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Trappen haben wieder öfter Sex

Der „Märkische Strauß“ vermehrt sich prächtig Trappen haben wieder öfter Sex

Die Großtrappe war schon so selten geworden, dass man um ihren Fortbestand fürchtete. Inzwischen haben die Tiere wieder Spaß am Sex. Landesumweltminister Jörg Vogelsänger berichtet von der besten Brutsaison in den vergangenen 35 Jahren.

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Die Trappen fühlen sich im Westhavelland wohl.

Quelle: Ralf Stork

Westhavelland. Die Großtrappe ist ein märkisches Aushängeschild. Das Tier war fast ausgestorben. Dann wurden Trappenaufzuchtstationen gegründet und plötzlich stellte sich wieder Leben ein auf den Wiesen rund um Nennhausen und auf den Belziger Landschaftswiesen. Mal gab es bessere Jahre, mal schlechtere. Doch die Brutsaison 2015 war die beste seit 35 Jahren, schwärmt nicht nur Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger. Der Großteil der Wildküken wurde von ihren freilebenden Vogelmüttern in gezäunten WiesenJ innerhalb der Trappenschutzgebiete im Havelländischen Luch, den Belziger Landschaftsweisen und im Fiener Bruch großgezogen.

Bruterfolg in freier Wildbahn gering

Diese Bereiche wurden eingerichtet, um die Gelege vor den zunehmend auftretenden Beutegreifern wie Waschbär, Marderhund oder Fuchs zu schützen, denen außerhalb der Zäune nahezu alle Bruten zum Opfer fallen. Sobald die Jungvögel fliegen können, nutzen sie dann auch die umliegenden Flächen. Da der Bruterfolg in freier Wildbahn bislang nur im Havelländischen Luch für eine stabile Bestandsentwicklung ausreicht, werden die Bestände der Belziger Landschaftswiesen und des Fiener Bruchs weiterhin zusätzlich durch Auswilderung unterstützt.

Dafür werden Jungvögel in der Staatlichen Vogelschutzwarte des Landesamts für Umwelt aufgezogen und nach und nach in den Wildbestand integriert. In diesem Jahr wurden mehr als 40 Jungvögel ausgewildert. Insgesamt erhielt der Großtrappenbestand in Deutschland somit einen Zuwachs von über 80 flüggen Jungvögeln – soviel, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Schon im Frühling viele Tiere

Der Aufwärtstrend für die hierzulande nur noch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt vorkommende Vogelart ist keine Eintagsfliege. Im Frühling dieses Jahres wurden 197 Tiere gezählt, die größte Anzahl seit 28 Jahren. 77 leben im Havelländischen Luch, 59 in den Belziger Landschaftswiesen und 61 im Fiener Bruch, grenzübergreifend zu Sachsen-Anhalt. Zu verdanken ist diese Entwicklung den gemeinsamen Bemühungen von Naturschützern und Landwirten.

Vor etwa 20 Jahren stand die Großtrappe kurz vor dem Aussterben. Grund dafür war vor allem die intensive Landwirtschaft. Diese veränderte die Lebensbedingungen für Trappen grundlegend und zerstörte so den Lebensraum des Großvogels.

Größter flugfähige Vogel Mitteleuropas

Die Trappe verschwand aus den reinen Ackerlandschaften und schließlich auch aus den Luchgebieten, die zunehmend in monotones Saatgrasland umgewandelt worden waren.

Die Trappe ist der größte flugfähige Vogel Mitteleuropas. Der Schutz dieser Art nützt auch anderen Tier- und Pflanzenarten, die in der Agrarlandschaft selten geworden sind.

Von Joachim Wilisch

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