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Havelland Trappenbestand auf Rekordwert erhöht
Lokales Havelland Trappenbestand auf Rekordwert erhöht
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15:12 21.03.2018
Die jungen Großtrappen sind gut über den Winter gekommen. Quelle: Martin Winter
Buckow

Große Freude bei allen Großtrappenfreunden: Der Bestand dieser bedrohten Art hat sich auf einen neuen Rekordwert erhöht. Immer am Ende des Winters werden die Tiere gezählt. Diesmal weist die Statistik 259 Großtrappen aus. Vor einem Jahr waren es noch 238, ihre Anzahl ist also um 21 Tiere gewachsen.

„In diesem Winter hat es zum Glück sehr wenig Schnee gegeben“, sagt Henrik Watzke, der Geschäftsführer des Fördervereins Großtrappenschutz. Das habe sich auf die Bestandsentwicklung vorteilhaft ausgewirkt. Auf ganz Deutschland bezogen, ist die Großtrappe nur noch im Land Brandenburg zu finden. Hier lebt sie in drei verschiedenen Einstandsgebieten, zwischen denen die Vögel manchmal hin und her fliegen: im Havelländischen Luch, im Fiener Bruch und auf den Belziger Landschaftwiesen.

Seit vielen Jahren werden bei Buckow Trappenküken mit der Hand aufgezogen. Quelle: Förderverein Großtrappenschutz

Im Havelländischen Luch sind 93 Großtrappen gezählt worden, berichtet Henrik Watzke. Im Fiener Bruch waren es 91 und auf den Belziger Landschaftswiesen 75. Die Großtrappe kann gegenwärtig nur vor dem Aussterben bewahrt werden, weil es schon seit Jahrzehnten ein Schutz- und Nachzuchtprogramm gibt. Eier werden aus der Natur entnommen und in Apparaten ausgebrütet. Die Küken werden dann im Bereich der Staatlichen Vogelschutzwarte bei Buckow (Amt Nennhausen) von Hand aufgezogen und im Herbst in der freien Natur bei den wild lebenden Beständen ausgewildert.

Zu zählen, wie viele Jungtrappen den Winter überlebt haben, bringt kurz vor dem nahenden Frühling alle Jahre wieder die Stunde der Wahrheit. Von den 46 halbwüchsigen Trappen, die im Herbst ausgewildert wurden, sind 28 am Leben geblieben. Man kann sie gut erkennen, weil sie an den Füßen beringt worden sind. Das ergibt etwas mehr als 60 Prozent – was als sehr guter Wert angesehen wird.

Aus eigener Kraft würde sich die Trappenpopulation nicht erhalten

„Das zeigt uns, dass unsere Methodik richtig ist“, erklärt Henrik Watzke. Von der Aufnahme der Eier über das Ausbrüten, die Aufzucht und das Auswildern funktioniere alles sehr gut. In der freien Natur fänden die Tiere zunächst genug Ruhe, um zu balzen und genügend befruchtete Eier zu produzieren, die für die Nachzucht gebraucht werden. Aus eigener Kraft würde sich die Trappenpopulation nicht erhalten können und schon gar nicht wachsen.

Von den wild aufgewachsenen Küken sind im vergangenen Jahr 22 flügge geworden. Ganz ohne Unterstützung des Menschen würde das aber auch nicht so funktionieren. In jedem der drei Einstandsgebiete sind mittlerweile zwei komplett umzäunte Bereiche geschaffen worden, die in der Größe zwischen zwölf und 30 Hektar liegen. Dort hinein fliegen viele Trappenmütter gern, weil sie in relativer Ruhe vor Beutegreifern wie Fuchs, Waschbär und Marder brüten können.

Henrik Watzke verweist außerdem auf die gute Zusammenarbeit der Trappenschützer mit der Jagdgenossenschaft Garlitz-Buckow. Deren Jäger seien bereit, recht viele Fallen für mögliche Beutegreifer aufzustellen, um diese zu fangen. Das wirke sich positiv aus auf den Erhalt der Vogelart.

Seit einigen Jahren steigen die Zahlen

Zu Beginn des Jahres 2018 hat die traditionelle Zählung der Großtrappen 259 Tiere ergeben, was ein neuer Bestwert ist.

2017 waren es 238 Vögel. 2016 wurden 232 Trappen gezählt. 2015 waren es noch 193.

Ihren Tiefpunkt hatte die Zahl der Trappen vor rund 20 Jahren mit nur noch 57 Tieren erlebt.

In Deutschland ist die Großtrappe vom Aussterben bedroht. Die Art ist hier nur noch im Land Brandenburg zu finden.

Die Großtrappe lebt in drei Einstandsgebieten, zwischen denen die Vögel auch hin- und herfliegen: das Havelländische Luch, das Fiener Bruch und die Belziger Landschaftswiesen.

Ein nicht so kalter und vor allem weitgehend schneefreier Winter ist von der Natur her die wichtigste Voraussetzung für eine positive Bestandsentwicklung der Trappen. Unter der Schneedecke finden sie kaum Futter. Schwache Tiere verhungern oder erfrieren. Andere fliegen nach Südwesten, doch diese „Winterflucht“ ist mit Verlusten verbunden. Die letzten Winter waren relativ mild, deshalb ist der Trappenbestand gewachsen.

In der vergangenen Woche hat es in Bad Belzig eine internationale Konferenz über den Arterhalt der Großtrappe gegeben, an der Vertreter aus 13 mitteleuropäischen Ländern teilgenommen haben. Dort ist selbstverständlich auch über die Erfolge im Land Brandenburg berichtet worden, deren Dreh- und Angelpunkt die Vogelschutzwarte bei Buckow im Westhavelland ist. Heinz Litzbarski, der „Vater des Großtrappenschutzes“, hat einen Vortrag gehalten. Dabei blickte er bis in die siebziger Jahre zurück, als die ersten Maßnahmen festgelegt wurden.

Von Bernd Geske

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