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Traum von Express-S-Bahn bis Nauen lebt weiter

Nahverkehr Traum von Express-S-Bahn bis Nauen lebt weiter

Der Traum einer S-Bahn von Spandau ins Osthavelland darf weitergeträumt werden. S-Bahn-Chef Peter Buchner stellte in Falkensee seine Idee einer Express-S-Bahn vor. Die räumt vor allem mit dem Zeitverlust auf, klärt aber nicht die Finanzierung zur Umsetzung der Vision.

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Die gelb-rote Hoffnungen für das Osthavelland leben wieder auf.

Quelle: Archiv

Falkensee/Nauen. Die Nummer ist schon gefunden: S5 X. So könnte sie heißen, die S-Bahn, die von Spandau über Falkensee und Brieselang nach Nauen führt. Das „X“ steht für Express, denn durch Weglassen von Halts in Berlin könnte die gelb-rote Bahn das Osthavelland schnell mit Berlin verbinden.

S-Bahn-Chef Peter Buchner hatte diese Pläne am Montagabend in Falkensee vorgestellt. Rund einhundert Havelländer, vor allem Männer, waren zu der öffentlichen Gesprächsrunde gekommen, zu der Landrat Burkhard Schröder (SPD) eingeladen hatte.

Der Titel der Veranstaltung war eher umständlich als express: „Das alternative Bedienkonzept einer Express-S-Bahn für das Osthavelland“. Peter Buchner erklärte, was gemeint war. Die Idee der S5 X, der Express-S-Bahn, die über Spandaus Bahnhof hinaus bis Nauen führt. Hinter dem „Express“ verbergen sich nicht andere Züge, die eine höhere Geschwindigkeit fahren, sondern die herkömmlichen S-Bahnen, die ihr Zeit anders herausholen. Die Bahn fährt alle 20 Minuten und sie lässt viele Berliner Stationen aus, konkret stellt sich das Peter Buchner so vor: Halt in Nauen, Brieselang, Finkenkrug, Falkensee und Albrechtshof. Dann Spandau-Bahnhof, danach erst wieder Westkreuz. Danach folgen die gewohnten Haltestellen in Richtung Zoo und Hauptbahnhof. Dadurch ließe sich viel Zeit sparen, so dass gewohnte Regio-Zeiten erreicht oder sogar unterboten werden können, weil das Umsteigen entfällt. Mehr Sitzplätze und höhere Pünktlichkeit punkten ebenfalls für die S-Bahn, sagte Buchner. Über Geld und technische Umsetzung wollte er am Montag nicht sprechen, das Ganze nannte er „eine verkehrlich ausgearbeitete Idee“.

Mancher hätte sich solche Idee schon vor 25 Jahren gewünscht. Der Falkenseer Horst Bormann ist so einer. „Ich bin 1951 mit der ersten S-Bahn von Falkensee gefahren und 1961 mit der letzten“, erzählt er, der 71-Jährige ist vorbehaltlos für den Anschluss von Falkensee an das S-Bahn-Netz. Das neue Konzept gebe ihm Hoffnung.

Die Idee ist charmant, meinte Benno König. Der Falkenseer engagiert sich im Fahrgastverband Pro Regionalverkehr Osthavelland. Dessen Hauptkritikpunkt – die längere Fahrzeit – ist im neuen Konzept zum Teil ausgeräumt. Allerdings nicht, wenn man in Richtung Norden, Jungfernheide schaut, meinte König. Er hält es für einen Nachteil, wenn mit zwei verschiedenen Systemen gearbeitet wird. Die S-Bahn benötigt ein eigenes Schienennetz, sie fährt mit Gleichstrom, die Deutsche Bahn mit Wechselstrom. „Aber zur technischen Umsetzbarkeit hat der S-Bahn-Chef noch nichts gesagt“, meinte Benno König.

Das bewegt auch die Brieselanger. Christian Achilles (Bürger für Brieselang) sah es als positiv an, dass die Idee nicht in Falkensee endet. „Die Bürger wollen schnell und in enger Taktfolge nach Berlin“, sagte er, das neue Konzept scheint das leisten zu können. Allerdings frage er sich, wie das Wechselstrom-Bahnkreuz nahe dem Nymphensee überwunden werden soll. Das fragt sich auch Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU). „Die Idee der Express-S-Bahn klingt gut“, sagte er, aber das Bahnkreuz bei Brieselang muss überwunden werden. Tunnel oder Brücke – beides könne er sich bei den räumlichen Gegebenheiten und bei den Kosten nicht vorstellen.

Neben mancher Detailfrage – etwa: Bekommt die S-Bahn Toiletten oder ließe sich der ABC-Tarifbereich ausdehnen? – blieb es am Dienstag meist bei grundsätzlichen Fragen. Auf die Hauptfrage „Wer soll das bezahlen?“ senkte der Mann aus dem Potsdamer Ministerium die Erwartungen in Richtung Null: Hartwich Rolf, vom Referat Nahverkehr und Eisenbahnen aus dem Verkehrsministerium, rechnet eher mit sinkenden Mitteln. Peter Buchner rechnet dagegen mit steigendem Fahrgastaufkommen. Schon jetzt zählt allein Falkensee an den Bahnhöfen täglich 8600 Ein- und Aussteiger.

Von Marlies Schnaibel

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