, ich habe im Club viele neue Freunde gefunden und das Training macht Spaß. Doch damit ist es vorerst vorbei“, ärgert sich Laura Sommerfeldt. Sogar Bürgermeister Bernd Lück (FDP) wundert sich: „Wir sollten doch froh sein, wenn Jugendlichen sich sportlich betätigen und nicht nur vor dem Computer sitzen.“ Gleichzeitig kann er den Schritt des Landkreises nachvollziehen: „Es liegt zwar die Genehmigung des Wasser- und Schifffahrtsamtes vor, wonach ein Teil der Bundeswasserstraße mit Booten über sechs Stundenkilometer befahren werden darf, aber nicht die dazugehörende naturschutzrechtliche Genehmigung.“

Seesportclub will vor Gericht ziehen

Genauso sieht man es beim Landkreis. Sprecherin Caterina Rönnert: „Das WSA hat die Belange des Lärmschutzes sowie des Naturschutzes nicht geprüft und verweist in seinen schifffahrtspolizeilichen Genehmigungen regelmäßig darauf, dass die WSA-Genehmigung andere erforderliche Genehmigungen nicht ersetzt.“ Der Vereinsvorsitzende habe in einer Anhörung Anfang Juli erklärt, dass er den Trainingsbetrieb in diesem Jahr ohne eine Ausnahmezulassung vom Landkreis durchführen will. Das wurde vom Landkreis untersagt. Für Seesportclub-Chef Dieter Hohn Grund genug, Widerspruch einzulegen und notfalls auch vor dem Verwaltungsgericht zu klagen.

Von Wolfgang Balzer und Jens Wegener

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