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Havelland Trauer um den letzten Zeitzeugen
Lokales Havelland Trauer um den letzten Zeitzeugen
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19:11 01.12.2016
Sigurd Syversen auf einer Kundgebung im Falkenseer Geschichtspark. Quelle: Oliver Fischer
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Falkensee

Mit Trauer haben am Mittwoch viele Havelländer auf die Nachricht reagiert, dass Sigurd Syversen gestorben ist. Der 96-jährige Norweger galt als Botschafter der Versöhnung und Menschlichkeit, der im Januar 2015 den Falkenseer Bürgerpreis überreicht bekam. Er hatte dem Wort Völkerverständigung ein Gesicht gegeben.

Sigurd Syversen war mehr als zwanzig Jahre Jahr für Jahr mit den sogenannten „Weißen Bussen“ nach Falkensee gekommen, um norwegischen und deutschen Jugendlichen die Geschichte des ehemaligen KZ-Außenlagers nahezubringen.

Sigurd Syversen (r. neben dem Denkmal) bei einer Kranzniederlegung im Jahr 2006 in Falkensee. Quelle: Konrad Radon

Sigurd Syversen wurde 1921 geboren und war früh in der norwegischen Arbeiterbewegung aktiv. 1942 war er verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht worden, 1943 kam er in das Außenlager nach Falkensee, wo bis zu 3000 Männer inhaftiert waren. Sie mussten wie Syversen in der Rüstungsindustrie schuften. In den Neunziger Jahren kam Sigurd Syversen erstmals wieder an den Ort des Terrors zurück, jetzt mit jungen Leuten. Dabei setzte er nicht auf Hass, sondern auf Versöhnung. „Ich kenne ihn, seit er das erste Mal wieder nach Falkensee kam“, sagt Rüdiger Schäfer aus Dallgow, der in Norwegen aufgewachsen war. „Sigurd Syversen habe ich als sehr offen und warmherzig erlebt, ein Mann, der den Deutschen ohne Vorbehalte begegnet ist und sich gegen Nationalismus eingesetzt hat.“ Als einen besonderen Mann, der Brücken zwischen Menschen bauen kann, hat ihn auch Heiko Müller, Bürgermeister von Falkensee, in Erinnerung. „Er war der letzte Zeitzeuge des ehemaligen KZ, er war sehr aktiv, stark und konnte junge Leute erreichen“, würdigte Heiko Müller den Norweger, „es ist ein großer Verlust für Falkensee.“

Von Marlies Schnaibel

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