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Trappen haben Löwenzahn zum Fressen gern

Buckow Trappen haben Löwenzahn zum Fressen gern

Damit die noch immer vom Aussterben bedrohte Großtrappe ihre Bestände erhalten kann, werden viele Küken von Menschen mit der Hand aufgezogen. Auf dem Gelände der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow (bei Nennhausen) werden die Eier in Wärmeschränken ausgebrütet. Acht bis zehn Wochen nach dem Schlüpfen werden die Küken dann ausgewildert.

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Heimchen mit Löwenzahn und Oregano – das fressen kleine Trappen gern.

Quelle: Förderverein Großtrappenschutz

Buckow. Heimchen, gern mit Brennnessel und Löwenzahn frisch dazu getan. Das fressen kleine Trappen gern. Werden noch Oregano oder Kamille untergemischt, ist das für die Gesundheit der Baby-Vögel besonders gut. Der Bestand der noch immer vom Aussterben bedrohten Großtrappe hat dieses Frühjahr mit 238 Tieren zwar einen neuen Höchststand erreicht, doch ein Grund zum Ausruhen ist das für die Mitstreiter des Fördervereins Großtrappenschutz nicht.

Viele Trappenküken werden auf dem Gelände der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow (bei Nennhausen) mit der Hand aufgezogen. Nur das bietet genug Sicherheit, damit sich der Bestand reproduzieren und im besten Falle vermehren kann. Für Beutegreifer wie Rabe, Krähe und Fuchs wären Trappenküken in der freien Natur gefundene Fressen...

Die einzigen Trappen der Bundesrepublik leben seit langer Zeit nur noch im Land Brandenburg. Hier haben sie drei Einstandsgebiete, zwischen denen sie manchmal wechseln: das Havelländische Luch (bei Buckow), das Fiener Bruch und die Belziger Landschaftswiesen. Viele Eier, die die Hennen in allen drei Gebieten legen, werden aufgenommen und auf der Station Buckow in Wärmeschränken ausgebrütet.

Am 6. Mai sind in diesem Jahr die ersten Küken geschlüpft, berichtet Henrik Watzke, der Geschäftsführer des Fördervereins Großtrappenschutz. Die Küken wiegen dann rund 90 Gramm, teilt er mit, und als Nestflüchter sind sie schon nach kurzer auf den Beinen.

Schon bald nach dem Schlüpfen können die Trappenküken laufen

Schon bald nach dem Schlüpfen können die Trappenküken laufen.

Quelle: Förderverein Großtrappenschutz

75 Trappeneier sind diesmal in der Natur aufgenommen worden, viele sind nun schon ausgebrütet. Ein Erfahrungswert besagt, dass aus 80 bis 85 Prozent der Eier auch kleine Trappen schlüpfen. Normalerweise werden sie in der freien Natur von ihren Muttertieren sehr intensiv betreut. Entsprechend aufwendig verläuft die Aufzucht von Menschenhand.

Derzeit sind fünf Helfer in zwei Schichten im Einsatz. Am Anfang müssen die Küken alle zwei Stunden ihr Futter bekommen. Wasser muss immer da sein. An den ersten Tagen sind sie in einem Glashaus, in dem es Wärmelampen gibt. Recht bald aber werden sie in Freigehege gesetzt.

Acht bis zehn Wochen nach dem Schlüpfen ist der Moment gekommen, an dem die dann halbwüchsigen Küken ausgewildert werden. In Gruppen werden sie in den Belziger Landschaftswiesen und im Fiener Bruch ausgesetzt. Im Havelländischen Luch werden schon seit einiger Zeit keine Trappen mehr ausgewildert, weil sich der Bestand hier aus eigener Kraft reproduziert.

Mitte Juni etwa soll für die erste Gruppe im Fiener Bruch das Auswildern beginnen. Ende Juli/Anfang August soll die zweite Gruppe Bekanntschaft mit den Belziger Landschaftswiesen machen.

Höchststand erreicht: 238 Großtrappen gezählt

Die Zahl der Großtrappen hat bei der obligatorischen Zählung in diesem Frühjahr mit 238 Tieren einen neuen Höchststand erreicht.

Die einzigen Trappen der ganzen Bundesrepublik leben seit langer Zeit nur noch im Land Brandenburg.

Drei Einstandsgebiete haben sie hier: das Havelländische Luch, das Fiener Bruch und die Belziger Landschaftswiesen.

Auf dem Gelände der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow (bei Nennhausen) werden seit Jahren junge Trappen nachgezüchtet. Dazu werden die Eier in der freien Natur aufgenommen und maschinell ausgebrütet.

Die jungen Trappen sind bei ihrem ersten Kontakt mit der freien Natur zwar noch relativ klein, können aber schon fliegen. Dort werden sie aber von Menschen noch drei bis vier Monate weiter betreut. Weil es immer die selben Leute sind, die stets die gleichen Kittel tragen, ist für die Küken ein Wiedererkennungseffekt gegeben.

Die Betreuer führen die Küken im Laufe der Zeit immer näher an die frei lebenden Trappen heran, bis sie gegen Ende Oktober von den Menschen ihren wild lebenden Artgenossen „übergeben“ werden. Damit die Trappenküken möglichst wirklichtsnah auf die freie Natur vorbereitet werden, unternehmen die Betreuer mit ihnen bereits auf den Buckower Wiesen ausgedehnte Spaziergänge.

Bis zu 40 kleine Trappen sind dann einmal täglich an die drei Kilometer zu Fuß unterwegs. Nach dem Auswildern wird diese Art der Futtersuche ihre Hauptbeschäftigung sein.

Von Bernd Geske

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